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KI-"Auto Browse" in Chrome soll Reisen buchen, Formulare füllen und Termine verwalten

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Google

Kurz & Knapp

    • Google bringt mit Auto Browse einen KI-Assistenten in Chrome, der auf Gemini 3 basiert und eigenständig mehrstufige Aufgaben erledigen soll wie Reiserecherchen und Terminvereinbarungen.
    • Bei sensiblen Aktionen wie Käufen oder Social-Media-Posts pausiert der Agent und fragt nach Bestätigung. Für E-Commerce nutzt Google das Universal Commerce Protocol, das gemeinsam mit Shopify, Etsy und anderen entwickelt wurde.
    • Auto Browse ist zunächst nur in den USA für zahlende Abonnenten verfügbar. Parallel führt Google ein Side-Panel mit Gemini und Bildbearbeitung per Textprompt im Browser ein.

Im September kündigte Google das "größte Chrome-Update" an und stellte einen agentischen Browser-Assistenten in Aussicht. Nun liefert der Konzern. Auto Browse basiert auf Gemini 3 und soll mehrstufige Aufgaben im Web selbstständig abarbeiten.

Chromes Autofill half bisher beim Eintragen von Adressen oder Kreditkartennummern, Auto Browse geht weiter und verspricht, ganze Workflows zu übernehmen. Google nennt Anwendungsfälle, die Tester bereits ausprobiert hätten: Die Funktion recherchiere Hotel- und Flugkosten für verschiedene Reisedaten, vereinbare Termine, fülle Online-Formulare aus, sammle Steuerdokumente, hole Angebote von Handwerkern ein, prüfe Rechnungen, reiche Spesenberichte ein und verwalte Abonnements. Mit Zugriff auf Googles Passwortmanager arbeitet der Agent auch auf Seiten, die eine Anmeldung erfordern.

Ob Auto Browse diese Versprechen einlösen kann, bleibt abzuwarten. In einem ausführlichen Test verschiedener KI-Browser kam The Verge im Dezember zu einem ernüchternden Fazit: Keiner der getesteten Agenten erledigte komplexe Aufgaben zuverlässig, Nutzer mussten ihre Prompts immer wieder mühsam anpassen. Selbst wenn sie nur relevante E-Mails finden oder Schuhe bestellen wollten, fragten die Assistenten ständig nach oder machten Fehler.

Gemini 3 bringt multimodale Fähigkeiten mit. Wer ein Foto mit Partydekoration hochlädt, dem sucht Auto Browse laut Google ähnliche Produkte heraus und legt sie in den Warenkorb. Die Funktion berücksichtigt dabei ein vorgegebenes Budget und wendet verfügbare Rabattcodes an. Für solche Einkäufe setzt Google auf das Universal Commerce Protocol (UCP), einen offenen Standard für KI-Agenten im E-Commerce. Das Protokoll wurde gemeinsam mit Shopify, Etsy, Wayfair und Target entwickelt und soll eine universelle Schnittstelle für Produktsuche, Kauf und Kundenservice bieten.

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Google Chrome zeigt Expedia-Buchungsformular für SoHo, Little Italy & Chinatown Walking Tour mit Gemini Auto-Browse-Leiste.
Auto Browse soll vor kritischen Aktionen auf Bestätigung durch den Nutzer warten. | Bild: Google

Auto Browse pausiert laut Google bei sensiblen Aktionen und fragt nach Bestätigung, bevor es einen Kauf abschließt oder in sozialen Medien postet. Für die Sicherheitsarchitektur habe man neue Verteidigungsmechanismen gegen Bedrohungen entwickelt, die mit agentischen Systemen einhergehen.

Auto Browse steht zunächst nur in den USA zur Verfügung und auch dort nur für zahlende Abonnenten von AI Pro (21,99 Euro/Monat) oder AI Ultra (274,99 Euro/Monat).

Gemini und Nano Banana ziehen ins Side-Panel ein

Google führt parallel ein neues Side-Panel ein, das Gemini dauerhaft im Browser verankert. Das Panel bleibt geöffnet, während Nutzer in anderen Tabs arbeiten. So lassen sich etwa Produktbewertungen von verschiedenen Websites zusammenfassen oder freie Termine in einem Kalender finden.

Mittels Nano Banana lassen sich Bilder direkt im Browser bearbeiten. Nutzer laden ein Foto hoch und können es per Textprompt verändern, ohne es herunterladen zu müssen.

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Tiefe Integration in Google-Dienste

Gemini in Chrome lässt sich mit Gmail, Kalender, YouTube, Maps, Google Shopping und Google Flights verbinden. Der Assistent kann dann etwa eine alte E-Mail mit Konferenzdetails heraussuchen, passende Flüge vorschlagen und eine Nachricht an Kollegen mit der Ankunftszeit entwerfen.

In den kommenden Monaten will Google die sogenannte Personal Intelligence in Chrome einführen. Die Funktion speichert Kontext aus vergangenen Gesprächen und soll personalisierte Antworten liefern.

Agentische Browser-Funktionen bergen allerdings große Risiken. Im August hatte Brave eine Sicherheitslücke in Perplexitys Comet aufgedeckt: Angreifer konnten schädliche Befehle in Webseiten verstecken, die der KI-Assistent als legitime Anweisungen interpretierte und daraufhin sensible Nutzerdaten preisgab.

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Quelle: Google