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Schon 2004 hatte Microsoft-Chef Bill Gates ein Gespür für zwei grundlegende Herausforderungen der IT-Branche: Nachwuchs gewinnen und Künstliche Intelligenz vorantreiben.

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1981 machte Bill Gates angeblich einen Kommentar über die Speichertechnologie von Computern, der ihn bis heute verfolgt: "640K sollten für jeden ausreichen." Eine dramatisch falsche Prognose, das stellte sich schnell heraus.

Aber Gates kann auch anders: 2004 sprach der Microsoft-Gründer laut der New York Times vor IT-Studierenden US-amerikanischer Eliteuniversitäten. Gates sorgte sich über den Rückgang an Abschlüssen. Nach der Dotcom-Blase war die Stimmung zu IT-Berufen unter den Nachwuchswissenschaftlern verhalten.

Gates wollte IT-Absolventen daher Mut machen, als Programmierer zu arbeiten oder sich akademisch weiterzuqualifizieren, anstatt zum Beispiel an die Wall Street zu gehen.

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"Die Informatik ist dabei, Dinge zu erreichen, an denen die Menschen seit Jahrzehnten arbeiten", sagte Gates damals. "Doch das ist offenbar nicht aufregend genug und es gibt nicht genug Verständnis dafür, sodass die besten jungen Leute nicht begeistert sind."

Künstliche Intelligenz: So viel wert wie zehn Microsofts

Um die Begeisterung der IT-Absolventen neu zu entfachen, wollte Gates sie mit einem Thema locken, das noch nicht etabliert war. Denn die Geisteshaltung vieler Studierender war, dass die IT-Branche erwachsen geworden ist und damit weniger Chancen existieren als in den 90er Jahren.

Daher lockte Gates mit einem Feld, in dem noch grundlegende Durchbrüche - und mit diesen Ruhm und Geld - zu erzielen waren: Künstliche Intelligenz.

Auf die Frage eines Studierenden, ob es jemals wieder ein Technologie-Unternehmen geben könne, das so erfolgreich werde wie Microsoft, antwortete Gates:

"Wenn du einen Durchbruch erzielst in Künstlicher Intelligenz, sodass Maschinen lernen können, dann ist das so viel wert wie zehn Microsofts."

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Wer damals auf Bill Gates hörte, hat heute gewonnen

Wir spulen rund 14 Jahre vor und der durch Durchbrüche beim Deep Learning ausgelöste KI-Hype steuert auf einen Höhepunkt zu. Übers Web kommt die Technologie schon bei jedermann an und das sowohl in nützlicher als auch in bedenklicher Form.

Zwar liegt der Fokus nach wie vor auf Forschung und Entwicklung statt auf Produkten und die großen Tech-Konzerne wie Microsoft oder Google müssen Milliarden investieren für Ergebnisse mit noch überschaubarem Wirkungsgrad in der Realität.

Aber die Konzerne spekulieren auf Durchbrüche in grundlegenden gesellschaftlichen Anwendungsfeldern wie der Medizin, dem Straßenverkehr, der Überwachung oder der persönlichen Assistenz, die viele Milliarden Menschen betreffen - und ein entsprechend hohes Umsatzpotenzial haben. Das Unternehmen, das hier am Drücker sitzt, hat Zugriff auf gigantische Geldströme.

Und die Studierenden von damals? Falls sie auf Gates Worte hörten, dann können sie heute als KI-Experten richtig viel Geld verdienen.

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Quelle: New York Times; Titelbild: OnInnovation bei Flickr, Titel: Bill Gates – OnInnovation.com Interview. Lizenziert nach CC BY-ND 2.0.

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Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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