Boston Dynamics' Atlas-Roboter bekommt Googles Gemini-KI als Gehirn
Kurz & Knapp
- Boston Dynamics und Google Deepmind haben auf der CES 2026 eine strategische Partnerschaft angekündigt.
- Ziel ist es, Googles Gemini-Robotics-Modelle in den humanoiden Atlas-Roboter zu integrieren und gemeinsam KI-Grundlagenmodelle für industrielle Anwendungen zu entwickeln.
- Die Zusammenarbeit soll zunächst die Automobilindustrie transformieren. Hyundai Motor Group, Mehrheitsaktionär von Boston Dynamics, dürfte davon profitieren.
Der Robotik-Pionier Boston Dynamics und das KI-Labor Google Deepmind haben eine strategische Partnerschaft angekündigt. Gemeinsam planen sie, Grundlagenmodelle für humanoide Roboter mit Fokus auf industrielle Anwendungen voranzubringen.
Konkret wollen die beiden Unternehmen Googles Gemini-Robotics-Modelle in Boston Dynamics’ Atlas-Roboter integrieren. Die gemeinsame Forschung soll in den kommenden Monaten beginnen und an beiden Unternehmensstandorten durchgeführt werden. Dabei kommt eine neue Flotte von Atlas-Robotern zum Einsatz. Google Deepmind stellte im November den ehemaligen Boston-Dynamics-CTO Aaron Saunders ein.
Automobilindustrie als erstes Einsatzgebiet
Die Partnerschaft konzentriert sich darauf, humanoide Roboter für eine breite Palette industrieller Aufgaben zu befähigen. Laut der Ankündigung soll die Zusammenarbeit eine treibende Kraft bei der Transformation der Fertigung werden, beginnend in der Automobilindustrie. Die Hyundai Motor Group ist Mehrheitsaktionär von Boston Dynamics.
"Wir bauen den weltweit leistungsfähigsten Humanoiden und wussten, dass wir einen Partner brauchen, der uns hilft, neue Arten von Visual-Language-Action-Modellen für diese komplexen Roboter zu entwickeln", sagt Alberto Rodriguez, Director of Robot Behavior for Atlas bei Boston Dynamics. Jüngste KI-Fortschritte hätten das Tempo beschleunigt, mit dem Roboter trainiert und in realen Anwendungen eingesetzt werden können, so die Firma.
Deepminds Robotik-Grundlagenmodelle als Basis
Google Deepmind gehört zu den führenden KI-Laboren und hat in den vergangenen Jahren seine Robotik-Grundlagenmodelle wie Gemini Robotics weiterentwickelt. Diese basieren auf dem multimodalen Gemini-Modell und sollen Robotern unterschiedlicher Form und Größe ermöglichen, wahrzunehmen, zu schlussfolgern, Werkzeuge zu nutzen und mit Menschen zu interagieren.
Das Unternehmen hat 2025 mehrere KI-Modelle für die Robotik vorgestellt, zuletzt Gemini Robotics 1.5 und Gemini Robotics-ER 1.5. Robotics 1.5 ist ein Vision-Language-Action-Modell zur direkten Robotersteuerung, Robotics-ER 1.5 übernimmt die übergeordnete Planung. Es nutzt digitale Tools wie Google Search, kommuniziert in natürlicher Sprache und bewertet Fortschritt sowie Erfolgsaussichten von Handlungen.
Zudem stellte Google Deepmind Gemini Robotics On-Device vor, ein Robotik-Modell, das direkt auf der Roboterhardware läuft und keine Cloud-Verbindung benötigt. All diese Modelle sind Generalisten in dem Sinne, dass sie auf verschiedener Roboterhardware laufen – zum Beispiel auch auf der von Boston Dynamics.
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