Boston Dynamics stellt Produktversion seines humanoiden Roboters Atlas vor
Kurz & Knapp
- Boston Dynamics stellt die kommerzielle Version seines humanoiden Roboters Atlas vor: 1,9 Meter groß, 2,3 Meter Reichweite, 30 Kilogramm Hebekraft und vier Stunden Akkulaufzeit.
- Hyundai, das 88 Prozent an Boston Dynamics hält, ist der erste Kunde. Eine Flotte soll 2026 geliefert werden. Zudem plant Hyundai eine Fabrik, die tausende Roboter pro Jahr produzieren kann.
- Atlas lernt per VR-Brille, Motion-Capture-Anzügen und Simulationen statt manueller Programmierung.
Vom Forschungsprojekt zum Fabrikarbeiter: Boston Dynamics bringt Atlas in die Produktion. Die ersten Roboter gehen 2026 an Hyundai.
Im Oktober 2025 hatte Boston Dynamics ein Forschungsmodell (1,75 Meter, 90 Kilogramm) in einer Hyundai-Fabrik in Georgia getestet, wo es selbstständig Dachgepäckträger für die Montagelinie sortierte, berichtete CBS News. Die nun vorgestellte Produktversion ist größer und für den kommerziellen Dauereinsatz optimiert.
1,9 Meter groß, 30 Kilogramm Hebekraft
Der neue Atlas mit 2,3 Meter Reichweite ist für Lager und Fabriken konzipiert. Er funktioniert komplett elektrisch, wird von Nvidia-Chips angetrieben und kann wiederholt 30 Kilogramm heben – bei Temperaturen von –20 bis 40 Grad Celsius. Die Akkulaufzeit beträgt vier Stunden. Atlas wechselt seine Batterien selbstständig in unter drei Minuten, alle Gliedmaßen lassen sich in unter fünf Minuten austauschen.
Hyundai, das 88 Prozent an Boston Dynamics hält, ist der erste Kunde. Eine Flotte soll 2026 an das Robotics Metaplant Application Center (RMAC) geliefert werden. Hyundai plant zudem eine neue Robotik-Fabrik, die tausende Roboter pro Jahr produzieren kann.
Boston Dynamics verspricht, dass die meisten Kunden innerhalb von zwei Jahren eine Rendite erzielen. CEO Robert Playter erwartet, dass Roboter schwere, repetitive Arbeit übernehmen. Bis Roboter tatsächlich menschliche Arbeiter ablösen, könne es noch Jahre dauern. Und selbst wenn dies geschehe, benötige es weiter Menschen für Management und Wartung der Roboter.
Lernen per VR-Brille und Simulation
Statt manueller Programmierung lernt Atlas durch maschinelles Lernen. Mitarbeiter steuern den Roboter per VR-Brille durch Aufgaben oder tragen Motion-Capture-Anzüge, deren Bewegungsdaten Atlas übernimmt. Zudem trainieren tausende digitale Atlas-Kopien in Simulationen gleichzeitig, bis die beste Lösung gefunden ist. Boston Dynamics kooperiert bei Forschung und Entwicklung unter anderem mit Google Deepmind und dem Toyota Research Institute.
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