ChatGPT zeigt künftig Produkte mit Bildern, Preisen und Vergleichstabellen an
Kurz & Knapp
- OpenAI baut ChatGPT zu einer Shopping-Plattform aus: Nutzer können künftig Produkte mit Bildern, Preisen und Bewertungen direkt im Chat vergleichen, eigene Fotos hochladen, um ähnliche Artikel zu finden, und Ergebnisse im Gespräch verfeinern.
- Das Update wird diese Woche für alle Tarife ausgerollt, einschließlich der kostenlosen Version.
- Die technische Basis bildet das Agentic Commerce Protocol (ACP), über das Händler ihre Kataloge einspeisen. Shopify-Händler sind automatisch angebunden.
ChatGPT zeigt künftig Produkte mit Bildern, Preisen und Vergleichstabellen direkt im Chat an. Gleichzeitig verabschiedet sich OpenAI vom eigenen Bezahlsystem und überlässt den Checkout den Händlern.
OpenAI erweitert ChatGPT um visuelle Shopping-Funktionen. Nutzer können künftig Produkte in Bildkacheln durchstöbern, eigene Fotos hochladen, um ähnliche Artikel zu finden, und Ergebnisse im Gespräch verfeinern. Produkte werden mit Preisen, Bewertungen und Kernmerkmalen in Vergleichstabellen nebeneinander dargestellt.
Das Update wird laut OpenAI in dieser Woche für alle ChatGPT-Nutzer ausgerollt, einschließlich der kostenlosen Version sowie der Tarife Go, Plus und Pro.
Vom Textvorschlag zum Produktkatalog
OpenAI nennt ein Beispiel: Wer zuvor ein Foto eines Hemdes hochlud und nach ähnlichen Produkten fragte, erhielt eine Textantwort mit generischen Stilempfehlungen und Markennamen. Jetzt liefert ChatGPT konkrete Produkte mit Bildern, Preisen und einer tabellarischen Gegenüberstellung von Stoff, Passform und Preiskategorie.

Die technische Grundlage bildet das sogenannte Agentic Commerce Protocol (ACP), das OpenAI nun auf die Produktentdeckung ausweitet. Über ACP speisen Händler ihre Produktkataloge und Aktionen ein. Unterstützt werden mehrere Integrationswege, darunter Drittanbieter wie Salesforce und Stripe.
Laut OpenAI haben Target, Sephora, Nordstrom, Lowe's, Best Buy, The Home Depot und Wayfair ihre Kataloge bereits über ACP integriert. Shopify-Händler sind automatisch über den sogenannten Shopify Catalog angebunden. Langfristig soll ACP auch Personalisierung, lokale Verfügbarkeit und Lieferzeitangaben ermöglichen.
Als Beispiel für eine tiefere Integration führt Walmart eine eigene In-ChatGPT-App ein, die Nutzer von der Produktentdeckung in eine Walmart-Umgebung mit Kontoverknüpfung, Treueprogrammen und eigenen Zahlungsmethoden überführt. Die Funktion ist zunächst im Webbrowser verfügbar, iOS und Android sollen folgen.
Kein direktes Bezahlen in ChatGPT: Gut für Händler, Niederlage für OpenAI
OpenAI bestätigt in der Ankündigung frühere Berichte: Die erste Version des eigenen Instant-Checkout-Systems bot nicht die nötige Flexibilität. OpenAI musste Händler teilweise händisch anschließen. Jetzt sollen sie ihre eigenen Checkout-Prozesse nutzen, während sich OpenAI auf die Produktentdeckung konzentriert. Schon im Winter startete OpenAI einen Recherche-Agenten für Produkte.
Statt selbst zum Zahlungsabwickler zu werden, positioniert sich OpenAI als vorgelagerte Entdeckungsschicht, die Nutzer zu den bestehenden Shops der Händler weiterleitet. Für OpenAI bedeutet das weniger Kontrolle über den E-Commerce-Prozess und damit potenziell weniger Umsatzbeteiligung.
Offen bleibt, nach welchen Kriterien ChatGPT bestimmte Produkte empfiehlt und ob integrierte Händler gegenüber nicht angebundenen Anbietern systematisch bevorzugt werden. OpenAI betonte in der Vergangenheit, dass Empfehlungen nicht durch kommerzielle Interessen gelenkt werden sollen. Die Zeit wird's zeigen.
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