China will Nvidias H200-Chips angeblich nur noch in nicht definierten Ausnahmefällen zulassen
Kurz & Knapp
- Die chinesische Regierung hat heimische Technologieunternehmen angewiesen, den Kauf von Nvidias H200-KI-Chips vorübergehend zu stoppen.
- Peking steht vor einem Dilemma: Für das Training großer KI-Modelle sind Nvidias Chips unverzichtbar, gleichzeitig will die Regierung die technologische Unabhängigkeit fördern.
- Eine mögliche Lösung ist eine Quote, bei der Käufer von H200-Chips auch einen bestimmten Anteil heimischer KI-Chips erwerben müssten.
Update vom 13. Januar 2026:
H200-Chips angeblich nur für Sonderfälle
Die chinesische Regierung hat ihre Position gegenüber Nvidias H200-Chips offenbar verschärft. Laut The Information teilten Beamte diese Woche einigen Tech-Unternehmen mit, dass H200-Käufe nur noch unter besonderen Umständen genehmigt werden, etwa für Forschungslabore von Universitäten. Einige chinesische Serverhersteller haben angeblich bereits nicht erstattbare Bestellungen aufgegeben. Nvidia widerspricht diesem Gerücht: Die Firma würde kein Geld für nicht ausgelieferte Bestellungen nehmen.
Die Direktive ist allerdings bewusst vage formuliert: Unternehmen sollten die Chips nur kaufen, wenn es "notwendig" sei. Was das bedeutet, ließen die Beamten offen. Das lässt Spielraum für eine Lockerung. Letztlich wird Peking die Fortschritte bei KI-Modellen beobachten müssen und entsprechend reagieren. Hardware-Unabhängigkeit bringt China wenig, wenn es bei der Software weit zurückfällt.
Insgesamt scheint sich die Regierung jedoch entschieden zu haben: Der Schutz der heimischen Chipindustrie wiegt schwerer als der Zugang zu fortschrittlichen US-Prozessoren für heimische KI-Entwickler. Noch vergangene Woche hatte Peking lediglich einen vorübergehenden Kaufstopp verhängt und ein Quotensystem erwogen, bei dem Nvidia-Käufer auch heimische Chips hätten erwerben müssen.
Update, 8. Januar 2026:
Chinesische Unternehmen warten auf Regierungsfreigabe
Laut Bloomberg könnte China die H200-Importe noch in diesem Quartal genehmigen. Peking will heimischen Unternehmen den Kauf der Chips für kommerzielle Zwecke erlauben. Militär, Regierungsbehörden, kritische Infrastruktur und Staatsunternehmen bleiben aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.
Die Tech-Riesen Alibaba und ByteDance sollen bereitstehen, jeweils mehr als 200 000 Chips zu bestellen, sobald die Freigabe erfolgt. Der H200 ist eine Generation älter als Nvidias neueste Blackwell-KI-GPUs, aber deutlich leistungsfähiger als der für China entwickelte H20 und heimische Alternativen.
Ursprünglicher Artikel vom 7. Januar 2026:
Trotz Trump-Erlaubnis: China bremst Import von Nvidias Hochleistungschips für KI-Entwicklung aus
Die chinesische Regierung hat angeblich heimische Technologieunternehmen angewiesen, den Kauf von Nvidias H200-KI-Chips vorübergehend zu stoppen.
Peking prüft derzeit, unter welchen Bedingungen der Import dieser Hochleistungschips gestattet wird, um die eigene Halbleiterindustrie nicht zu gefährden, berichtet The Information. Vor rund einem Monat hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Nvidia den Verkauf der H200-Chips nach China zu erlauben, eine Lockerung der Restriktionen der Biden-Ära.
Nvidia soll bereits eine hohe Nachfrage aus China haben, die Rede ist von mehr als zwei Millionen H200-Chips für 2026. Peking will jetzt verhindern, dass lokale Firmen voreilig Lagerbestände aufbauen. Regierungsvertreter erwägen laut Insidern eine Quote: Wer Nvidias H200 kauft, müsste demnach auch einen bestimmten Anteil heimischer KI-Chips erwerben.
Chinesische Regierung zwischen KI-Fortschritt und Unabhängigkeit
Peking steht vor einem Dilemma: Die High-End-KI-Entwicklung erfordert Nvidias Chips, gleichzeitig will die Regierung die technologische Unabhängigkeit fördern. Beamte sehen den Zugang zu amerikanischen Chips als vorübergehende Lösung, während heimische Hersteller aufholen.
Chinesische Firmen wie Huawei können zwar Chips für die Inferenz herstellen – also wenn KI-Modelle Antworten erzeugen –, doch für das Training großer Modelle fehlt ihnen die nötige Technologie. Deswegen ist der H200-Chip weiter wichtig für die chinesische KI-Entwicklung. Selbst das chinesische Wunder-Start-up für KI-Effizienz Deepseek soll massiv Nvidia-Chips geschmuggelt haben.
Peking fordert heimische Ausrüstung und prüft Meta-Deal
Laut Reuters müssen Chiphersteller bei Fabrikbauten bereits jetzt nachweisen, dass mindestens die Hälfte ihrer Ausrüstung von chinesischen Herstellern stammt. Langfristig strebt Peking 100 Prozent an. Die Vorgabe zeigt Wirkung: Chinas größter Chip-Ausrüster Naura Technology steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2025 um 30 Prozent.
Parallel prüft China auch den Kauf des KI-Agenten-Start-ups Manus durch Meta. Die Sorge ist, dass Meta durch den Deal Experten-KI-Wissen aus China abzieht. Manus hatte im Sommer kurzfristig den Firmensitz von China nach Singapur verlegt, um US-Investments zu ermöglichen.
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