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Die Corona-Pandemie nimmt ihren Lauf. Künstliche Intelligenz soll helfen, schneller wirksame Gegenmittel zu entwickeln.

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Weltweit versuchen Regierungen, die Corona-Pandemie mit Eingriffen in das öffentliche Leben zu verlangsamen. Eine langsamere Ausbreitung des Virus soll eine extreme Überlastung des Gesundheitssystems verhindern, während Forscher versuchen, den Virus zu verstehen, effektive Therapien zu entdecken und langfristig einen Impfstoff zu entwickeln.

Täglich werden neue wissenschaftliche Arbeiten zum Coronavirus veröffentlicht. Die meisten davon erscheinen auf Wissenschafts-Plattformen wie Biorxiv.org oder Arxiv.org, abseits etablierter Wissenschaftsjournale. Für diese prüfen Experten jedes Paper aufwendig im sogenannten Peer-Review-Verfahren – zwischen Einreichung und Veröffentlichung einer Arbeit kann schnell ein halbes Jahr vergehen. Die auf den Online-Plattformen hochgeladenen Paper sind dagegen sofort und für jeden kostenlos lesbar, allerdings nicht unabhängig geprüft.

Digitale Beschleunigung - der Mensch kommt nicht mehr hinterher

Die durch diese Wissenschafts-Plattformen ermöglichte schnelle Verfügbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Coronavirus hat etwa zur schnelleren Entwicklung von Testverfahren geführt.

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Überhaupt ist der Kampf gegen das Coronavirus bestimmt von der Digitalisierung des Wissensaustauschs: Schon kurz nach dem Ausbruch des Virus gründeten amerikanische Forscher auf der Online-Plattform Slack den "Wu-han Clan"-Kanal, in dem sich nach kurzer Zeit fast 70 Virologen aus den USA, Brasilien, Australien und Europa über den Virus austauschten.

Doch der rasante Anstieg des verfügbaren Wissens hat einen Nachteil: Niemand kommt mehr hinterher mit dem Lesen. Mittlerweile gibt es tausende Veröffentlichungen zu COVID-19.

Künstliche Intelligenz soll die wissenschaftlichen Veröffentlichungen lesen

Die amerikanische Regierung kündigt nun ein Forschungsprojekt an, das Wissenschaftler mit Künstlicher Intelligenz unterstützen soll. Ziel des Projekts ist die Entwicklung neuer KI-Algorithmen, die die große Menge an Papern verarbeiten und Fragen von Experten aus Medizin und dem Gesundheitswesen beantworten können.

Zu diesem Zweck haben Microsoft Research, Google, die National Libary of Medicine und das Allen Institute for AI (AI2) mehr als 29.000 Paper zu Coronaviren gesammelt und zur Verarbeitung durch Computer vorbereitet.

Im Rahmen des Projekts stellt Kaggle Interessierten zehn Aufgaben. Beispielsweise sollen KI-Forscher Risikofaktoren und Übertragungswege des Coronavirus herausfinden. Kaggle ist die größte Plattform für KI-Wettbewerbe und wurde 2010 von Google gegründet.

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"Wir stellen diesen Datensatz unserer Community von 4,3 Millionen Datenwissenschaftlern zur Verfügung, in der Hoffnung, dass die weltweite KI-Gemeinschaft dabei helfen kann, Antworten auf eine Reihe von Schlüsselfragen zu COVID-19 zu finden", sagt Anthony Goldbloom, Mitbegründer und CEO von Kaggle.

Auch in anderen Wissenschaftsbereichen besteht die Chance auf beschleunigten Fortschritt durch Künstliche Intelligenz. Letztes Jahr zeigte eine Forschergruppe, dass selbst eine simple KI-Anwendung vielversprechende Stoffe für die Thermoelektrik identifizieren kann. In Kaggles Wettbewerb könnte KI ebenfalls bisher unbekannte Verbindungen aufdecken und so zur effektiven Bekämpfung der Pandemie beitragen – und helfen, die nächste frühzeitig zu verhindern.

Quelle: Reuters

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Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
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