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Das Web als KI-Datenbank: Googles WebMCP soll Webseiten "Agent-ready" machen

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NBPro prompted by THE DECODER

Google macht den nächsten Schritt zum WWW als Agenten-Datenbank: WebMCP ist eine neue Schnittstelle, die Websites eine standardisierte Kommunikation mit KI-Agenten ermöglichen soll.

WebMCP ist Googles Variante des Model Context Protocol (MCP) speziell für das Web. Es überträgt die MCP-Idee auf Websites, sodass KI-Agenten im Browser strukturiert mit Webseiten interagieren können, statt sich wie bisher mühsam durch den Seitencode zu klicken.

Laut Google-Entwickler André Cipriani Bandarra definiert WebMCP strukturierte Werkzeuge, mit denen KI-Agenten gezielt Aktionen auf Websites ausführen können, etwa Flüge buchen, Support-Tickets erstellen oder Produkte suchen.

WebMCP besteht aus zwei Teilen: einer deklarativen API für einfache Aktionen über HTML-Formulare und einer imperativen API für komplexere Abläufe mit JavaScript. Damit sollen Agenten schneller und zuverlässiger arbeiten als durch direktes Navigieren im Seitencode. Ziel sei es, dass Webseiten "Agent-ready" sind.

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WebMCP steht derzeit als frühe Vorschau für Entwickler über Googles Early-Preview-Programm bereit. Google könnte WebMCP künftig in Chrome und seine KI-Dienste wie Gemini integrieren, um Browser-Agenten direkt mit Websites interagieren zu lassen, etwa für automatisierte Einkäufe oder Reisebuchungen.

Beim Thema Sicherheit sieht Bandarra die Verantwortung nicht bei der Schnittstelle selbst: Der Schutz vor sogenannten Prompt-Injection-Angriffen – also der Manipulation von KI-Agenten durch eingeschleuste Anweisungen – liege beim jeweiligen Agenten, nicht bei der API. Viel Glück damit.

Die Zukunft des Webs mit KI-Agenten

Google ist nicht das einzige Unternehmen, das das Web für KI-Agenten umbauen will. Microsoft hat mit NLWeb schon Mitte 2025 ein Open-Source-Projekt vorgestellt, das Webseiten mit einer natürlichen Sprachschnittstelle ausstattet. Jede NLWeb-Instanz kann dabei als MCP-Server agieren und Website-Inhalte für andere Agenten im MCP-Ökosystem zugänglich machen. Microsoft sieht NLWeb als möglichen Standard für das "agentische Web", vergleichbar mit HTML für das klassische Web.

Für manche Webseitenbetreiber birgt die Entwicklung ein Problem: Wenn KI-Agenten Aufgaben wie Produktsuche, Preisvergleiche, Rezeption von Inhalten oder Buchungen eigenständig erledigen, sinkt die Notwendigkeit, dass Menschen die Website selbst besuchen. Damit verlieren Betreiber potenziell Werbeeinnahmen, direkten Kundenkontakt und die Möglichkeit, Nutzer durch eigene Angebote zu überzeugen. Das Web wird so zunehmend zur Infrastruktur im Hintergrund.

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Quelle: Google