EU-Institutionen verbieten laut Bericht KI-generierte Bilder und Videos in offizieller Kommunikation
Kurz & Knapp
- Politico berichtet, dass die EU-Kommission, das Parlament und der Rat ihren Kommunikationsteams den Einsatz vollständig KI-generierter Videos und Bilder untersagt haben. KI darf nur zur Optimierung bestehenden Bildmaterials genutzt werden.
- Während die EU auf "Authentizität" setzt, nutzen Politiker wie Donald Trump und Ungarns Regierungschef KI-generierte Inhalte in ihrer Kommunikation.
- Experten kritisieren das Verbot als verpasste Chance: Die EU könnte unter ihrem eigenen AI Act zeigen, wie transparenter Einsatz von gekennzeichneten KI-Inhalten funktioniert.
Politico berichtet, dass Kommission, Parlament und Rat ihren Presseteams den Einsatz vollständig KI-generierter Inhalte untersagen. Experten sehen darin eine verpasste Chance.
Die drei großen EU-Institutionen haben ihren Mitarbeitenden untersagt, in der offiziellen Kommunikation vollständig KI-generierte Videos und Bilder zu verwenden. Das berichtet Politico unter Berufung auf Stellungnahmen von Kommission, Parlament und Rat.
Kommissionssprecher Thomas Regnier erklärte gegenüber Politico, "Authentizität" habe Priorität, um das "Vertrauen der Bürger zu fördern". KI dürfe lediglich zur Optimierung von Bildmaterial eingesetzt werden, etwa zur Verbesserung der Bildqualität. Das Europäische Parlament verfüge über Leitlinien, die "Wachsamkeit gegenüber inhärenten Risiken" generativer KI-Tools betonen.
Der Kurs steht in deutlichem Gegensatz zur Praxis in den USA: Laut dem Poynter Institute hat Donald Trump seit seinem Amtsantritt in 36 Posts auf Truth Social KI-generierte Inhalte verwendet, darunter ein Bild von sich als Papst und ein KI-Video über den Gazastreifen. Auch innerhalb der EU greifen Regierungen zur Technologie: Bundeskanzler Friedrich Merz postete ein KI-generiertes Tanzvideo von sich auf Instagram, um über KI-Risiken aufzuklären. Ungarns Ministerpräsident nutzt Deepfake-Videos, um Brüssel anzugreifen.
Experten sehen verpasste Führungschance
Mehrere Fachleute kritisierten gegenüber Politico das pauschale Verbot. "Verantwortungsvolle Nutzung schlägt Abstinenz", sagte Walter Pasquarelli, OECD-Berater und Forscher an der Universität Cambridge. Die EU verpasse eine Gelegenheit zu zeigen, "wie verantwortungsvoller, transparenter Einsatz von KI in der politischen Kommunikation tatsächlich aussieht".
Alexandru Voica vom britischen Videogenerator-Unternehmen Synthesia betonte, Reaktionsgeschwindigkeit werde in geopolitischen Krisen immer wichtiger. Er wies auch auf die verpasste Führungschance hin: Unter dem eigenen EU AI Act müssen KI-generierte Inhalte mit Wasserzeichen und Kennzeichnung versehen werden. Durch einen transparenten Einsatz könnte die EU der Öffentlichkeit laut den Experten vorführen, wie solche gekennzeichneten synthetischen Inhalte aussehen.
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