KI-Videogenerator Seedance 2.0: Hollywoods Branchenverband schickt erstmals Unterlassungsschreiben an Bytedance
Update –
- Schreiben der Motion Picture Association ergänzt
Update vom 22. Februar 2026:
Bytedances Versprechungen (siehe unten) scheinen Hollywood nicht zu reichen: Die Motion Picture Association hat der Firma ein Cease-and-Desist-Schreiben wegen Seedance 2.0 geschickt. Der Verband spricht von "systemischer Rechtsverletzung" und argumentiert, dass Urheberrechtsverstöße kein Fehler, sondern ein Feature des KI-Videogenerators seien.
Die MPA weist die Darstellung zurück, es handle sich um ein von Nutzern verursachtes Problem. Es handele sich um ein strukturelles Merkmal der Technologie. Bytedance selbst habe sein Modell ohne Zustimmung auf den Werken der Studios trainiert, den Dienst ohne Schutzmaßnahmen veröffentlicht und damit "durch eigenes Handeln Inhalte reproduziert und verbreitet, die offenkundig die Urheberrechte der MPA-Mitgliedsstudios verletzen".
Das Schreiben versteht sich laut MPA als "kollektive Antwort der Branche". Zuvor hatten bereits Netflix, Warner Bros., Disney, Paramount und Sony eigene Unterlassungsschreiben an Bytedance geschickt. Warner Bros. beschrieb Bytedances Vorgehen dabei als bekanntes Muster generativer KI-Unternehmen: Zuerst werde Urheberrecht für Marketingzwecke verletzt, dann würden Schutzmaßnahmen nachgeschoben, sobald rechtlicher Druck entstehe.
Laufende Untersuchungen würden weiterhin Beispiele zutage fördern, in denen Seedance eindeutig die Rechte der Mitgliedsstudios verletze. Gerüchteweise führen die Copyright-Einwände zu einer API-Verschiebung von Seedance 2.0, das offiziell am 24. Februar hätte erscheinen sollen.
Ursprünglicher Artikel vom 16. Februar 2026:
Bytedance schränkt KI-Videotool Seedance nach Drohungen von Disney und Hollywood-Studios ein
Bytedance hat angekündigt, sein KI-Videotool Seedance einzuschränken, nachdem Disney dem Unternehmen mit rechtlichen Schritten gedroht hat. Disney warf Bytedance in einem Unterlassungsschreiben vor, eine "Piratenbibliothek" geschützter Figuren aus Marvel, Star Wars und weiteren Franchises zu nutzen – ein "virtueller Raubzug" geistigen Eigentums, so Disneys Anwälte. Das Unternehmen hat einen bisher exklusiven Deal mit OpenAI.
Seit dem Start von Seedance 2.0 tauchten zahlreiche virale Videos mit geschützten Figuren auf. Auch Paramount Skydance schickte ein Unterlassungsschreiben. Die Motion Picture Association und die Schauspielgewerkschaft Sag-Aftra forderten ebenfalls ein sofortiges Ende der Verstöße. Japan leitete zudem eine Untersuchung wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen bei Anime-Figuren ein.
Bytedance erklärte gegenüber der BBC, man respektiere geistiges Eigentum und arbeite an stärkeren Schutzmaßnahmen, nannte aber keine Details.
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