MCP Apps: Offener KI-Daten-Standard MCP erhält interaktive Oberflächen in KI-Chats
Kurz & Knapp
- Das Model Context Protocol (MCP) erhält mit "MCP Apps" eine offizielle Erweiterung, die es KI-Tools ermöglicht, interaktive Oberflächen direkt in Chats einzubetten.
- Statt bei komplexen Daten wie Datenbankabfragen mit Hunderten von Zeilen jeden Interaktionsschritt per Prompt anzufragen, können Nutzer nun selbst sortieren, filtern und Details ansehen.
- Claude, Goose und Visual Studio Code Insiders unterstützen MCP Apps bereits, ChatGPT soll diese Woche folgen.
Das Model Context Protocol erhält mit "MCP Apps" seine erste offizielle Erweiterung. KI-Tools können nun interaktive Oberflächen direkt in Konversationen einbetten.
Laut der Ankündigung der MCP Core Maintainers sind "MCP Apps" ab sofort als offizielle Erweiterung via Github verfügbar. Tools können künftig interaktive UI-Komponenten zurückgeben, die direkt in der Konversation gerendert werden: Dashboards, Formulare, Visualisierungen und mehrstufige Arbeitsabläufe.
MCP-Apps adressiert dabei ein grundlegendes Problem: Wenn ein Tool etwa Datenbankabfragen mit Hunderten Zeilen zurückgibt, kann das Modell zwar zusammenfassen, doch Nutzer wollen Inhalte häufig selbst explorieren. Mit reinen Textantworten erfordert jede Interaktion einen neuen Prompt.
Die Erweiterung soll diese Lücke schließen. Das Modell bleibt im Loop und sieht, was der Nutzer tut, während die UI übernimmt, was Text allein nicht leisten kann: Live-Updates, native Medien-Viewer, persistente Zustände und direkte Manipulation der Inhalte über eine grafische Oberfläche.
Konkrete Anwendungsfälle umfassen laut der Dokumentation Konfigurationsassistenten, Dokumentenprüfung mit markierten PDF-Abschnitten sowie Echtzeit-Monitoring von Server-Metriken. Das ext-apps Repository enthält das SDK und funktionierende Beispiele für 3D-Visualisierung, interaktive Karten, Dokumentenanzeige und Musiknotation.
Breite Unterstützung von Anfang an
Die Erweiterung basiert auf den Grundlagen von MCP-UI und dem OpenAI-Apps-SDK. MCP-Apps sei der offene Standard, der auf MCP-Primitiven aufbaue, so eine Anthropic-Sprecherin gegenüber THE DECODER.
Damit kann ein MCP-Tool-Entwickler erstmals eine interaktive Erfahrung ausliefern, die über mehrere weitverbreitete Clients funktioniert, ohne clientspezifischen Code schreiben zu müssen. JetBrains, AWS und Google Deepmind haben ebenfalls Interesse bekundet, die Erweiterung in ihre Produkte zu integrieren.
Claude unterstützt die Erweiterung bereits im Web und auf dem Desktop, ebenso Goose und Visual Studio Code Insiders. ChatGPT soll diese Woche folgen.
Alle UI-Inhalte laufen in sandboxed iframes mit eingeschränkten Berechtigungen. Hosts können HTML-Inhalte vor dem Rendern prüfen, die Kommunikation zwischen UI und Host läuft über protokollierbare JSON-RPC-Nachrichten, und für UI-initiierte Tool-Aufrufe kann eine explizite Nutzerzustimmung erforderlich sein. Nutzer sollten MCP-Server dennoch gründlich prüfen, bevor sie diese verbinden, heißt es in der Ankündigung.
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