Microsoft hat weltweit mehrere Rechenzentrumsprojekte gestoppt oder verzögert. Diese Entscheidung wirft Fragen über die tatsächliche Nachfrage nach KI-Dienstleistungen auf.
Laut einem Bericht von Bloomberg zieht sich Microsoft von mehreren geplanten Rechenzentrum-Projekten zurück oder verzögert diese. Betroffen sind Standorte in Indonesien, Großbritannien, Australien sowie in den US-Bundesstaaten Illinois, North Dakota und Wisconsin.
Bloomberg beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Microsoft bestätigt Änderungen an den Rechenzentrumsplänen, ohne jedoch auf einzelne Projekte einzugehen.
Microsofts Rückzug könnte mit der geringen Nutzung von KI-Diensten oder der schlechten Verfügbarkeit von Strom und Grafikkarten zusammenhängen.
Allerdings hat Microsoft-CEO Nadella kürzlich erklärt, dass er aufgrund des derzeitigen Wettlaufs um Energie und Rechenleistung in den kommenden Jahren ein Überangebot an Rechenkapazität erwartet. Das deutet eher darauf hin, dass Nadella von einem deutlichen Abflauen des KI-Hypes spricht.
"Ich bin begeistert, dass ich 2027 und 2028 viel Kapazität anmieten werde [...] Das Einzige, was bei all den Rechenzentren passieren wird, ist, dass die Preise sinken werden", sagte Nadella.
Microsoft plant weiterhin, im laufenden Geschäftsjahr bis Juni etwa 80 Milliarden Dollar in Rechenzentren zu investieren. Für das folgende Jahr kündigt das Unternehmen laut Bloomberg jedoch eine Verlangsamung der Investitionen an.
OpenAI investiert weiter
Bis heute konnte Microsoft nicht nachweisen, dass neben dem wachsenden Cloud-Geschäft die eigentlichen KI-Produkte wie Copilot einen signifikanten Ertrag bringen. OpenAI verdient Milliarden, verliert aber noch mehr.
Die Abkühlung der Beziehungen zwischen Microsoft und OpenAI deutet auch darauf hin, dass Microsoft insgesamt eine vorsichtigere Haltung gegenüber KI einnimmt. OpenAI hat sich Partner wie Oracle und Softbank gesucht, um die Rechenleistung zu erhöhen, und soll derzeit an der Kapazitätsgrenze arbeiten.
Die Entscheidung von Microsoft könnte auch mit neuen technologischen Fortschritten zusammenhängen. Das chinesische Start-up Deepseek hat im Januar gezeigt, dass konkurrenzfähige KI-Dienste mit weniger Ressourcen möglich sind als bisher angenommen. Dazu passt auch Nadellas jüngste Aussage, dass KI-Modelle zu austauschbaren Massenprodukten werden.