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Bewusstsein, Kognition und Künstliche Intelligenz | DEEP MINDS #10

Googles neue Übersetzungs-KI kann in Echtzeit eure Worte in eine fremde Sprache übersetzen – und zwar mit eurer Stimme. Nur ins Ohr stecken kann man sie noch nicht.

Google bietet mit Google Translate einen Übersetzungsservice an, der Sprache entgegennimmt und übersetzt ausgibt. Die Software muss dafür zuerst Sprache in Text verwandeln, diesen dann in die gewünschte Sprache übersetzen und abschließend den übersetzten Text wieder in Sprache verwandeln.

Googles neue KI „Translatotron“ funktioniert direkt: Die KI übersetzt Sprache in Sprache und überspringt so den Umweg über die Text-Umwandlung. Laut Google führt das zu einer schnelleren und besseren Übersetzung.

Verzicht auf Text ein Vorteil

Die Umwandlung in Text führe häufig zu Kompositionsfehlern, schreibt Google. Das sind Fehler, in denen eine KI zusammengesetzte Wörter falsch als Einzelwörter erkennt, also etwa „Presse“ und „Konferenz“ statt „Pressekonferenz“. Gerade im Deutschen existieren viele solcher Zusammensetzungen, wie „Bundesausbildungsförderungsgesetz“ oder „Finanzdienstleistungsunternehmen“.

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Die neue Translate-KI soll außerdem besser erkennen, welche Wörter nicht übersetzt werden müssen. Dazu zählen etwa Namen von Personen oder Eigennamen von Unternehmen.

Bereits jetzt übersetzt die KI auf dem Niveau bekannter Services wie Google Translate oder DeepL. Sie hat aber noch ein zusätzliches Ass im Ärmel: Durch die direkte Sprache-zu-Sprache-Übersetzung übernimmt sie auch die Charakteristika der eigenen Stimme. Anstatt einer blechernen Roboterstimme erklingt die fremde Sprache, die ihr nicht sprechen könnt, also in eurer individuellen Stimmfarbe.

In diesem Beispiel übersetzt Translatotron Spanisch.

Das Original:

Die Übersetzung von Google Translate:

Empfehlung

Die Übersetzung von Google Translatotron:

Die Übersetzung von Google Translatotron mit angepasster Stimme:

Stimme klonen fast schon ein alter Hut

Dass KI anhand von Audiobeispielen eine Stimme klonen kann, ist nicht neu: Ähnliche Technologie wurde bereits vor zwei Jahren von Adobe vorgestellt und auch der chinesische Software-Riese Baidu zeigte Anfang letzten Jahres eine Stimmklon-KI. Amazon trainiert Alexa mit stereotypen Stimmprofilen wie der einer Nachrichtensprecherin – entsprechend verändert sich die Intonation der digitalen Assistentin.

Doch Googles Translatotron ist die erste KI-Stimmimitation, die noch dazu parallel übersetzt. Und für Google ist das erst der Anfang: Die Forschung soll als Grundlage für zukünftige Übersetzer-KIs dienen. Hat hier jemand Babelfisch gesagt?

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Quelle: Google

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Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
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