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OpenAI gibt Video-App Sora samt API auf, Disney steigt aus Milliarden-Deal aus

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Nano Banana Pro prompted by THE DECODER / OpenAI

Kurz & Knapp

  • OpenAI stellt seine KI-Video-App Sora samt API ein. Das Sora-Team bedankte sich bei der Community und kündigte weitere Details zu Zeitplänen und zur Sicherung erstellter Arbeiten an.
  • Disney zieht sich als direkte Folge aus der erst im Dezember geschlossenen Partnerschaft mit OpenAI zurück. Der Deal sah eine Investition von einer Milliarde Dollar sowie die Lizenzierung von Disney-Charakteren für Sora vor.
  • Hinter der Einstellung dürften mehrere Faktoren stehen: Die App war nach einem viralen Start in den Charts abgestürzt, chinesische Konkurrenten bieten überlegene Videomodelle zu günstigeren Preisen, OpenAI geriet früh wegen Urheberrechtsverletzungen unter Druck und benötigt Fokus auf das B2B-Geschäft.

Update –

  • Laut einem internen Memo kommt Sora auch nicht in ChatGPT.
  • Grund dafür ist, dass die Rechenressourcen bei OpenAIs Kernthemen dringender benötigt werden.
  • Das Sora-Forschungsteam soll sich auf Langzeitforschung über Weltmodelle fokussieren.

OpenAI stellt seine Sora-App samt API ein. Disney zieht sich daraufhin aus der erst im Dezember geschlossenen Partnerschaft zurück.

OpenAI hat angekündigt, seine KI-Video-App Sora einzustellen. "Wir verabschieden uns von der Sora-App. An alle, die mit Sora kreiert, es geteilt und eine Community darum aufgebaut haben: Danke", schreibt das Sora-Team. Man werde in Kürze weitere Details mitteilen, darunter Zeitpläne für die App und die API sowie Informationen zur Sicherung erstellter Arbeiten.

Wie sich das auf OpenAIs Video-KI-Pläne insgesamt auswirkt, ist bisher nicht klar. OpenAI veröffentlichte zunächst einen Post, in dem es sich von "Sora" insgesamt verabschiedete, präzisierte die Formulierung dann aber auf "Sora-App". Das Videomodell Sora ist also wohl nicht komplett beerdigt.

Zuerst war die Rede von "Sora" ...
... dann folgte die Anpassung auf "Sora App". | Bild: Screenshot THE DECODER

Zuletzt gab es Gerüchte, dass Sora als Videofunktion in ChatGPT integriert werden soll, als Teil einer geplanten "Super-App". Laut dem Hollywood Reporter sei das auch weiterhin der Plan; The Information hingegen berichtet, der Plan sei auf Eis gelegt.

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Disney beendet Milliarden-Partnerschaft mit OpenAI

Als direkte Folge der Sora-Einstellung zieht sich Disney aus dem erst im Dezember geschlossenen Deal mit OpenAI zurück. Laut Hollywood Reporter hatte Disney zugesagt, eine Milliarde Dollar in OpenAI zu investieren und einige seiner Charaktere für die Nutzung in Sora zu lizenzieren. Das erklärte Ziel war die Integration der Technologie in Disney+.

"Da sich das junge KI-Feld rasant weiterentwickelt, respektieren wir OpenAIs Entscheidung, das Video-Generierungsgeschäft zu verlassen und seine Prioritäten anderweitig zu setzen", teilte ein Disney-Sprecher laut Hollywood Reporter mit.

Man schätze die konstruktive Zusammenarbeit und wolle weiterhin mit KI-Plattformen zusammenarbeiten, um "neue Wege zu finden, Fans dort zu erreichen, wo sie sind, und dabei verantwortungsvoll neue Technologien zu nutzen, die geistiges Eigentum und die Rechte von Kreativen respektieren."

Soras turbulente Geschichte endet als Fußnote

Die Sora-App war erst im Herbst 2025 gestartet und hatte Hollywood sofort aufgeschreckt. Die Plattform ermöglichte die freie Nutzung etablierten geistigen Eigentums und bekannter Schauspieler, was das Unternehmen innerhalb weniger Tage zum Zurückrudern zwang. Studios und Talente erhielten daraufhin mehr Kontrolle über ihre Rechte und Abbilder auf der Plattform.

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Dass OpenAI Sora nun einstellt, dürfte mehrere Gründe haben. Die App stürzte in den App-Charts nach einem viralen Launch komplett ab. Schon beim Launch sagte OpenAI-CEO Sam Altman, dass man die App einstellen würde, sollte sie Nutzer nicht zufriedenstellen. Die Erfolglosigkeit der App dürfte ausschlaggebend gewesen sein. OpenAI würde sie nicht einstellen, würde sie schnell wachsen.

Wahrscheinlich spielten aber auch andere Faktoren eine Rolle: ein Strategiewechsel mit Fokus aufs B2B-Geschäft, in dem sich zuletzt Widersacher Anthropic viele Vorteile erarbeiten konnte. Gerade die Videomodelle kosten viele Rechenressourcen, die für Forschung, Entwicklung und bessere Unternehmensangebote benötigt werden könnten.

OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar begründete die Entscheidung gegenüber CNBC mit fehlenden Rechenkapazitäten. "Wir stehen einfach vor einem Mangel an Rechenleistung", sagt Friar. "Wir müssen wirklich schwierige Entscheidungen treffen. Oft halten wir Modelle zurück, veröffentlichen keine Features. Und das hier war ein Beispiel dafür, dass wir priorisieren mussten. Das heißt nicht, dass wir nicht in kreative Bereiche zurückkehren werden. Es ist kein 'Niemals'. Es ist nur ein: 'Wir müssen harte Entscheidungen treffen.'"

Hinzu kommen die rechtliche Komponente, da OpenAI früh wegen Urheberrechtsverletzungen unter Druck geriet, die anspruchsvolle technische Kontrolle sowie der massive Wettbewerb aus China mit Videomodellen, die Sora bereits überlegen waren und das zu günstigeren Preisen. Chinesische Anbieter entziehen sich zudem bis zu einem gewissen Grad westlichen Copyright-Regeln. Auch Google hat mit den Veo-Modellen bei Video stark vorgelegt und ist auch bei Bildmodellen dank Nano Banana vorn. Wahrscheinlich hätte OpenAI hier unverhältnismäßig stark investieren müssen, um im Spiel zu bleiben.

Offen bleibt die Frage, wie es mit der umstrittenen Forschungsthese hinter Sora weitergeht. Bei der Ankündigung des ersten Soramodells im Frühjahr 2024 nannte OpenAI Sora einen Weltensimulator, der für das Training fortschrittlicher KI dienen könne – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer allgemeinen Künstlichen Intelligenz.

Freilich kann OpenAI diese Forschung fortsetzen, ohne sich dabei dem Druck der Kommerzialisierung des Videomells auszusetzen; allerdings zeigt gerade OpenAIs Vergangenheit, dass Forschungstiefe und Produkterfolg in einem direkten Zusammenhang stehen. Laut einem internen Memo, gesehen von The Information, soll sich das Sora-Forschungsteam nun ganz auf Langzeitforschung über Weltmodelle fokussieren mit dem Ziel, "die physische Arbeit zu automatisieren."

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