GPT-5 soll später kommen als zuletzt angekündigt, dafür aber viel besser werden. Die Reasoning-Modelle o3 und o4-mini sollen doch als Standalone-Version erscheinen.
OpenAI ändert seine Strategie für die Veröffentlichung des nächsten großen Sprachmodells GPT-5. CEO Sam Altman kündigte auf X an, dass die Reasoning-Modelle o3 und o4-mini in wenigen Wochen separat erscheinen sollen – entgegen früheren Plänen, sie direkt in GPT-5 zu integrieren. GPT-5 selbst soll nun erst in einigen Monaten folgen.
Altman nennt mehrere Gründe für den Kurswechsel. Die Integration aller Komponenten in ein einziges Modell habe sich als schwieriger erwiesen als erwartet. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass GPT-5 durch die zusätzliche Entwicklungszeit deutlich leistungsfähiger werden könne als ursprünglich angenommen. OpenAI wolle zudem sicherstellen, dass ausreichende Rechenkapazitäten zur Verfügung stehen, um der erwarteten "beispiellosen Nachfrage" gerecht zu werden.
Verbesserte o3-Version vor dem GPT-5-Start
Die eigenständige Veröffentlichung von o3 und o4-mini erfolgt laut Altman auch deshalb, weil sich insbesondere o3 seit der internen Vorschau in vielen Bereichen deutlich verbessert habe. Details zu den Modellen nannte er nicht, zeigte sich aber überzeugt, dass die Nutzer mit den Ergebnissen zufrieden sein werden.
Mit o3 und o4-mini setzt OpenAI auf sogenannte Reasoning-Modelle, die auf komplexe Denkaufgaben spezialisiert sind. Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen betont, dass diese Modelle in bestimmten Anwendungen deutlich besser abschneiden als klassische Sprachmodelle.
Strategiewechsel bei OpenAI
Noch im Februar hatte OpenAI angekündigt, GPT-4.5 als letztes klassisches Sprachmodell zu veröffentlichen. GPT-5 sollte anschließend die bislang getrennten GPT- und o-Modellreihen zusammenführen und künftig alle Werkzeuge wie Sprache, Suche und Deep Research in einer Plattform bündeln. Die Veröffentlichung von o3 als eigenständiges Modell war ursprünglich nicht mehr vorgesehen.
Ziel war eine "vereinheitlichte Intelligenz", die dem Benutzer je nach Aufgabe automatisch das geeignete Werkzeug zur Verfügung stellt. GPT-5 sollte in mehreren Leistungsstufen verfügbar sein, mit kostenlosen, Plus- und Pro-Versionen. Dieser Plan scheint nun aufgrund von Integrationsschwierigkeiten vom Tisch zu sein.
Vor kurzem hatte Altman den strategischen Wert sogenannter "Large Reasoning Models" betont. Das o3-Modell habe laut Altman bereits das Leistungsniveau eines der besten 50 Programmierer weltweit erreicht. Neue Modelle könnten bis Ende des Jahres Platz 1 beim Coding erreichen. Die Integration dieser Modelle in GPT-5 sollte ursprünglich die Stärken spezialisierter Reasoning-Systeme mit der Flexibilität großer Sprachmodelle wie GPT-4.5 verbinden.