OpenAI plant Milliarden-Joint-Venture mit Private-Equity-Firmen für KI-Vertrieb
OpenAI verhandelt laut Reuters mit TPG, Advent International, Bain Capital und Brookfield Asset Management über ein Joint Venture, das OpenAIs Produkte an Unternehmen in den Portfolios der Investoren und darüber hinaus verkaufen soll.
Die Bewertung liegt dem Bericht zufolge bei rund 10 Milliarden Dollar. Die Investoren würden etwa 4 Milliarden Dollar einbringen, Sitze im Vorstand erhalten und Einfluss auf den Einsatz der Technik in ihren Beteiligungen bekommen. TPG soll als größter Geldgeber auftreten. OpenAI bietet dabei bevorzugte Anteile an, also Anteile mit Vorrang bei Erträgen. Laut Reuters erwirtschaftet OpenAIs Geschäft mit Firmenkunden derzeit zehn von insgesamt 25 Milliarden Dollar Jahresumsatz.
Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, bestätigt parallel den Aufbau eines eigenen Deployment-Arms, also eines Teams für die Einführung der Technik in Unternehmen. Sie nennt dazu konkrete Zahlen: Mehr als eine Million Unternehmen nutzen OpenAI-Produkte, Codex kommt auf mehr als zwei Millionen wöchentliche Nutzer, und die API-Nutzung stieg laut Simo in der Woche nach dem Start von GPT-5.4 um 20 Prozent.
Big AI benötigt Hilfe beim KI-Ausbau
Laut Simo übersteigt die Nachfrage nach Frontier, OpenAIs Plattform für KI-Agenten in Unternehmen, derzeit das, was OpenAI bedienen kann. Deshalb will das Unternehmen eigene Ingenieure direkt in Kundenunternehmen einsetzen. Die Vorbereitungen mit Investoren und Partnern laufen laut Simo seit Dezember.
Schon im Februar hatte OpenAI mit Frontier Alliances ein Partnerprogramm mit Beratungen wie McKinsey, Accenture, BCG und Capgemini angekündigt. Das Joint Venture mit Private-Equity-Firmen wäre ein weiterer Weg, diese Produkte in Unternehmen zu bringen. Solche Investoren kontrollieren viele Firmen, können Budgets lenken und KI-Projekte in ihren Beteiligungen schneller anstoßen.
Das spricht dafür, dass der Engpass für OpenAI derzeit weniger beim Zugang zu Modellen liegt als bei deren Einführung in bestehende Firmenabläufe. Dafür braucht es Personal, das Prozesse, Daten und Software vor Ort anpasst.
Auch Anthropic führt ähnliche Gespräche mit Blackstone, Permira und Hellman & Friedman über ein Joint Venture im Wert von rund einer Milliarde Dollar für seine Claude-KI.
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