Pentagon plant offenbar KI-Training auf geheimen Militärdaten
Kurz & Knapp
- Das US-Verteidigungsministerium plant, KI-Firmen wie OpenAI oder xAI das Training ihrer Modelle auf klassifizierten militärischen Daten zu ermöglichen. Bisher durften KI-Modelle geheime Daten nur lesen, nicht daraus lernen.
- Das Training soll in akkreditierten Rechenzentren stattfinden, in denen eine Modellkopie mit klassifizierten Daten zusammengeführt wird. Das Pentagon bliebe Eigentümer der Daten, Personal der KI-Firmen erhielte nur mit Sicherheitsfreigabe Zugang.
- Damit würden erstmals sensible Informationen wie Überwachungsberichte oder Gefechtseinschätzungen direkt in KI-Modelle eingebettet. Vorab will das Pentagon testen, wie gut die Modelle mit nicht-geheimen Daten abschneiden.
Das US-Verteidigungsministerium will laut einem Bericht sichere Umgebungen einrichten, in denen KI-Firmen ihre Modelle mit klassifizierten Daten trainieren. Bisher durften Modelle geheime Daten nur lesen, nicht daraus lernen.
Das Pentagon diskutiert Pläne, generativen KI-Unternehmen das Training militärspezifischer Modellversionen auf klassifizierten Daten zu ermöglichen. Das berichtet MIT Technology Review unter Berufung auf einen US-Verteidigungsbeamten.
Einige KI-Modelle großer Anbieter werden bereits in geheimen Umgebungen eingesetzt, etwa zur Analyse von Zielen im Iran. Allerdings beantworten sie dort lediglich Fragen, ohne aus den klassifizierten Daten zu lernen. Ein tatsächliches Training wäre ein qualitativer Sprung: Sensible Geheimdienstinformationen wie Überwachungsberichte oder Gefechtseinschätzungen würden in die Modelle selbst eingebettet.
Laut MIT Technology Review handelt es sich um den ersten bekannten Hinweis darauf, dass LLM-Hersteller wie OpenAI oder xAI ihre Modelle direkt auf klassifizierten Daten trainieren könnten. Zuvor hatten Verträge lediglich ältere Computer-Vision-Modelle und kommerziell verfügbare Daten betroffen.
Sichere Rechenzentren als Trainingsumgebung
Das Training soll in akkreditierten Rechenzentren stattfinden, in denen eine Kopie eines KI-Modells mit klassifizierten Daten zusammengeführt wird. Das Verteidigungsministerium bliebe Eigentümer der Daten und Personal der KI-Firmen erhielte nur in seltenen Fällen und mit entsprechender Sicherheitsfreigabe Zugang. Bevor klassifizierte Daten zum Einsatz kommen, will das Pentagon laut dem Beamten zunächst testen, wie gut Modelle mit nicht-geheimen Daten wie kommerziellen Satellitenbildern abschneiden.
Das Pentagon treibt den KI-Einsatz seit einem Memo von Verteidigungsminister Pete Hegseth vom Januar voran, das die Streitkräfte zu einer "AI-first warfighting force" machen soll.
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