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SpaceX übernimmt xAI: Elon Musk beschreibt Weltraum-Vision, doch wirtschaftliche Motive dürften überwiegen

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Kurz & Knapp

  • Elon Musk lässt SpaceX sein KI-Unternehmen xAI übernehmen. Der Deal bewertet das fusionierte Unternehmen mit 1,25 Billionen Dollar: eine Billion für SpaceX, 250 Milliarden für xAI.
  • Als Begründung nennt Musk, dass der weltweite Strombedarf für KI nicht mit Rechenzentren auf der Erde gedeckt werden könne. SpaceX plant daher orbitale Rechenzentren, die mit Solarenergie funktionieren sollen.
  • Die wirtschaftlichen Hintergründe dürften mindestens ebenso relevant sein: xAI verbrennt rund eine Milliarde Dollar pro Monat und generiert kaum direkten Umsatz.

Elon Musk fusioniert seine Raumfahrt- und KI-Unternehmen zu einem Giganten mit einer Bewertung von 1,25 Billionen Dollar. Die offizielle Begründung: Nur im Weltraum lasse sich KI ausreichend skalieren. Die wirtschaftlichen Hintergründe dürften jedoch eine mindestens ebenso große Rolle spielen.

SpaceX hat die Übernahme von xAI bekannt gegeben. Laut Berichten von Bloomberg und dem Wall Street Journal bewertet der Deal das fusionierte Unternehmen mit 1,25 Billionen Dollar. Dabei entfallen eine Billion Dollar auf SpaceX und 250 Milliarden Dollar auf xAI.

Die Transaktion ist als Aktientausch strukturiert: Anteile an xAI werden in 0,1433 SpaceX-Aktien umgewandelt. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihre xAI-Anteile an das Unternehmen zurückzuverkaufen, wie aus einer E-Mail hervorgeht, die dem Wall Street Journal vorliegt. Die SpaceX-Aktien werden mit knapp 527 Dollar bewertet. Im Dezember hatte das Unternehmen noch einen Sekundärverkauf mit einem Preis von 421 Dollar pro Aktie angestrebt.

SpaceX plant Bloomberg zufolge weiterhin einen Börsengang im Laufe dieses Jahres. Das IPO könnte bis zu 50 Milliarden Dollar einbringen und wäre damit der größte Börsengang aller Zeiten.

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Orbitale Rechenzentren als offizielle Begründung

Die offizielle Begründung für die Fusion: Der globale Strombedarf für KI könne nicht mit terrestrischen Rechenzentren gedeckt werden, ohne "Gemeinden und Umwelt zu belasten", schreibt Musk. Die Lösung sei weltraumbasierte KI mit Solarenergie.

Musk glaubt, dass weltraumbasierte KI-Berechnung innerhalb von zwei bis drei Jahren die kostengünstigste Methode sein werde. Die Idee von Rechenzentren im All hat auch die Aufmerksamkeit von Jeff Bezos und Sam Altman geweckt, ist jedoch unbewiesen und dürfte erhebliche technische und finanzielle Herausforderungen mit sich bringen.

SpaceX plant den Start einer Konstellation von bis zu einer Million Satelliten, die als orbitale Rechenzentren fungieren sollen. Das Unternehmen hat bereits bei der US-Regulierungsbehörde FCC die entsprechende Genehmigung beantragt.

SpaceX hatte zuvor bereits 2 Milliarden Dollar in xAI investiert. Letzte Woche verpflichtete sich Tesla, den gleichen Betrag in das Unternehmen zu stecken. xAI schloss im Januar eine Finanzierungsrunde über 20 Milliarden Dollar ab bei einer Bewertung von 230 Milliarden US-Dollar.

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xAI verbrennt eine Milliarde Dollar pro Monat

Hinter der kosmischen Rhetorik stecken handfeste wirtschaftliche Überlegungen. Laut Bloomberg verbrennt xAI rund eine Milliarde Dollar pro Monat. Im Unterschied zu Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic generiert xAI kaum direkten Umsatz. xAI trainiert Sprach- und Bildmodelle und betreibt den Chatbot Grok, der in die Social-Media-Plattform X integriert ist.

Eine kürzliche Umfrage des Risikokapitalgebers Andreessen Horowitz unter 100 CIOs großer Unternehmen bestätigt dieses Bild: Im Enterprise-KI-Markt spielen demnach nur OpenAI mit 78 Prozent Nutzung, Anthropic mit 44 Prozent, Microsoft und mit deutlichem Abstand Google eine Rolle. xAI taucht in der Statistik nicht einmal auf. Als einziger Umsatzstrom bleiben daher Grok-Abonnenten bei X. Zahlen dazu liegen nicht vor, doch wären sie wohl längst öffentlich, wenn sie mit ChatGPT oder auch nur Google Gemini konkurrieren könnten.

Die Fusion mit SpaceX könnte xAI einen alternativen Weg zur Finanzierung eröffnen und den Zugang zum Kapitalmarkt durch den geplanten Börsengang ermöglichen. Die Verflechtung von Musks Unternehmensimperium schreitet damit weiter voran: Im vergangenen Jahr hatte er bereits xAI mit der Social-Media-Plattform X in einem 33-Milliarden-Dollar-Deal verschmolzen.

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