Stargate-Projekt: OpenAIs 500-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum kommt nur schleppend voran
Kurz & Knapp
- Das von Trump angekündigte Stargate-Projekt – ein 500-Milliarden-Dollar-Vorhaben für KI-Rechenzentren von OpenAI, Oracle und SoftBank – kommt nur schleppend voran.
- Mehr als ein Jahr nach der Ankündigung hat das Konsortium laut The Information kein Personal aufgebaut und keine Rechenzentren entwickelt, weil sich die drei Partner über Zuständigkeiten und Struktur stritten.
- OpenAI versuchte zwischenzeitlich, eigene Rechenzentren zu bauen, fand aber keine Kreditgeber für die milliardenschweren Projekte. Daraufhin wandte sich das Unternehmen wieder an Oracle und SoftBank, arbeitet nun aber bilateral statt im Dreierkonsortium.
Das im Januar 2025 von US-Präsident Donald Trump angekündigte Stargate-Projekt für KI-Rechenzentren im Wert von 500 Milliarden Dollar steckt angeblich in Schwierigkeiten.
Mehr als ein Jahr nach der Ankündigung hat das Gemeinschaftsunternehmen von OpenAI, Oracle und Softbank kein Personal aufgebaut und entwickelt keine Rechenzentren, berichtet The Information unter Berufung auf drei beteiligte Personen. Die drei Partner stritten sich über Zuständigkeiten und Struktur der Zusammenarbeit. Entsprechende Berichte gab es schon vergangenen Sommer.
OpenAI versuchte daraufhin, eigene Rechenzentren zu bauen, scheiterte aber an Kreditgebern, die milliardenschwere Projekte eines Unternehmens mit unerprobtem Geschäftsmodell und hohen Verlusten nicht finanzieren wollten. Erst danach wandte sich OpenAI wieder an seine Stargate-Partner Oracle und Softbank. Die Zusammenarbeit läuft nun aber bilateral statt als Dreierkonsortium.
Ende Juli verkündeten Oracle und OpenAI offiziell einen Deal über 4,5 Gigawatt an mehreren US-Standorten. Laut The Information teilen sich die beiden Unternehmen einen Teil des wirtschaftlichen Risikos: Bei Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen würden beide Seiten die Mehrkosten tragen, bei Einsparungen würden beide profitieren.
OpenAI setzt jetzt vorerst auf Cloud-Partnerschaften statt auf eigene Rechenzentren. OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar betonte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, man setze bewusst auf Partner, um die eigene Bilanz zu schonen. Alle drei Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Auch OpenAIs im September 2025 angekündigter 10-Gigawatt-Deal mit Nvidia kommt nicht wie ursprünglich angekündigt.
Steigende Kosten und wachsender Wettbewerbsdruck
Die Verzögerungen bei Stargate blieben nicht ohne Folgen. OpenAI verfehlte laut The Information sein Ziel, bis Ende 2025 Zusagen für 10 Gigawatt Kapazität über SoftBank und Oracle zu sichern. Um den Bedarf an Rechenleistung trotzdem zu decken, schloss das Unternehmen Deals mit Amazon Web Services, Google Cloud, dem Chiphersteller AMD und dem Chip-Start-up Cerebras.
Trotz des holprigen Starts nehmen die Stargate-Rechenzentren laut The Information inzwischen aber Gestalt an. Im Oktober erfolgte der Spatenstich für einen 1-Gigawatt-Campus in Milam County, Texas. Dabei einigte sich OpenAI mit SoftBank auf einen Kompromiss: OpenAI unterzeichnet den langfristigen Mietvertrag und kontrolliert das Design der Anlage, während SoftBanks Tochtergesellschaft SoftBank Energy das Projekt entwickelt und besitzt.
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