Meta könnte mit LLaMA V2 versuchen, die Open-Source-Community mit eigenem Profit zu verbinden.
Die Financial Times berichtet unter Berufung auf drei mit dem Projekt vertraute Quellen, dass Meta ein kommerzielles KI-Modell auf den Markt bringen und damit in Konkurrenz zu OpenAI, Microsoft und Google treten will. Das Modell soll Sprache, Code und Bilder generieren.
Möglicherweise handelt es sich um eine neue Variante von Metas LLaMA, einem großen Sprachmodell, das in zahlreichen Open-Source-Projekten verwendet wird. LLaMA v1 wurde nur unter einer Forschungslizenz veröffentlicht und darf daher nicht direkt kommerziell genutzt werden. Es gibt jedoch Nachbauten.
Meta-CEO Mark Zuckerberg hat bereits angekündigt, dass ein neues KI-Modell in Arbeit ist, das LLaMA v2 oder einen anderen Namen tragen könnte. Meta will das Modell für eigene Dienste nutzen und externen Interessenten anbieten. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der Sicherheit liegen.
Mit der Open-Source-Community nach oben schwimmen
Laut Financial Times und einem Insiderbericht vom Juni soll das neue Modell Open Source bleiben. Die Details des Modells werden veröffentlicht und können für weitere Arbeiten verwendet werden.
Meta könnte sich aber die kommerzielle Lizenzierung des Modells vorbehalten und zusätzliche Dienstleistungen für Unternehmen anbieten, etwa das Feintuning mit eigenen Daten, das die Open-Source-Community nicht ohne Weiteres leisten kann.
So würde Meta doppelt profitieren: Die Open-Source-Community würde das Modell weiterentwickeln und KI-Anwendungen auf Basis der Meta-Technologie vorantreiben. Quasi eine ausgelagerte, kostenlose Forschungsabteilung. Das LLaMA-Ökosystem könnte schnell wachsen.
Wenn Meta sich die kommerzielle Lizenzierung vorbehält, hat es das alleinige Recht, mit dem Modell Geld zu verdienen. Es ist eine Wette darauf, dass Unternehmen trotz der Open-Source-Verfügbarkeit mit Meta ins Geschäft kommen, weil das Gesamtpaket attraktiver ist als die reine Open-Source-Nutzung.
Ob und für welche LLaMA-Dienste Meta in Zukunft Geld verlangen könnte, etwa für das bereits erwähnte Feintuning, ist laut Quellen der Financial Times noch unklar. Hauptziel des neuen Modells sei es, die Dominanz von OpenAI zu brechen, sagt ein Insider, der mit der Strategie auf Führungsebene vertraut sein soll.
Metas KI-Chef Yann LeCun bestätigte diesen Kurs indirekt vor wenigen Tagen auf einer Fachkonferenz in Frankreich, wo er ankündigte, dass sich der Wettbewerb im Geschäft mit KI-Modellen schon in den kommenden Wochen komplett ändern könnte, wenn es Open-Source-Plattformen gebe, die qualitativ mit Closed-Source-Plattformen mithalten könnten.
Die Vorstellung des neuen Modells stehe unmittelbar bevor.