Alibaba hat die neue Qwen-3.5-Modellreihe erweitert. Sie umfasst jetzt vier Modelle: Qwen3.5-Flash, Qwen3.5-35B-A3B, Qwen3.5-122B-A10B und Qwen3.5-27B. Laut Alibaba liefern die Modelle mehr Leistung bei weniger Rechenaufwand. Sie verarbeiten Text, Bilder und Video als Eingabe und geben Text aus. Zuerst wurde Mitte Februar Qwen3.5-397B-A17B vorgestellt.
Das kleinere Modell Qwen3.5-35B-A3B übertrifft demnach das deutlich größere Vorgängermodell Qwen3-235B-A22B – ein Hinweis darauf, dass bessere Architektur, Datenqualität und Reinforcement Learning wichtiger sind als reine Modellgröße. Die größeren Varianten 122B und 27B sollen den Abstand zu Spitzenmodellen weiter verringern, besonders bei komplexen Agentenszenarien.
Alibabas Qwen-3.5-Modelle können in Benchmarks mit westlichen Spitzenmodellen wie OpenAIs GPT-5 mini, gpt-oss-120b und Anthropics Claude Sonnet 4.5 mithalten oder diese teils übertreffen. | Bild: Alibaba
Alle Modelle sind auf Hugging Face, ModelScope und über Qwen Chat verfügbar. Sie stehen unter der Apache License 2.0, einer freizügigen Open-Source-Lizenz, die kommerzielle Nutzung, Veränderung und Weiterverbreitung erlaubt. Qwen3.5-Flash ist die gehostete Produktionsversion mit einer Kontextlänge von einer Million Token und eingebauten Tools. Der API-Preis liegt bei 0,10 Dollar pro Million Input-Token und 0,40 Dollar pro Million Output-Token.
Perplexity hat eine neue Chat-Oberfläche gelauncht, die die agentischen Fähigkeiten aktueller KI-Modelle besser zum Einsatz bringen soll. Das neue Produkt "Perplexity Computer" bündelt die Fähigkeiten verschiedener KI-Modelle in einem System. Ähnlich wie Claude Cowork, aber im Browser und mit Zugriff auf Modelle verschiedener Hersteller, soll es ganze Arbeitsabläufe eigenständig ausführen.
Nutzer beschreiben ein gewünschtes Ergebnis, das System zerlegt es in Aufgaben und erstellt Unter-Agenten für Webrecherche, Dokumentenerstellung, Datenverarbeitung oder API-Aufrufe. Perplexity begründet den Ansatz damit, dass sich KI-Modelle entgegen der gängigen Meinung nicht angleichen, sondern zunehmend spezialisieren. Jedes Spitzenmodell sei bei anderen Aufgaben am besten, weshalb ein vollständiger Arbeitsablauf Zugriff auf alle Modelle benötige.
Als Kern-Modell nutzt Perplexity Computer Opus 4.6, ergänzt durch Gemini, Grok, ChatGPT 5.2, Nano Banana für Bilder und Veo 3.1 für Video. Jede Aufgabe läuft laut Perplexity in einer eigenen, abgesicherten Umgebung mit Browser, Dateisystem und Tool-Anbindungen. Perplexity Computer ist im Max-Plan für 200 US-Dollar monatlich verfügbar.
Google hat sein KI-Kreativstudio Flow gerelauncht und ausgebaut. Nun werden die bisherigen Bildgeneratoren Whisk und ImageFX direkt in Flow integriert; ab März können Nutzer ihre bestehenden Projekte und Dateien übertragen. Herzstück ist Googles Bildmodell Nano Banana, mit dem sich Bilder erzeugen und direkt als Grundlage für Videos mit Veo nutzen lassen.
Neu sind außerdem ein Lasso-Werkzeug zum gezielten Bearbeiten von Bildbereichen per Texteingabe, eine flexible Medienverwaltung mit Sammlungen sowie Funktionen zum Verlängern von Clips und Steuern von Kamerabewegungen. Google will damit Text-, Bild- und Videoerstellung in einem Arbeitsablauf bündeln.
Flow ist unter flow.google verfügbar und kann nach Anmeldung kostenlos genutzt werden; zahlende Nutzer erhalten höhere Nutzungslimits und Zugriff auf alle Werkzeuge. Seit dem Start im vergangenen Jahr haben Nutzer laut Google über 1,5 Milliarden Bilder und Videos erstellt.
Adobe hat für seine KI-Kreativplattform Firefly eine neue Funktion namens "Quick Cut" vorgestellt. Das Tool ermöglicht es Videoerstellern, eigenes Rohmaterial hochzuladen oder neues Material per KI zu generieren und daraus automatisch einen ersten Rohschnitt zu erstellen. Nutzer beschreiben in eigenen Worten, worum es im Video gehen soll, etwa ein Interview, eine Produktdemo oder ein Reise-Vlog. Firefly erstellt daraus einen strukturierten Erstedit. Optional lassen sich Drehbücher oder Shot-Listen eingeben.
Bei einem Treffen zwischen Anthropic-CEO Dario Amodei und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte dieser ein Ultimatum: Entweder Anthropic lenke bis Freitag ein, oder das Pentagon werde den Defense Production Act nutzen – ein Gesetz, das Unternehmen zur Kooperation zwingen kann – oder Anthropic als Lieferkettenrisiko einstufen. Laut Franklin Turner, Anwalt für Regierungsverträge bei McCarter & English, wäre ein solches Vorgehen gegen Anthropic beispiellos und könnte zahlreiche Klagen nach sich ziehen.
Amodei erklärte, die bestehenden Schutzmaßnahmen würden aktuelle Militäroperationen nicht behindern. Das Pentagon verhandelt parallel KI-Verträge mit Google, xAI und OpenAI für den Einsatz auf dem Schlachtfeld, etwa für autonome Drohnenschwärme, Roboter und Cyberangriffe. Elon Musks xAI wurde diese Woche bereits für den Einsatz in geheimen Netzwerken zugelassen.
Nutzer von Claude Code können jetzt eine lokal laufende Programmier-Sitzung von unterwegs über Smartphone, Tablet oder Browser weiterführen. Die Sitzung läuft weiterhin auf dem eigenen Rechner, keine Daten werden in die Cloud verschoben. Lokale Dateien, Server und Projektkonfigurationen bleiben nutzbar. Der Zugriff erfolgt über claude.ai/code oder die Claude-App für iOS und Android, Nutzer können nahtlos zwischen Terminal, Browser und Handy wechseln. Bei Netzwerkunterbrechungen verbindet sich die Sitzung automatisch neu, nach etwa zehn Minuten Offline-Zeit endet sie allerdings.
Die Funktion ist als Research Preview zunächst für Max-Abonnenten verfügbar, Pro-Nutzer sollen folgen. Im Unterschied zu Claude Code im Web, das seit letztem Jahr Aufgaben in Anthropics Cloud-Umgebungen ausführt, läuft eine Remote-Control-Sitzung vollständig auf dem eigenen Rechner.
Anthropic lässt Claude nun eigenständig zwischen Excel und PowerPoint wechseln, etwa um Analysen direkt in Präsentationen zu überführen. Zugleich erhalten Enterprise-Kunden private Plugin-Marktplätze in Cowork, über die Admins eigene Plugin-Sammlungen an Teams verteilen können. Neue Vorlagen decken unter anderem HR, Design, Engineering, Finanzen und Vermögensverwaltung ab.
Besonders stark wächst der Finanzbereich: MCP-Schnittstellen für FactSet und MSCI liefern Echtzeit-Marktdaten und Index-Analysen; S&P Global (Capital IQ Pro) und LSEG steuern eigene Plugins bei.
Neue Drittanbieter-Verbindungen umfassen Google Workspace, Docusign, Salesforce, Slack und weitere. Admins bekommen erweiterte Zugriffskontrollen sowie OpenTelemetry-Support für Kosten- und Nutzungsüberwachung. Die Excel-PowerPoint-Funktion ist als Forschungsvorschau für alle Bezahlpläne verfügbar.
Cowork ist Anthropics Desktop-Tool für agentenbasierte Büroarbeit. Plugins machen Claude zum Spezialisten für einzelne Abteilungen – das Tool hat allerdings bekannte Sicherheitslücken.