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SpaceX und xAI sollen gemeinsam für das US-Militär an offensiver Software für Drohnenschwärme arbeiten

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Anduril Industries (Screenshot)

Kurz & Knapp

  • Elon Musks Unternehmen SpaceX und xAI beteiligen sich an einem 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb des Pentagon zur Entwicklung sprachgesteuerter, autonomer Drohnenschwärme – obwohl Musk 2015 noch öffentlich vor autonomen Waffen warnte.
  • OpenAI ist über einen Partner ebenfalls beteiligt, beschränkt seinen Beitrag aber auf die Sprachsteuerung, ohne Waffenintegration oder Zielauswahl. SpaceX und xAI arbeiten dagegen am gesamten Projekt mit.
  • xAI hat bereits einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Pentagon und sucht aktiv Ingenieure mit Sicherheitsfreigaben. Verteidigungsbeamte äußerten Bedenken über den Einsatz generativer KI in Waffenplattformen.

Elon Musks Unternehmen beteiligen sich an einem Pentagon-Wettbewerb zur Entwicklung sprachgesteuerter, autonomer Drohnenschwarm-Technologie. 

Der mit 100 Millionen Dollar dotierte Wettbewerb wurde im Januar gemeinsam von der Defense Innovation Unit und der neu gegründeten Defense Autonomous Warfare Group (DAWG) gestartet, die Teil des US Special Operations Command ist. Die DAWG führt teilweise die Arbeit der unter Biden gestarteten Replicator-Initiative fort, die Tausende autonome Einweg-Drohnen produzieren sollte. Die US-Armee investierte bereits vor zwei Jahren eine Milliarde US-Dollar in Switchblade-Kamikaze-Drohnen.

Der sechsmonatige Wettbewerb soll in fünf Phasen ablaufen: von der Softwareentwicklung bis hin zu realen Tests. Ziel ist Software, die Sprachbefehle in digitale Anweisungen umwandelt und Drohnenschwärme über mehrere Einsatzbereiche wie Luft und See koordiniert. Spätere Phasen umfassen laut Pentagon-Beschreibung auch Zielerfassung und letztlich den Einsatz bis zur Zielbekämpfung. Ein Verteidigungsbeamter erklärte bei der Ankündigung, die Mensch-Maschine-Interaktion werde die Schlagkraft dieser Systeme direkt beeinflussen.

Musk unterzeichnete 2015 einen offenen Brief von KI- und Robotikforschern, der vor den Gefahren autonomer Waffen warnte, und sprach sich gegen die Entwicklung neuer Tötungswerkzeuge aus. Während SpaceX ein etablierter Rüstungsauftragnehmer ist, konzentrierte sich das Unternehmen bisher auf Raketen und Satelliten – nicht auf offensive Waffensoftware. SpaceX und xAI hatten erst Anfang Februar ihre Fusion bekannt gegeben, bewertet mit 1,25 Billionen Dollar.

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xAI baut Pentagon-Präsenz systematisch aus

xAI sucht derzeit aktiv Ingenieure mit US-Sicherheitsfreigaben auf „Secret"- oder „Top Secret"-Niveau für die Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium. Das Unternehmen hat bereits einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Pentagon zur Integration von xAI in militärische Systeme abgeschlossen und im Dezember Verträge zur Einbindung seines Grok-Chatbots in Regierungssysteme bekannt gegeben.

Mehrere Verteidigungsbeamte äußerten gegenüber Bloomberg Bedenken über die Integration generativer KI in Waffenplattformen. Es sei wichtig, generative KI auf die Übersetzung von Befehlen zu beschränken und sie nicht das Verhalten der Drohnen steuern zu lassen. Die neue KI-Beschleunigungsstrategie des Pentagon vom Januar zielt dennoch darauf ab, KI-Agenten breit für das Schlachtfeld einzusetzen.

Auch OpenAI ist beteiligt

Auch OpenAI ist über den Partner Applied Intuition am Wettbewerb beteiligt, beschränkt seinen Beitrag aber laut Bloomberg ausdrücklich auf Funktionen wie die Sprachsteuerung. Die Technologie von OpenAI werde nicht für den Betrieb der Drohnenschwärme, Waffenintegration oder Zielauswahl eingesetzt. SpaceX und xAI sollen dagegen am gesamten Projekt zusammenarbeiten.

OpenAI ist seit 2024 im Verteidigungssektor aktiv. Im Dezember 2024 kündigte das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Anduril Industries an, um KI‑gestützte Systeme zur Drohnenabwehr zu entwickeln.

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Die Kooperation löste interne Kritik bei OpenAI aus. Mitarbeitende äußerten laut Washington Post Bedenken hinsichtlich der militärischen Nutzung der Technologie und zweifelten, ob sich der Einsatz dauerhaft auf reine Verteidigungszwecke begrenzen lasse. Das Management betonte, die Zusammenarbeit beschränke sich auf Verteidigungssysteme, auch wenn Anduril selbst bewaffnete Drohnen herstellt.

Im Juni 2025 erhielt OpenAI erstmals einen offiziellen Auftrag des US‑Verteidigungsministeriums über 200 Millionen Dollar. Der einjährige Vertrag umfasst unter anderem Unterstützung bei der Gesundheitsversorgung für Militärangehörige, der Analyse von Programmdaten und der Cyberabwehr. Alle Anwendungen müssen laut Pentagon mit den Nutzungsrichtlinien von OpenAI vereinbar sein.

US-Militär will Zugriff auf KI-Modelle ohne Einschränkungen

Parallel dazu intensivierte das Pentagon 2026 seine Bemühungen, KI‑Modelle führender Anbieter ohne übliche Nutzungsbeschränkungen auch auf sicherheitseingestuften Netzwerken verfügbar zu machen. OpenAI schloss eine Vereinbarung für das offene Netzwerk genai.mil, bei der viele Nutzungsbeschränkungen aufgehoben wurden, einige Schutzmaßnahmen jedoch bestehen bleiben. Eine Ausweitung auf klassifizierte Netzwerke würde laut OpenAI eine neue Vereinbarung erfordern.

Anthropic befindet sich dagegen in einem Konflikt mit dem Verteidigungsministerium, da das Unternehmen Garantien gegen den Einsatz seiner KI für autonome Waffensteuerung ohne ausreichende menschliche Kontrolle sowie für Inlandsüberwachung verlangt. Das Pentagon lehnt solche Einschränkungen ab und beharrt darauf, kommerzielle KI‑Technologie unabhängig von Herstellerrichtlinien einsetzen zu können, solange US‑Gesetze eingehalten werden.

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Quelle: Bloomberg