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DEEP MINDS Podcast
Podcast über Künstliche Intelligenz und Wissenschaft
KI bei der Bundeswehr und der BWI | DEEP MINDS #16

Apple ist im Rennen um KI bisher kaum in Erscheinung getreten. Einem Medienbericht zufolge wird sich das so schnell nicht ändern.

Demnach hat Apple mit Srinivasan Venkatachary, Steven Baker und Anand Shukl mindestens drei KI-Ingenieure verloren, die für Apple an KI-Modellen gearbeitet haben. Sie seien persönlich von Google-Chef Sundar Pichai abgeworben worden, der ihnen Google als das bessere KI-Unternehmen schmackhaft machen konnte, berichtet The Information - trotz der Bemühungen von Apple-Chef Tim Cook, die Mitarbeiter zu halten.

Siri-Antworten werden von Menschen geschrieben

Laut ehemaligen KI-Mitarbeitenden von Apple sei der Technologiegigant im Bereich Künstliche Intelligenz schlecht organisiert und ambitionslos. In den vergangenen fünf Jahren habe es daher kaum Fortschritte gegeben.

Insbesondere das Siri-Team soll sich 2018 in einem "chaotischen Zustand" befunden haben und die Entwicklung des Assistenten habe unter Streitigkeiten im Management gelitten, in welche Richtung die Technologie weiterentwickelt werden solle. Unter anderem sei Apple nicht in der Lage gewesen, aktuelle Daten über die Nutzung von Siri zu erheben.

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Statt auf KI-generierte Antworten von Siri zu setzen, hätten Tim Cook und andere Entscheidungsträger und -trägerinnen um 2019 darauf bestanden, dass die Antworten von Siri von Menschen bewertet und editiert werden, um peinliche oder falsche Antworten möglichst zu vermeiden. Das Designteam habe auf nahezu perfekten Antworten bestanden, die durch KI-Generierung (zumindest damals) nicht möglich gewesen seien.

Darüber hinaus trug die starke Positionierung von Apple in Bezug auf den Datenschutz dazu bei, dass die Entwicklung von Siri nur langsam voranschritt, da möglichst viele Prozesse auf dem Gerät statt in der Cloud ausgeführt werden sollten - ein Ziel, das mittlerweile erreicht wurde.

Apples Design-Team verzichtete zudem angeblich auf eine Feedback-Funktion für falsche Siri-Antworten, um das Image des Sprachassistenten als "allwissend" zu wahren. Damit wurden dem Machine-Learning-Team wertvolle Informationen für Optimierungen vorenthalten.

Apple und KI - es ist kompliziert

Apples KI-Chef John Giannandrea, der im Vorstand sitzt, sprach bereits 2020 davon, dass Künstliche Intelligenz in Zukunft jeden Aspekt des iOS- bzw. Apple-Erlebnisses verändern werde. Bisher ist davon wenig bei den Nutzern angekommen.

Dabei investierte Apple in den letzten rund sechs Jahren stark in KI und entsprechendes Personal, warb unter anderem besagten John Giannandrea und den GAN-Erfinder (Geschichte) Ian Goodfellow von Google ab, der mittlerweile wieder bei Deepmind, also zurück bei Google, ist. Im Mai 2021 warb Apple den erfahrenen KI-Forscher Samy Bengio von Google ab, der die Leitung einer neuen Forschungsabteilung unter Giannandrea übernahm.

Empfehlung

Seit 2016 hat Apple mindestens 25 KI-Unternehmen übernommen, deutlich mehr als Google (14), Microsoft (12) und Facebook (9). Unter anderem erwarb Apple Start-ups in den Bereichen maschinelles Sehen und Optimierung von Trainingsdaten. Im Sommer 2022 stellte Apple mit GAUDI ein KI-System vor, das 3D-Szenen aus einer textuellen Beschreibung generieren kann.

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Zusammenfassung
  • Apple ist in Sachen KI bisher kaum in Erscheinung getreten, obwohl Apples KI-Chef John Giannandrea bereits für das Jahr 2020 transformative Entwicklungen durch KI für Apples Software vorausgesagt hat.
  • Ein Bericht der Tech-Leak-Website "The Information" wirft nun kein gutes Licht auf Apples KI-Entwicklung. Allein drei hochrangige KI-Ingenieure sollen kürzlich zu Google gewechselt sein.
  • Besonderes Sorgenkind ist und bleibt die Assistentin Siri, deren Antworten laut dem Bericht aus Sicherheitsgründen immer noch von Menschen bewertet und editiert werden, was eine Skalierung erschwert.
Quellen
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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