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In einer geschlossenen Sitzung stellte Baidu neue Fähigkeiten von Ernie vor, die zeigen, dass das chinesische KI-Produkt mehr als nur ein Chatbot sein wird.

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Am Montag zeigte Baidu Videos, in denen der KI-Bot Ernie Jahresabschlüsse zusammenfasst, PowerPoint-Präsentationen erstellt, personalisierte Reisepläne zusammenstellt und virtuelle Avatare für Produktwerbung erstellt. Bei der ersten Präsentation vor knapp zwei Wochen hatte Baidu noch einfachere Beispiele wie Textzusammenfassungen oder die Generierung von Gedichten, Bildern oder Audio gezeigt.

Baidu zeigt Industrieversion von Ernie

Baidus jüngste Präsentation zeigte einen stärkeren Industriefokus und bestätigt, dass Baidu neben einer regulären ChatGPT-ähnlichen Version Ernie auch als Industrieversion anbieten wird. Baidus Ansatz ähnelt dabei dem von Nvidia, mehrere KI-Dienste zu verbinden, auch eine Integration von Plugins wie bei ChatGPT ist für die Zukunft denkbar.

Baidus Ernie Bot gibt Zugriff auf zahlreiche zugrundeliegende KI-Modelle von Baidu. | Bild: YouTube / Baidu

Ursprünglich war die Veranstaltung als Livestream mit einem Start von Ernie für Medien und Öffentlichkeit geplant, nun fand das Treffen hinter verschlossenen Türen statt und richtete sich an erste Firmenkunden von Baidus Ernie. Damit wolle man der "starken Nachfrage" von mehr als 120.000 Unternehmen, die sich für einen Zugang zum Ernie-Bot beworben hätten, Vorrang einräumen, teilte Baidu mit. Das Treffen sei zudem nur eines von mehreren, die in Zukunft hinter verschlossenen Türen stattfinden sollen.

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Baidus Industriefokus könnte das Unternehmen als KI-Riese zementieren

Generative KI wird weltweit zahlreiche Prozesse in klassischen White-Collar-Jobs und darüber hinaus beschleunigen und stellt einen riesigen Markt dar. Mit der Fokussierung auf die Industrie geht Baidu offenbar in die Offensive und will auf dem chinesischen Markt eine Rolle spielen, um die im Westen bisher Microsoft, OpenAI, Google und Nvidia sowie zahlreiche Start-ups mehr oder weniger direkt konkurrieren.

Da ein öffentlicher Launch erwartet wurde, fielen die in Hongkong notierten Biadu-Aktien nach der Ankündigung um bis zu 4,5 Prozent. Langfristig könnte der Industriefokus Baidu aber zu dem KI-Unternehmen in China machen, das in nahezu allen Sektoren KI-Grundlagentechnologien bereitstellt - auch weil die Produkte von OpenAI dort nicht verfügbar sind.

"Auch wenn uns Ernie nicht begeistert hat, ist er wahrscheinlich gut genug für den chinesischen Markt“, sagte Jennifer Zhu Scott, eine in Hongkong ansässige Hightech-Risikokapitalgeberin, nach der ersten Präsentation von Ernie.

Ab dem 31. März können sich weitere Unternehmen anmelden, um die auf die Industrie ausgerichtete Version des Ernie-Bots zu testen, die reguläre Version setzt dagegen weiter auf Einladungscodes.

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Zusammenfassung
  • Baidu ließ einen geplanten öffentlichen Start von Ernie für eine geschlossene Präsentation für Unternehmenskunden ausfallen. Dabei zeigte Baidu, wie Ernie Jahresabschlüsse zusammenfasst, PowerPoint-Präsentationen erstellt oder virtuelle Avatare antreibt.
  • Die Industrieversion von Ernie soll Stück für Stück ausgerollt werden, Baidu könnte in Zukunft so generative KI für nahezu alle White-Collar-Jobs in China zur Verfügung stellen.
  • Im Westen stehen dagegen Microsoft, OpenAI, Google oder Nvidia in direkter Konkurrenz um diese Rolle.
Quellen
Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
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