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In einem offiziellen Buch zu Dungeons & Dragons sind Bilder aufgetaucht, die mithilfe von KI generiert wurden. Dem Rollenspielverlag Wizards of the Coast gefällt das nicht.

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Ilya Shkipin, ein Künstler, der für Dungeons & Dragons arbeitet, hat sich auf Twitter aka "X" zu Spekulationen geäußert, seine Kunst sei mithilfe von KI entstanden. Er räumte ein, dass er KI eingesetzt habe, um seine eigenen Entwürfe zu verbessern, sie aber nicht von Grund auf neu geschaffen habe. Zum Zeitpunkt der Einreichung der Bilder hätten KI-Generatoren noch nicht die erforderliche Qualität gehabt.

Ein Dämon mit einer Axt in der Hand, eine Rohversion und eine Version mit mehr Details.
Rechts der Entwurf von Shkipin, links das finale Artwork. | Bild: Wizards of the Coast, Ilya Shkipin

Selbst dieser moderate Einsatz eines KI-Tools erregte in der Design-Community, die zum Teil sehr sensibel auf KI-Kunst reagiert, so viel Aufsehen, dass Ilya Shkipin beschloss, seine Beiträge wieder zu löschen. Gizmodo konnte sie zuvor als Screenshot sichern.

Dieser Tweet sorgte für Ärger.
Dieser Tweet sorgte für Ärger. | Bild: Screenshot bei X via Gizmodo

D&D-Firma verbietet KI-Generierung

Die zu Hasbro gehörende D&D-Firma Wizards of the Coast reagierte auf X mit einer schnellen Stellungnahme: Shkipin sei seit Jahren ein verdienter D&D-Künstler. Dass er KI-Tools verwende, sei der Firma nicht bewusst gewesen.

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Nach einem Gespräch sei man übereingekommen, dass Shkipin in Zukunft keine KI-Werkzeuge mehr verwenden werde. Die Firma wolle zudem ihre eigenen Richtlinien so überarbeiten, dass Künstler:innen klar sei, dass sie auf "KI-Generierung im Kreationsprozess" verzichten müssten. Die betroffenen Zeichnungen im Buch des Anstoßes werden überarbeitet.

Ob dieses Manöver im Zeitalter von KI-Tools langfristig tragfähig ist, sei dahingestellt. Strategisch könnte es zumindest kurzfristig Sinn ergeben: Wizards of the Coast will mit der Marke Dungeons & Dragons Kunst verkaufen, deren Wert zumindest bisher durch die Handarbeit talentierter Menschen und durch Marketing bestimmt wird.

Durch KI-Werkzeuge droht diese Kunst beliebig und für jedermann generierbar zu werden (siehe Titelbild). Die Frage ist, ob der Mensch trotz oder gerade wegen dieser KI-Beliebigkeit der von Menschenhand geschaffenen Kunst weiterhin einen Wert oder vielleicht sogar einen besonderen Wert beimisst. Wizards of the Coast scheint jedenfalls darauf zu spekulieren.

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Zusammenfassung
  • Der Künstler Ilya Shkipin nutzte KI-Tools, um seine Entwürfe für Dungeons & Dragons-Grafiken zu verbessern, was zu einer Kontroverse in der Design-Community führte
  • Wizards of the Coast, die Firma hinter D&D, äußerte Unkenntnis über diesen Einsatz von KI und verbot Shkipin, in Zukunft KI-Generierung im kreativen Prozess einzusetzen.
  • Das Unternehmen plant, seine Richtlinien zu überarbeiten, um den Künstlerinnen und Künstlern klarzumachen, dass sie auf KI-Generierung verzichten müssen. Die betroffenen Zeichnungen im Buch des Anstoßes werden überarbeitet.
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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