EU plant neue KI-Strategie zur Stärkung der digitalen Souveränität
Die EU will mit einer neuen KI-Strategie ihre technologische Abhängigkeit von den USA und China verringern. Im Zentrum stehen europäische Lösungen und der sicherheitspolitische Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Brüssel plant eine neue KI-Initiative zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas. Laut einem Entwurf, der der Financial Times vorliegt, soll die unter dem Titel „Apply AI Strategy“ firmierende Maßnahme europäische KI-Plattformen fördern und deren Einsatz in Bereichen wie Gesundheitswesen, Verteidigung und Industrie vorantreiben.
Die Strategie soll am Dienstag von Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für technologische Souveränität, vorgestellt werden. Ziel sei es, Künstliche Intelligenz nicht lediglich als Produktivitätswerkzeug, sondern als „strategisches Asset“ zu verstehen, das tief in die institutionellen, industriellen und sicherheitspolitischen Strukturen der EU eingebettet werden müsse.
Öffentliche Verwaltungen als Hebel
Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie ist die Förderung skalierbarer und wiederverwendbarer generativer KI-Lösungen europäischer Entwicklung mit einem Schwerpunkt auf Open-Source-Systemen. Durch gezielte Nachfrage sollen öffentliche Verwaltungen als Katalysator für die Verbreitung dieser Technologien dienen und das Wachstum europäischer Start-ups unterstützen.
Zur Umsetzung der Maßnahmen will die EU-Kommission eine Milliarde Euro aus bestehenden Finanzierungsprogrammen bereitstellen. Parallel dazu soll die Nutzung von KI in sensiblen Bereichen wie der Gesundheitsversorgung und der industriellen Fertigung beschleunigt werden.
Digitale Abhängigkeiten als Risiko
Ein wesentlicher Punkt der Strategie ist die Verringerung sogenannter „external dependencies of the AI stack“ – also externer Abhängigkeiten von der technologischen Infrastruktur, die für den Betrieb, das Training und die Verwaltung von KI-Anwendungen erforderlich ist. Diese Abhängigkeiten könnten laut Kommission von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren „als Waffe eingesetzt“ werden und somit Risiken für Lieferketten darstellen.
Die geopolitische Lage verschärft diese Einschätzung: Die Rückkehr Donald Trumps ins US-Präsidentenamt hat in Europa neue Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Partner geweckt. Gleichzeitig wächst Chinas Einfluss im globalen KI-Wettlauf und es gibt Befürchtungen, dass Europa künftig wenig Einfluss auf die Nutzung der Technologie haben könnte.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem militärischen Bereich. KI-gestützte Command-and-Control-Systeme (C2), die zur Steuerung militärischer Operationen dienen, gelten als „kritische Enabler“. Bisher sind europäische Streitkräfte in diesem Bereich stark von US-Technologie im Rahmen der NATO abhängig.
Die Kommission will daher „die Entwicklung und den Einsatz europäischer KI-gestützter C2-Kapazitäten beschleunigen“. Auch die Entwicklung sogenannter „souveräner Frontier-Modelle“ für KI-Anwendungen in der Raumfahrtverteidigung soll gezielt gefördert werden.
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