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Google steigt aus dem Bieterwettbewerb für einen lukrativen Cloud-KI-Deal mit dem US-Militär aus. Die Zusammenarbeit passe nicht zu den Anfang Juni neu eingeführten ethischen Richtlinien für Künstliche Intelligenz.

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Google verzichtet auf eine Bewerbung für das Cloud-Projekt "Joint Enterprise Defense Infrastructure" (JEDI) des US-Militärs. Der Vertrag soll einen Wert von bis zu zehn Milliarden US-Dollar haben und auf bis zu zehn Jahre befristet sein. Die Bewerbungsfrist endet diese Woche, der Gewinner soll Ende des Jahres bekannt gegeben werden.

Gegenüber Bloomberg sagt ein Google-Sprecher, dass die Kooperation womöglich nicht zu Googles im Sommer neu eingeführten ethischen Richtlinien für Künstliche Intelligenz passe. Außerdem gingen Teile des Vertrags deutlich über bisherige Kooperationen mit der Regierung hinaus (" [...] out of scope with our current government certifications").

Google hätte womöglich für einzelne Aufgaben des Vertrags eine Bewerbung abgegeben, so der Sprecher, allerdings sucht das US-Militär nur einen Partner. Es verspricht sich von dieser Entscheidung eine höhere Umsetzungsgeschwindigkeit. Die besten Aussichten soll Amazon haben vor Oracle, Microsoft und IBM.

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Google reagiert auf Mitarbeiterproteste

Die Entscheidung gegen eine mögliche Beteiligung bei JEDI folgt auf den Ausstieg aus "Project Maven", bei dem Künstliche Intelligenz für die Bildanalyse von Drohnenaufnahmen eingesetzt wird. Google gab die Militärkooperation Anfang Juni nach massiven internen Protesten auf. Der Vertrag läuft 2019 aus.

Als Googles Beteiligung an Project Maven bekannt wurde, tauchten interne E-Mails von Google-Entscheidern im Netz auf, darunter eine der renommierten Cloud-KI-Forscherin Fei-Fei Li: Sie riet der PR-Abteilung, im Kontext des Project-Maven-Vertrags "unter keinen Umständen" über Künstliche Intelligenz zu sprechen, da Militär-KI ein dankbares Thema für die Medien sei. Fei-Fei Li verlässt Google Ende des Jahres und nimmt ihre ursprüngliche Arbeit als Leiterin von Stanfords KI-Forschungsabteilung wieder auf.

Kurz nach dem Ausstieg aus Maven stellte Google neue ethische Richtlinien für Künstliche Intelligenz vor, die die Entwicklung von KI-Waffen ausschließen. Die insgesamt sieben Leitlinien befassen sich mit dem Gesundheitswesen, Sicherheit, Energie, Mobilität, Industrie und der Unterhaltung. Laut Google-Chef Sundar Pichai verfolgt Google jene KI-Anwendungsgebiete, bei denen der absehbare Nutzen deutlich die möglichen Risiken übertrifft.

Derzeit steht Google erneut in der Kritik, da das Unternehmen angeblich eine zensierte Suchmaschine für China entwickeln will.

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Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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