OpenAI hat sein Sprachmodell GPT-4o in ChatGPT aktualisiert. Das Update erweitert den Trainingsdatensatz bis Juni 2024, was zu aktuelleren und kontextbezogeneren Antworten führen soll. Zudem wurde die Bilderkennung verbessert, sodass GPT-4o räumliche Beziehungen, Diagramme und Grafiken besser analysieren und mit Textinhalten verknüpfen kann. Dies soll zu präziseren Ergebnissen bei visuell gesteuerten Aufgaben führen. Das aktualisierte Modell schneidet laut OpenAI bei mathematischen, naturwissenschaftlichen und programmierbezogenen Problemen sowie bei Benchmarks für Sprachverständnis und logisches Denken besser ab. Außerdem verwendet GPT-4o häufiger Emojis, insbesondere wenn der Nutzer diese in der Konversation einsetzt. In der Chat-Oberfläche gibt es jetzt auch einen "Use more intelligence"-Button, der das Modell zum "Nachdenken" anregt, bevor es antwortet. Das neue Modell ist noch nicht in der API-Dokumentation aufgeführt.
Themen Hub KI in der Praxis
Künstliche Intelligenz ist im Alltag gegenwärtig – vom „Googeln“ über Gesichtserkennung bis zum Staubsaugerroboter. KI-Werkzeuge werden immer elaborierter und unterstützen Menschen und Unternehmen effektiver bei ihren Aufgaben, etwa bei der Generierung von Grafiken, beim Texten oder Coden oder bei der Interpretation großer Datenmengen.
Welche KI-Werkzeuge gibt es, wie funktionieren sind, wie helfen sie im Alltag – und wie verändern sie unser Leben? Mit diesen Fragen befassen wir uns in der Rubrik Künstliche Intelligenz in der Praxis.
OpenAIs Abo-Modell "ChatGPT Pro" wächst schneller als das Geschäft mit Firmenabos. ChatGPT Pro kostet 200 Dollar pro Monat und soll OpenAI aktuell mindestens 25 Millionen Dollar monatlich einbringen, was hochgerechnet 300 Millionen Dollar jährlich entspricht, berichtet The Information. Dabei soll es sich um eine konservative Schätzung handeln. Laut Sam Altman macht OpenAI dennoch Verluste mit dem Pro-Abonnement, da die Nutzung höher ist als von OpenAI erwartet. 2025 möchte OpenAI zwölf Milliarden US-Dollar umsetzen, davon sollen acht Milliarden US-Dollar durch ChatGPT erwirtschaftet werden. Preiserhöhungen für ChatGPT sind geplant.
OpenAI kündigt eine Behördenversion von ChatGPT an. "ChatGPT Gov" soll US-Behörden den Zugriff auf OpenAIs neueste KI-Modelle erleichtern. Die Behörden können ChatGPT Gov in ihrer eigenen Microsoft Azure Cloud oder Azure Government Cloud über den Azure OpenAI Service bereitstellen. Dadurch sollen sie Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Anforderungen einfacher erfüllen können. ChatGPT Gov bietet ähnliche Funktionen wie ChatGPT Enterprise, darunter das Flaggschiff-Modell GPT-4o. Bisher nutzen laut OpenAI mehr als 90.000 Anwender in mehr als 3.500 US-Behörden ChatGPT, darunter das Air Force Research Laboratory, das Los Alamos National Laboratory, das Übersetzungsbüro des Staates Minnesota und Mitarbeiter des Staates Pennsylvania. OpenAI strebt weiterhin FedRAMP-Akkreditierungen für ChatGPT Enterprise an und prüft eine Erweiterung von ChatGPT Gov auf Azure-Regionen für Verschlusssachen.
YuE ist eine Open-Source-Alternative zu Diensten wie Suno oder Udio. Laut dem beteiligten Entwickler Ruibin Yuan funktioniert es in mehreren Sprachen und Musikstilen und kann bis zu fünf Minuten Audio auf Grundlage von Songtexten generieren. Das Programm nutzt zwei KI-Modelle: Eines verarbeitet Sprache und Musik, das andere kümmert sich um weitere Details. YuE kann verschiedene Gesangstechniken nachahmen und Nutzer können den Musikstil, die Stimmung und die Art der Stimme bestimmen. YuE ist auf HuggingFace verfügbar, viele Beispiele auf GitHub. Ein Paper soll folgen.
1/n: 🚀 Announcing YuE (乐) – the most powerful open-source full-song music generation model! 🎵 Tackle the lyrics-to-song task (like https://t.co/4OPBup3Sx8) with support for diverse genres, stunning vocals, & multiple languages. Bonus? It’s Hugging Face & LLAMA-compatible for… pic.twitter.com/VCHAUamTnW
— Ruibin Yuan (@abc43992899) January 27, 2025
Nun klagen auch indische Verlage gegen OpenAI. Die Federation of Indian Publishers, die Verlage wie Bloomsbury, Penguin Random House, Cambridge University Press und Pan Macmillan vertritt, hat laut Reuters beim Delhi High Court Klage gegen OpenAI eingereicht. Die Verlage werfen OpenAI vor, urheberrechtlich geschütztes Material für das Training von KI-Modellen zu verwenden, ohne dafür zu bezahlen. Sie fordern, dass OpenAI den Zugriff auf die Inhalte einstellt oder Lizenzgebühren zahlt. Andernfalls sollen die für das Training verwendeten Datensätze gelöscht werden. Die Klage ist die jüngste in einer Reihe von weltweiten Verfahren, in denen Autoren, Nachrichtenagenturen und Musiker KI-Unternehmen vorwerfen, ihre urheberrechtlich geschützten Werke zu nutzen. OpenAI bestreitet die Vorwürfe und behauptet, dass seine KI-Systeme öffentlich zugängliche Daten fair nutzen. Zuletzt erhob eine Gruppe kanadischer Verlage Klage.
OpenAI hat mehrere Updates für die Canvas-Funktion in ChatGPT veröffentlicht. Canvas funktioniert nun mit dem Modell o1, das im Modell-Picker ausgewählt werden kann. Außerdem kann HTML- und React-Code jetzt direkt in Canvas gerendert werden. Das erspart etwa das Herunterladen und Ausführen von HTML-Code für einen ersten Check. Das Rendern von HTML-Code ist für alle Nutzer verfügbar, während o1 nur für Pro-, Plus- und Team-Nutzer zugänglich ist. Außerdem wurde Canvas vollständig in die ChatGPT-Desktop-App für macOS integriert. Die Neuerungen werden in einigen Wochen auch für Enterprise- und Edu-Nutzer ausgerollt. Konkurrent Anthropic bietet seit einiger Zeit mit "Artifacts" eine ähnliche Funktion für Claude.ai an.
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