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Wenn Chatbots Fragen direkt beantworten, ersetzen sie das Anklicken von Antworten. Dies verschiebt das Content-Ökosystem zugunsten der Anbieter von Chatbots.

Microsoft ist mit Bing zwar immer noch ein Zwerg auf dem Suchmaschinenmarkt, aber mit der wilden Sydney und dem neuen Chatbot-Angebot hat die Bing-Suche zuletzt mehr Aufmerksamkeit bekommen. Doch gerade die Chatbot-Suche macht Bing für Inhalteanbieter unattraktiv, da sie nicht mehr am Erfolg der Suchmaschine beteiligt werden.

Microsoft will Verlage an Werbeeinnahmen beteiligen

"Das Internet funktioniert dank eines wichtigen Ökosystems, das mit den Verlegern beginnt, die großartige Inhalte produzieren, die den Traffic ankurbeln und das Interesse der Menschen wecken, diese Inhalte zu konsumieren, und schließlich mit den Werbetreibenden, die die Menschen in einem qualitativ hochwertigen und zielgerichteten Umfeld erreichen wollen", schreibt Yusuf Mehdi, Corporate Vice President & Consumer Chief Marketing Officer bei Microsoft.

In der "neuen Welt" der Chatbot-Suche habe Microsoft das Ziel, mehr Traffic zu den Verlagen zu leiten. Dies sei ein "Hauptziel" und ein Erfolgsindikator für das neue Bing und Edge. Ähnlich hatte sich zuvor Microsoft-CEO Satya Nadella geäußert.

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Zudem wolle Microsoft Werbeeinnahmen mit Publishern teilen, deren Inhalte Teil einer Chatbot-Antwort werden, schreibt Mehdi. Die Umleitung des Traffics geschehe über direkte Linkzitate des Chatbots sowie über "Erfahren Sie mehr"-Aufforderungen zu weiterführenden Quellen. Ein erweitertes Hover-Feature soll beim Hovern über einen Publisher-Link weitere Inhalte des Publishers anzeigen, was wiederum mehr Traffic generiere, glaubt Microsoft.

Das erweiterte Hover-Feature im Bing-Chatbot. | Bild: Microsoft

Microsoft befinde sich außerdem in einem frühen Gesprächsstadium mit einigen der 7.500 Microsoft Start Partner, um gemeinsam zu besprechen, wie Microsoft weiterhin Inhalte verbreiten kann, die "in Bezug auf Traffic und Einnahmen sinnvoll sind".

OpenAI ist "offen für Feedback", Google Suche stärkt die menschliche Rolle

OpenAI hat kürzlich die Integration von Webseiten per Plugin direkt in ChatGPT angekündigt, wodurch Inhalte von Webseiten direkt genutzt werden können, ohne dass die Seite aufgerufen werden muss.

OpenAI erkennt an, dass dies das Content-Ökosystem im Netz verändert und ist "offen für Feedback", heißt es in der Vorstellung der Plugins. Verlage können den ChatGPT-Crawler blockieren, sodass ihre Inhalte zumindest nicht direkt genutzt werden. Teil des Trainingsmaterials könnten sie dennoch sein. OpenAI hat das Trainingsmaterial für GPT-4 bislang nicht transparent gemacht.

Google versucht derweil, die Korrektheit, Autorität und Transparenz der klassischen Suche zu stärken und rollt neue Features wie Hintergrundinformationen zu Webseiten und Fachautoren weltweit aus. Diese stärkere Personalisierung könnte ein Versuch sein, die Rolle des Menschen im Content-Prozess zu stärken und sich damit von der Chatbot-Suche abzugrenzen. Mit Bard hat Google jedoch eine eigene Chatbot-Suche am Start, auch wenn diese qualitativ und hinsichtlich der Nutzerzahlen noch hinter ChatGPT zurückbleibt.

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Zusammenfassung
  • Chatbots könnten das derzeitige Content-Ökosystem im Internet zerstören, da sie einen großen Teil des Internet-Traffics absorbieren.
  • Microsoft macht Vorschläge, wie Verlage auch im Zeitalter der Chatbots noch Einnahmen erzielen können. Weitergeleiteter Traffic soll für Microsoft ein Erfolgsindikator sein und eine Beteiligung an Werbeeinnahmen ermöglichen.
  • Google wiederum versucht, das klassische Such-Ökosystem durch mehr Transparenz und Hintergrundinformationen zu Webseiten und Autoren zu stärken.
Quellen
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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