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Update
  • Worldcoin ist gestartet

Aktualisierung vom 24. Juli 2023:

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Worldcoin von OpenAI CEO Sam Altman startet heute mit dem Kernangebot World ID, einem Konto, das durch Iris-Scan-Technologie verifiziert werden kann. Das in San Francisco und Berlin ansässige Projekt "Tools for Humanity" zielt darauf ab, echte Menschen von KI-Chatbots im Internet zu unterscheiden (siehe Meldung unten). World IDs werden auf Kryptowährungs-Blockchains gespeichert, was der Privatsphäre dienen soll.

Mit dem Start wird der Orbing-Betrieb, die futuristische Iris-Scan-Kamera, auf 35 Städte in 20 Ländern ausgeweitet. In der Betaphase hat das System zwei Millionen Nutzerinnen und Nutzer erreicht.

Altman sieht das Potenzial von Worldcoin in Kombination mit KI, die Wirtschaft mit einem universellen Grundeinkommen (UBI) zu transformieren und zugleich Betrug bei der Bereitstellung von UBI zu reduzieren.

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Originalartikel vom 1. April 2023

Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz könnte der Nachweis menschlicher Identität an Bedeutung gewinnen. Darauf spekuliert OpenAI-CEO Sam Altman mit seinem Start-up "Worldcoin".

Das 2019 in Berlin gegründete Krypto-Start-up Worldcoin hat sich neben der Etablierung einer globalen Kryptowährung auf die Identifizierung von Personen mittels biometrischem Iris-Scan spezialisiert.

"Durch den Fortschritt der KI reichen digital generierte Daten nicht mehr aus, um den Status einer Person nachzuweisen. Daher muss sich der Fokus auf die Verifizierung des Menschseins durch reale Beweise verlagern", schreibt Worldcoin.

Mit einer Spezialkamera namens "Orb" werden im Austausch gegen Kryptogeld oder andere Belohnungen von sogenannten "Orb-Operatoren" Augenpaare gescannt, die nach der Erfassung direkt in einen eindeutigen Identifikator umgewandelt werden. Der Iris-Scan wird anschließend gelöscht.

Empfehlung
Personen schauen in ein rundes silbernes Objekt, das ihre Iris scannt, Fotografie.
Der Orb im Einsatz beim Iris-Scan. | Bild: Worldcoin

Die "Orb Operators" sind in vielen Ländern unterwegs und sammeln Augenpaare. Der Worldcoin soll im ersten Halbjahr 2023 erscheinen, das World-ID-SDK (siehe unten) ist seit Mitte März verfügbar.

Das World-ID-Protokoll ist laut Worldcoin ein offenes, genehmigungsfreies Identitätsprotokoll, mit dem Personen Informationen über sich selbst belegen können. Bisher haben sich laut Worldcoin mehr als 1,4 Millionen Menschen beteiligt. Orb-Scans sind derzeit hauptsächlich in Argentinien, Chile, Indien, Kenia, Portugal und Spanien verfügbar. Ein umfangreicherer Rollout soll im Laufe des Jahres erfolgen, das Projekt bald in eine "nächste Phase" eintreten.

OpenAI-CEO Sam Altman spekuliert über die Relevanz menschlicher Identität

Mit den GPT-Sprachmodellen seiner Firma OpenAI sorgt CEO Sam Altman dafür, dass viel mehr Menschen viel mehr Text produzieren können. Die Frage, ob ein Text - oder ganz allgemein ein Inhalt - von einem Menschen oder einer Maschine verfasst wurde, könnte daher in Zukunft sowohl beruflich als auch privat an Bedeutung gewinnen.

Verlage etwa könnten ein Interesse daran haben, von menschlichen Journalist:innen verfasste Artikel entsprechend zu kennzeichnen. Im privaten Kontakt könnte es mich interessieren, ob mein Gegenüber sich die Mühe macht, mir persönlich zu schreiben, anstatt die KI antworten zu lassen. Nicht als Mensch verifizierte Absender könnten automatisch abgelehnt werden, um SPAM massiv einzuschränken. Es gibt unzählige solcher Szenarien.

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Altman hatte die Identitätsfrage, die OpenAIs Technologie auslösen könnte, schon 2019 vor Augen - und brachte Worldcoin auf den Weg. Inzwischen hat Worldcoin mit "Tools for Humanity" eine neue Dachorganisation, die sich selbst als produktorientiertes Forschungslabor beschreibt und dem Projekt zuarbeitet, etwa durch die Entwicklung der Orb-Kamera. Altman sitzt im Vorstand von Worldcoin.

Worldcoin startet Entwicklungsumgebung für "World ID"

Worldcoin gibt jetzt den Start des World ID-"Persönlichkeitsverifikation"-SDKs bekannt, das Technologien anbietet, die es in Zukunft ermöglichen sollen, KI und Mensch online verlässlich zu unterscheiden.

Als zugrundeliegende biometrische "Flaggschiff"-Maßeinheit bietet laut Worldcoin nur der Iris-Scan eine ausreichende Genauigkeit bei gleichzeitigem Datenschutz, Skalierbarkeit, Veränderbarkeit und Erkennungsoptionen. Die World ID, die in alle mögliche Arten von Apps integriert werden kann, unterstützt jedoch mehrere Arten der Verifizierung, unter anderem per Telefonnummer.

Bild: Worldcoin

Laut Worldcoin hat das Erkennungssystem im Kontext generativer KI vor allem zwei Ziele: Zum einen soll es verhindern, dass sich Menschen im Internet mit falschen Identitäten knappe Ressourcen wie ein Grundeinkommen erschleichen, indem die Anzahl der Accounts, die eine Person anlegen kann, zuverlässig begrenzt wird. Zum anderen soll es die massenhafte Verbreitung von KI-generierter Desinformation verhindern. Das SDK ist hier verfügbar.

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Zusammenfassung
  • Wenn immer mehr KI-Inhalte ins Netz gelangen, könnte die Verifizierung eines menschlichen Absenders ein wichtiges Gut werden.
  • Daran arbeitet das von OpenAI-CEO Sam Altman mitgegründete Start-up OpenAI, das Menschen per Iris-Scan einer Persönlichkeitsprüfung unterziehen will.
  • Nun kündigt das Start-up den Start von Entwicklungswerkzeugen an.
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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