Überwachung per Blickkontakt: Datenbrille erkennt 15 Gesichter pro Sekunde
Im Alltag fällt die Überwachungsbrille nicht weiter auf.
Der erfahrene Datenbrillenhersteller Vuzix kooperiert mit dem Software-Unternehmen NNTC aus Dubai für eine Datenbrille mit KI-gestützter Gesichtserkennung. "iFalcon Face Control" nennen die beiden Unternehmen das Gerät, das laut Pressemitteilung das erste autonome Gesichtserkennungssystem für die Nase ist. In China soll eine ähnliche Kamerabrille schon seit Februar 2018 im Einsatz sein, die Gesichter aber über die Cloud abgleicht.
Technische Grundlage von iFalcon Face Control ist Vuzix' Datenbrille Blade, die einer Sonnenbrille ähnelt und im Alltag zwar etwas ungewöhnlich aussieht, aber nicht unbedingt als Technikbrille auffällt. Blade wird auch an Endverbraucher vermarktet - ohne Gesichtserkennung - und schnitt in Tests der US-Presse bislang eher schlecht ab.
15 Gesichter pro Sekunde
Gesichter werden über eine im Brillengestell integrierte Kamera erfasst und drahtlos an einen Taschencomputer übertragen. Dort werden sie von einer Software analysiert und mit einer lokalen Datenbank abgeglichen. Die Datenbank kann bis zu einer Million unterschiedliche Gesichter fassen. Eine Internetverbindung wird nicht benötigt.
In einem Einzelbild eines Videos soll die Software bis zu 15 Gesichter in weniger als einer Sekunde identifizieren können. Ist ein kritischer Treffer darunter, erhält der Brillenträger eine Warnung. Angeblich kann die Brille auch das Alter, das Geschlecht sowie Emotionen im Gesicht erkennen.
Rund 50 der Überwachungsbrillen wurden laut Vuzix an NNTC ausgeliefert. Sie sollen von regionalen Sicherheitsdiensten eingesetzt werden, um in einer Menschengruppe "einfach und diskret Gesichter von potenziell gefährlichen, vermissten oder verdächtigen Personen zu erkennen". Die Überwachungssoftware kann jeden Videostream analysieren, beispielsweise auch Aufnahmen von Drohnen.
Quelle: Pressemitteilung; Titelbild: NNTC (Screenshot bei YouTube)
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