Bei einem Treffen zwischen Anthropic-CEO Dario Amodei und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte dieser ein Ultimatum: Entweder Anthropic lenke bis Freitag ein, oder das Pentagon werde den Defense Production Act nutzen – ein Gesetz, das Unternehmen zur Kooperation zwingen kann – oder Anthropic als Lieferkettenrisiko einstufen. Laut Franklin Turner, Anwalt für Regierungsverträge bei McCarter & English, wäre ein solches Vorgehen gegen Anthropic beispiellos und könnte zahlreiche Klagen nach sich ziehen.
Amodei erklärte, die bestehenden Schutzmaßnahmen würden aktuelle Militäroperationen nicht behindern. Das Pentagon verhandelt parallel KI-Verträge mit Google, xAI und OpenAI für den Einsatz auf dem Schlachtfeld, etwa für autonome Drohnenschwärme, Roboter und Cyberangriffe. Elon Musks xAI wurde diese Woche bereits für den Einsatz in geheimen Netzwerken zugelassen.
Nutzer von Claude Code können jetzt eine lokal laufende Programmier-Sitzung von unterwegs über Smartphone, Tablet oder Browser weiterführen. Die Sitzung läuft weiterhin auf dem eigenen Rechner, keine Daten werden in die Cloud verschoben. Lokale Dateien, Server und Projektkonfigurationen bleiben nutzbar. Der Zugriff erfolgt über claude.ai/code oder die Claude-App für iOS und Android, Nutzer können nahtlos zwischen Terminal, Browser und Handy wechseln. Bei Netzwerkunterbrechungen verbindet sich die Sitzung automatisch neu, nach etwa zehn Minuten Offline-Zeit endet sie allerdings.
Die Funktion ist als Research Preview zunächst für Max-Abonnenten verfügbar, Pro-Nutzer sollen folgen. Im Unterschied zu Claude Code im Web, das seit letztem Jahr Aufgaben in Anthropics Cloud-Umgebungen ausführt, läuft eine Remote-Control-Sitzung vollständig auf dem eigenen Rechner.
Anthropic lässt Claude nun eigenständig zwischen Excel und PowerPoint wechseln, etwa um Analysen direkt in Präsentationen zu überführen. Zugleich erhalten Enterprise-Kunden private Plugin-Marktplätze in Cowork, über die Admins eigene Plugin-Sammlungen an Teams verteilen können. Neue Vorlagen decken unter anderem HR, Design, Engineering, Finanzen und Vermögensverwaltung ab.
Besonders stark wächst der Finanzbereich: MCP-Schnittstellen für FactSet und MSCI liefern Echtzeit-Marktdaten und Index-Analysen; S&P Global (Capital IQ Pro) und LSEG steuern eigene Plugins bei.
Neue Drittanbieter-Verbindungen umfassen Google Workspace, Docusign, Salesforce, Slack und weitere. Admins bekommen erweiterte Zugriffskontrollen sowie OpenTelemetry-Support für Kosten- und Nutzungsüberwachung. Die Excel-PowerPoint-Funktion ist als Forschungsvorschau für alle Bezahlpläne verfügbar.
Cowork ist Anthropics Desktop-Tool für agentenbasierte Büroarbeit. Plugins machen Claude zum Spezialisten für einzelne Abteilungen – das Tool hat allerdings bekannte Sicherheitslücken.
Paradox der Automatisierung: KI soll Menschen gezielt Übungsaufgaben zuteilen
Statt nur die Maschinen zu kontrollieren, soll künstliche Intelligenz künftig den Menschen Übungsaufgaben stellen. Das Ziel: verhindern, dass wir selbst zum Sicherheitsrisiko werden, etwa durch Fehlbedienung, blindes Vertrauen oder mangelndes Verständnis.
OpenAI hat zwei API-Updates für Entwickler angekündigt: Das neue Modell gpt-realtime-1.5 für die Realtime-API soll Sprachbefehle zuverlässiger umsetzen. Laut OpenAI zeigen interne Tests eine um gut zehn Prozent verbesserte Transkription von Zahlen und Buchstaben. Zudem stieg die Leistung bei logischen Audioaufgaben um fünf Prozent und bei der Befolgung von Anweisungen um sieben Prozent. Auch das Audiomodell wurde auf Version 1.5 aktualisiert.
Zudem unterstützt die Responses-API nun WebSockets. Das ermöglicht laut OpenAI eine dauerhafte Datenverbindung, bei der nur neue Informationen gesendet werden, statt bei jeder Anfrage den gesamten Kontext neu zu übertragen. Laut OpenAI beschleunigt das komplexe KI-Agenten mit vielen Werkzeug-Nutzungen um 20 bis 40 Prozent.
Das chinesische KI-Startup Deepseek hat sein neuestes KI-Modell offenbar auf Nvidias leistungsstärkstem Chip Blackwell trainiert – trotz US-Exportverbots. Das berichtet Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der Trump-Regierung. Das Modell soll bereits nächste Woche veröffentlicht werden. Gerüchte über Chip-Schmuggel gab es bereits Ende letzten Jahres.
Die Blackwell-Chips befinden sich laut dem Beamten vermutlich in einem Rechenzentrum in der Inneren Mongolei. Deepseek werde voraussichtlich technische Hinweise auf die Nutzung der US-Chips entfernen. Wie Deepseek an die Chips gelangte, wollte der Beamte nicht sagen. Nvidia lehnte einen Kommentar ab, Deepseek und das US-Handelsministerium reagierten nicht auf Anfragen von Reuters.