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Baidu startet einen großen Testlauf mit vierzig autonom fahrenden Autos und einer KI-gestützten Straßeninfrastruktur in China.

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Der chinesische Internet-Konzern Baidu testet derzeit in einem groß angelegten Pilot-Programm die weltweit erste multimodale Mobility-as-a-Service-Plattform für autonomes Fahren. Bewohner der Stadt Guangzhou, in der ausgewählte Verkehrsbereiche intelligent vernetzt wurden, sollen über Baidu-Apps verschiedene Services buchen können. Unter den insgesamt fünf eingesetzten Fahrzeugtypen befinden sich auch ein mobiler Snackautomat und ein autonom fahrender Polizei-Roboter.

Baidu bietet Mobilität als Service an

Baidu schickt insgesamt vierzig Fahrzeuge durch die chinesische Großstadt Guangzhou. Darunter sind fünf verschiedene Fahrzeugtypen, die alle auf Baidus Apollo-Plattform für autonomes Fahren basieren. Über die Apps Baidu Maps, dem chinesischen Pendant zu Google Maps, und Apollo Go können beispielsweise Einzel- oder Gruppenfahrten in autonom fahrenden Vehikeln gebucht werden.

Damit will das Unternehmen Nutzern die Vielfältigkeit und den Komfort intelligenter Transporttechnologie nahebringen. Außerdem testet Baidu, wie sich unterschiedliche Transportmodalitäten und Use-Cases in einem Mobility-as-a-Service-Ökosystem unterbringen lassen. In Guangzhou kommt erstmals die ACE Transportation Engine zum Einsatz. Das ist Baidus Komplettlösung für autonomes Fahren, vernetzte Straßen und effiziente Mobilität.

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Guangzhou will Zentrum des intelligenten Verkehrs werden

Bestimmte Bereiche Guangzhous wurden mit einer KI-Straßeninfrastruktur ausgestattet. Smarte Ampeln und Verkehrsschilder sind über ein intelligentes Netzwerk mit der Apollo-Flotte vernetzt und tauschen Informationen aus.

Die Skyline der chinesischen Großstadt Guangzhou.
Die chinesische Großstadt Guangzhou will zum Zentrum des intelligenten Verkehrs werden. | Bild: Huramaul (Pixabay)

Die Informationen können Passagiere beispielsweise auf den interaktiven Monitoren in den Robotaxis und Shuttle-Bussen abrufen. Dort werden etwa Ampel-Countdowns, Verkehrswarnungen oder die Länge von Warteschlangen an Kreuzungen in Echtzeit angezeigt.

Damit soll der Verkehrsfluss des Bezirks verbessert und Guangzhous Status als Zentrum des intelligenten Verkehrs reflektiert werden. Zu diesem Zweck installierte Baidu auch ein riesiges ACE Smart Traffic Display auf einem prominenten Gebäude. Dort werden die Arbeiten in den Steuerungszentralen und Verkehrsinformationen gezeigt sowie das Zusammenspiel des Apollo-Systems und der KI-Straßeninfrastruktur visualisiert.

New Species Vehicle – der fahrende Snackautomat

Für die verschiedenen Personenbeförderungen rüstet Baidu E-Autos des chinesischen Autobauers FAW zu selbstfahrenden Robotaxis um und schickt autonome Shuttlebusse durch die Stadt. Die baut der Internet-Konzern seit 2018 in Kooperation mit dem Hersteller King Long.

Ein autonom fahrendes Auto mit Baidus Apollo-Technologie fährt durch Wasser.
Baidu stattet Autos verschiedener Hersteller mit seiner Apollo-Plattform aus. | Bild: Baidu

Baidu setzt die Busse bislang in Freizeitparks oder Flughäfen ein. Sie haben weder Pedale noch ein Lenkrad und werden stattdessen über ein Touchdisplay gesteuert. Neben den unterschiedlichen Robotaxis und Shuttle-Bussen schickt Baidu auch zwei Exoten auf die Straße.

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Das „New Species Vehicle“ ist ein autonom fahrendes Allround-Gefährt: Es bietet verschiedene Service-Leistungen an, wie den Verkauf von Snacks, Straßenkehren oder das Desinfizieren von Außenbereichen. Während die Fahrzeuge zur Personenbeförderung einen Sicherheitsfahrer mit an Bord haben müssen, ist das Allzweck-Gefährt komplett autonom unterwegs.

Hier steuert nur die Künstliche Intelligenz auf Basis der von Kameras, Radar- und Lidarsensoren eingefangenen Umgebungsdaten. Mit dem „Apollocop Public Safety Robot“ schickt Baidu auch einen autonom fahrenden Polizei-Roboter auf Streife. Der patrouilliert mit einem Sicherheitsfahrer über ausgewählte Straßen im Zentrum der Stadt.

Baidu fährt fahrerlos in China und den USA

Baidu verfügt mittlerweile über 199 Lizenzen zum autonomen Fahren in China. Zudem sei man das erste chinesische Unternehmen mit einer Erlaubnis für autonome Fahrten ohne Sicherheitsfahrer in zwei Ländern, China und den USA. Im US-Bundesstaat Kalifornien darf Baidu drei fahrerlose Roboautos auf ausgewiesenen Straßen in Sunnyvale und Santa Clara County betreiben.

Dort sind auch die fahrerlosen Robotaxis der Firma Cruise Automation unterwegs. Das Tochterunternehmen von General Motors, in das auch Microsoft investiert, stellte Anfang letzten Jahres sein erstes von Grund auf für autonomes Fahren konzipiertes Auto Cruise Origin vor.

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Neben Baidu und Microsoft investieren viele weitere große Tech-Konzerne in autonomes Fahren. Alphabet lässt in seinem Tochterunternehmen Waymo die Technologie des Google Driverless Car weiterentwickeln. Amazon übernahm 2020 das australische Robotaxi-Start-up Zoox und der Chip-Hersteller Intel testet seine Mobileye-Autos in München.

Dem chinesischen Suchmaschinen-Giganten reicht es nicht, nur die Fahrzeuge verschiedener Autobauer mit seiner Apollo Self Driving-Plattform auszustatten. Künftig will Baidu auch eigene E-Autos bauen. Anfang des Jahres gab das Unternehmen eine zu diesem Zweck eingegangenen strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Autokonzern Zhejiang Geely Holding Group bekannt.

Titelbild: Baidu, Quelle: PR Newswire

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Josef schreibt für THE DECODER über Robotik, autonomes Fahren, vernetzte Städte und smarte Geräte. Träumt von einem Smart Home, in dem sämtliche Sprachassistenten friedlich koexistieren.
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