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Podcast über Künstliche Intelligenz und Wissenschaft
DEEP MINDS #12: Künstliche Intelligenz regulieren

Der Logistikroboter Stretch von Boston Dynamics soll Kartons und Kisten möglichst eigenständig durch Lager bewegen.

Boston Dynamics kann es eben nicht lassen: Selbst den technisch zwar komplexen, aber letztlich alltäglichen Industrieroboter „Stretch“ enthüllt das Unternehmen stilvoll in einem sorgfältig orchestrierten YouTube-Video, in dem der Logistikroboter unter anderem Boston Dynamics Hunderoboter Spot auspackt.

Stretch ist ein neuer Prototyp von Boston Dynamics, der die autonome Maschinenarbeit in Lagerhallen revolutionieren soll. Seine Wurzeln reichen zurück zu „Handle“, dem Prototyp-Vorläufer, der noch aufgerichtet auf zwei Rädern durch die Gegend kutschierte und zwei menschenähnliche Greifarme hatte.

Handle erinnert an Boston Dynamics humanoiden Roboter Atlas, nicht von ungefähr, denn die Maschine war eine Variante von Atlas speziell für die Logistik. In die Serienfertigung schaffte es Handle jedoch nicht: Der Roboter erwies sich in Praxistests als zu langsam und unflexibel, um menschliche Lagerarbeiter effizient nachzuahmen. Stretch soll das jetzt ändern.

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Stretch: Boston Dynamics flexibler Lagerroboter

Stretch hingegen ist visuell weniger spektakulär, dafür aber funktionaler und auf Effizienz optimiert: Statt zwei Rädern hat der Roboter jetzt vier, sie sitzen unter einem Sockel, auf dem Stretch auf wenig Raum in alle Richtungen durch enge Lagergänge manövrieren kann.

Seitlich hat Stretch einen mit Sensoren gespickten Mast, Boston Dynamics nennt ihn „Wahrnehmungsmast“, über den der Roboter die Umgebung visuell abtasten und so sicher durch die Umgebung fahren soll, ohne Menschen zu streifen oder Waren zu beschädigen.

Statt mit menschlich anmutenden Armen wie noch bei Handle nimmt Stretch Kisten über einen großen Saugkopf auf. Der sitzt an einem einzelnen mechanischen Arm, der sich frei in alle Richtungen bewegen und drehen kann. Die Düsen an dem Saugkopf können sich nur an glatten Oberflächen festsaugen.

Bis zu 23 Kilogramm kann Stretch so durch die Gegend fahren, rund 800 Kisten pro Stunde soll er bewegen können. Das wäre vergleichbar mit der Arbeitsleistung eines Menschen. Die Batterie hält rund acht Stunden, also einen Arbeitstag.

Stretch soll die Lagerlogistik mobilisieren und teilautomatisieren

Boston Dynamics verspricht, dass Stretch nach nur wenigen Stunden Training in Betrieb gehen kann und sich außerdem gut in Umgebungen zurechtfindet, die nicht speziell für Roboterarbeit optimiert sind. Mal bringt der Roboter Kisten in einen Lkw, mal legt er sie auf ein Förderband – das geht ohne Umbauarbeiten im Lager.

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Die aus dieser Mobilität entstehende Flexibilität soll den Roboter interessant für viele Unternehmen machen, da er sich gut in bestehende Arbeitsprozesse einbinden lassen und auch an einem für Menschen eingerichteten Arbeitsplatz funktionieren soll.

Stretch soll so Automatisierungsoptionen in Lager bringen, die eigentlich nicht für Automatisierung ausgelegt sind, was laut Boston Dynamics auf circa 80 Prozent der weltweiten Lager zutrifft. Interessant soll Stretch insbesondere für Unternehmen sein, für die sich der große Automatisierungsumbau nicht lohnt.

Boston Dynamics ist derzeit auf der Suche nach Partnern für erste Praxistests. Im kommenden Jahr soll Stretch offiziell auf den Markt kommen. Der Preis ist noch nicht bekannt.

Quelle: Boston Dynamics

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Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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