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Clearview AI CEO Hoan Ton-That äußert sich in einem Interview zu einem möglichen Missbrauch seiner App. Wie geht Clearview AI dagegen vor?

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Clearview AI kommt in über 2.400 Polizeibehörden zum Einsatz, bestätigt CEO Hoan Ton-That in einem Interview für den Podcast "This Week In Startups". Nach einem Enthüllungsartikel der New York Times geriet das Unternehmen Anfang des Jahres mit seiner KI-gesteuerten Gesichtserkennungssoftware in den Mittelpunkt einer Debatte um das Ende der Privatsphäre.

Im Gespräch mit Show-Host Jason Calacanis spricht Ton-That über die plötzliche Berühmtheit, wie seine umstrittene Software zum Einsatz kommt und was Clearview AI tut, um Missbrauch zu verhindern. Das Interview wurde schon Ende Mai aufgezeichnet, Calacanis und sein Team verzichteten allerdings aufgrund der anhaltenden Unruhen und der intensiven öffentlichen Debatten über Polizeigewalt in den USA bis jetzt auf die Veröffentlichung.

Clearview-CEO: "Stolz, im Mittelpunkt der Debatte zu stehen"

Im Gespräch mit Calacanis nennt Ton-That die Berichterstattung der New York Times als "extrem fair". Bis dahin hätte Clearview AI keine Medienpräsenz gehabt und sei über Nacht auf dem Cover der New York Times gelandet. Zunächst sei er unsicher gewesen, wie er mit dieser Situation umgehen solle.

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Letztlich habe man sich aber entschlossen, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen und den Menschen zu erklären, wie Clearview AI funktioniere und welche Vorteile es für die Gesellschaft biete. Er sei stolz, mit seinem Unternehmen im Mittelpunkt einer solch wichtigen Diskussion zu stehen.

Wer nutzt Clearview AI und wie viel kostet es?

Nachdem Clearview AI unter anderem als Hightech-Spielzeug für Superreiche in Verruf geraten war und immer mehr rechtliche Schritte gegen das KI-Start-up eingegangen waren, reagierte Clearview auf eine Sammelklage.

Anfang Mai bestätigte Clearview, keine Geschäftsbeziehungen zu Privatunternehmen mehr unterhalten zu wollen und deren Konten zu sperren. Eine Zusammenarbeit erfolge nur noch mit Regierungsbehörden.

Im Interview mit Calacanis bestätigt CEO Hoan Ton-That, dass Clearview AI derzeit von über 2.400 Polizeibehörden in den USA genutzt würde. Hauptsächlich sollen ermittelnde Beamte, also Detectives, mit einer Lizenz ausgestattet werden. Die App soll maßgeblich zur Lösung von Mordfällen und Kindesmissbrauch beigetragen haben. Auch massive Finanzbetrugsringe wurden laut Ton-That mit Hilfe von Clearview AI gesprengt. Daher glaubt der Clearview-CEO, die Vorteile seiner App würden die Nachteile deutlich aufwiegen.

Clearview AI verkaufe ausschließlich personengebundene Nutzungslizenzen an die Behörden. Der Preis hänge unter anderem davon ab, wie viele Lizenzen erworben werden und ob die entsprechende Behörde auf föderaler, lokaler oder staatlicher Ebene agiere. Als Richtwert gibt er rund 2.000 US-Dollar jährlich pro Mitarbeiterzugang an.

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Wie verhindert Clearview AI den Missbrauch seiner App durch Polizisten?

Auf die Frage nach möglichem Missbrauch durch Polizeibeamte entgegnet Tot-That: "Unser Ziel ist es, das Beste aus der Technologie herauszuholen und den Missbrauch vollständig zu minimieren." Ton-That behauptet, dass es bis heute weder zu einem Missbrauch der App, noch zu einer falschen Festnahme gekommen sein soll.

Mitarbeiter der Polizeibehörden mit Clearview-Nutzungsrechten würden extra geschult und wüssten, in welche Fällen und wie sie Clearview AI einsetzen dürfen. Sie würden die Rechtslage genau kennen. Die Behörden könnten außerdem selbst zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, beispielsweise Suchen nur in begründeten Fällen oder in Verbindung mit Fallnummern erlauben.

Zudem stelle jede Polizeidienststelle einen Mitarbeiter zur Prüfung der Log-in-Protokolle und durchgeführten Suchen ab. Allein zu wissen, dass es solche Prüfungen gibt und jede Suche untrennbar mit dem eigenen Nutzer-Account verbunden ist, schrecke laut Ton-That die meisten Menschen vor Missbrauch ab.

Hat Clearview AI Zugriff auf Accounts und Log-in-Protokolle?

Calacanis spricht Ton-That auf mögliches Account-Sharing an. Der CEO entgegnet, dass man das sehr gut unterbinden könne. Clearview könne genau nachvollziehen, von welcher IP-Adresse oder von welchem Gerät ein Log-in durchgeführt wird. Außerdem verfüge Clearview AI über eine Zwei-Faktoren-Authentifikation. Vorstellbar wäre künftig eine Erweiterung um den Faktor Gesichtserkennung.

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Auf die Frage, ob Clearview AI selbst Zugriff auf die Such- und Log-in-Protokolle habe, weicht Ton-That erst aus, erklärt dann aber, dass sie auf den Clearview-Servern gespeichert seien. Clearview greife nicht darauf zu, würde sich aber im Zuge von behördlichen Ermittlungen stets an richterliche Anordnungen halten.

Titelbild: This Week in Start-ups (YouTube), Quelle: This Week in Start-ups (YouTube)

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Josef schreibt für THE DECODER über Robotik, autonomes Fahren, vernetzte Städte und smarte Geräte. Träumt von einem Smart Home, in dem sämtliche Sprachassistenten friedlich koexistieren.
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