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Ihr wollt frisches Gemüse, habt aber keine Zeit zum Gärtnern? Kein Problem – FarmBot übernimmt.

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Ein US-amerikanisches Start-up baut einen Roboter, der die Kontrolle über unsere Gärten übernimmt. Nie wieder überteuertes Supermarktgemüse, jeden Tag Bioqualität und das Beste: Ihr müsst keinen Finger dafür krümmen. Zumindest, wenn der Hersteller Recht behält.

FarmBot: Ein Roboter übernimmt die Gartenarbeit

FarmBot besteht aus einem Schienensystem und einer Robotereinheit. Angetrieben wird er von vier NEMA 17-Schrittmotoren, GT2-Zahnriemen und Riemenscheiben sowie einer Präzisionsleitspindel aus Edelstahl. Die komplette Anlage ist aus Aluminium, Edelstahl und UV-beständigem ABS gefertigt, was für eine lange Lebensdauer und den problemlosen Außeneinsatz bei jedem Wetter sorgen soll.

Die Elektronik besteht aus einem TMC2130-Schrittmachertreiber mit integrierter Strömungsabrisserkennung und Raspberry-Pi-Computer für die Web-Konnektivität. In den Express-Varianten kommt der mechanische Gärtner fast komplett zusammengebaut an. So soll der Roboter auch für technisch weniger begabte Menschen zugänglich werden.

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Harvest Moon für Fortgeschrittene

Dafür sorgt auch eine leicht bedienbare FarmBot-Web-App, die auf nahezu allen Endgeräten läuft. Die Nutzeroberfläche kommt einem Videospiel sehr nahe. Es kann in wenigen Schritten ein Plan für die gesamte Vegetationsperiode erstellt werden.

Per Drag-and-Drop-Verfahren zieht ihr dabei das gewünschte Gemüse in das digitale Beet. Ist alles eingestellt, säht, bewässert und erntet FarmBott vollautomatisch und auf Wunsch das ganze Jahr über. Der Roboter greift auf eine riesige Datenbank mit jedem erdenklichen Gartengemüse zu und weiß genau, welche Pflege Bok Choy, Salat, Radieschen, Rote Beete, Mangold, Rucola oder Brokkoli in verschiedenen Wachstumsphasen brauchen.

FarmBot-Besitzer dürfen über die App auch selbst Hand anlegen und die Steuerung in Echtzeit aus der Ferne übernehmen. Über die integrierte Kamera seht ihr, wie es um das Wachstum der Pflanzen steht oder ob Vögel das Saatgut aus der Erde picken. In dem Fall verscheucht sie FarmBot auf Wunsch natürlich.

Open-Source-FarmBot kann selbstständig erweitert werden

Wer sich mit Roboter-Training auskennt, darf die Fähigkeiten des FarmBots selbstständig erweitern. Die Hersteller stellen sämtliche 3D-CAD-Modelle, die Software und dazugehörige Dokumentation kostenlos zur Verfügung.

Damit ist FarmBot wohl der erste Open-Source-Gärtner der Welt. FarmBot kostet je nach Modell zwischen 1.275 und 4.260 US-Dollar. Wie sich das rechnet, legt das Unternehmen in einer sehr ausführlichen ROI-Rechnung auf der eigenen Webseite dar.

Empfehlung

FarmBot Express und FarmBot Genesis sollen kontinuierlich den gesamten Gemüsebedarf von mindestens einer Person decken können. Schon nach zwei Jahren haben sich die Anschaffungskosten nach Herstellerangaben amortisiert. In der XL-Version gelinge dies schon nach einem Jahr. Gleichzeitig könne damit eine vierköpfige Familie versorgt werden.

Weltraumgemüse für die NASA

Das gleichnamige Start-up vertreibt FarmBot nach eigenen Angaben schon in mehr als achtzig Ländern. Neben Privathaushalten gehören auch Schulen, Labore, gemeinnützige Organisationen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und sogar die Nasa zum Kundenkreis. Die US-Raumfahrtbehörde setzt FarmBot seit 2017 ein, um Methoden zu entwickeln, Lebensmittel im Weltraum anzubauen.

Neben dem FarmBot gibt es viele weitere Versuche, Robotik stärker in den Lebensalltag zu integrieren: Amazon arbeitet angeblich seit längerem an einem Alexa-Haushaltsroboter, der Gegenstände transportiert, den Boden wischt oder für Videokonferenzen genutzt werden kann. Auch Wäschefalten könnte schon bald automatisiert werden, denn die Entwicklung von Textil-Robotern macht Fortschritte.

Noch in diesem Jahr könnte außerdem Roboterfrau Sophia in den Verkauf gehen: Der humanoide Roboter soll Menschen helfen und während COVID-19-Lockdowns die negativen Folgen von Einsamkeit und sozialer Isolation durch Kontaktbeschränkungen lindern.

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In Japan könnten Fortschritte in der Robotik-Entwicklung schon bald am Fließband produziert werden: Der Autokonzern Toyota baut gerade eine eigene Labor-Stadt, in der Roboteranwendungen, KI-Systeme und autonomes Fahren in Alltagssituationen getestet werden sollen. Läuft alles nach Plan, öffnet die SciFi-Stadt Woven City schon 2024 ihre Pforten für etwa 360 Bewohner.

Auch Paket-Lieferungen könnten schon bald von Robotern erledigt werden. Der Paketdienst FedEx testet Lieferbots für Termin- und Same-Day-Zustellungen und im US-Bundesstaat Houston übernimmt ein autonom fahrender Roboter Pizza-Lieferungen.

Titelbild & Quelle: FarmBot

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Josef schreibt für THE DECODER über Robotik, autonomes Fahren, vernetzte Städte und smarte Geräte. Träumt von einem Smart Home, in dem sämtliche Sprachassistenten friedlich koexistieren.
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