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Die Gemengelage um Nutzungsrechte und Copyright bei KI-generierten Bildern spitzt sich weiter zu.

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Mit KI-Werkzeugen generierte Bilder werden im Internet verkauft. Sucht man etwa bei Bildplattformen wie Adobe Stock oder Shutterstock nach "Midjourney" oder "AI generated", erhält man tausende passende Treffer. Einige der Anbieter geben an, dass es sich um ein KI-generiertes Bild handelt.

Auch auf der Micro-Job-Plattform Fiverr gibt es zahlreiche Anbieter, die KI-Kunst transparent als solche verkaufen - und wahrscheinlich noch viele mehr, die KI-Werke als eigene Kunst platzieren.

KI-Bilder: Es ist kompliziert

Derzeit ist das kein Rechtsbruch: Shutterstock etwa schließt den Handel mit KI-generierten Bildern nicht aus. Und wer bei Midjourney zahlender Kunde ist, dem gehören laut der Firma sämtliche Rechte am generierten Bild. Dem Verkauf steht demnach nichts im Wege. Bei Fiverr wird zudem nur der Service für die Erstellung eines KI-Bildes bezahlt, nicht das Bild selbst.

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Das eigentliche Problem bei KI-generierten Motiven ist jedoch die gerichtlich ungeklärte Frage nach dem Copyright. Systeme wie Midjourney, Stable Diffusion oder DALL-E 2 sind mit von Menschen geschaffenen Bildern trainiert.

Selbst wenn diese frei verfügbar ins Internet gestellt wurden: Zu dem Zeitpunkt, als das geschah, war den Kunstschaffenden wahrscheinlich nicht bewusst, dass ihre Motive für das Training einer KI verwendet werden könnten, die eines Tages ihre eigene Arbeit weniger sichtbar macht oder sie gar ersetzt.

Künstler und Künstlerinnen als KI-Inspiration

Besonders offensichtlich wird das Copyright-Problem KI-generierter Bilder bei Motiven, die stark von der Kunst einzelner Künstler und Künstlerinnen geprägt sind.

Der Gaming-Künstler Greg Rutkowski etwa wird so unfreiwillig zur KI-Vorlage: Tippt man bei Midjourney in den Bildbefehl die Ergänzung "Greg Rutkowski" ein, erhält man ein Motiv, das an Rutkowskis Stil erinnert oder ihm sogar ähnelt.

Bild-KIs wie Midjourney können den Stil einzelner Künstler:innen imitieren. In diesem Fall ist es Greg Rutkowski. | Bild: Midjourney, "Dealing with AI Art, Greg Rutkowski", prompted by THE DECODER

Rutkowskis Bilder sind auf der Kunstplattform Artstation online einsehbar, so wurden sie Teil der Trainingsmasse. Der Künstler bezeichnet das gegenüber Technology Review als "cooles Experiment", räumt aber gleichzeitig ein, dass es für ihn und andere Künstler und Künstlerinnen "so langsam anfängt, wie eine Bedrohung für unsere Karrieren" auszusehen.

Empfehlung

Durchsucht man Bildbefehle in der Stable-Diffusion-Bilddatenbank Lexica nach Rutkowski, erhält man derzeit mehr als 90.000 Treffer. "Es ist erst ein Monat vergangen. Was wird in einem Jahr sein? Wahrscheinlich werde ich meine Arbeit nicht mehr finden können, weil [das Internet] mit KI-Kunst überschwemmt sein wird", sagt Rutkowski und bezeichnet diesen Ausblick als "besorgniserregend".

Rutkowskis Stil ist bei Midjourney-Nutzenden beliebt und dient als Vorlage für viele Generierungen. | Bild: Screenshot bei Lexica

Auf der Webseite "Have I been trained" können Künstlerinnen und Künstler rund 5,8 Milliarden Bilder durchsuchen, mit denen Midjourney und Stable Diffusion trainiert wurden. Die Bilder stammen aus dem Open-Source-Bilddatensatz LAION-5B.

Tom Mason, der CTO von "Stability.ai", das Start-up hinter Stable Diffusion, sagt, dass Künstler:innen, die ihre Kunst nicht für KI-Training hergeben wollen, mit dem deutschen Unternehmen LAION in Kontakt treten sollen. LAION stellt KI-Trainingsdatensätze zusammen und trainiert mit finanzieller Unterstützung von Stability.ai eigene Modelle.

KI-Kunst vor Gericht: Wer urteilt wann, wo und wie?

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Fälle zu KI-Kunst-Copyright vor Gericht landen. Doch die Verhandlungen könnten sich lange ziehen, weil die Materie so komplex und weitreichend ist. Sie müssten zudem womöglich vor zahlreichen Gerichten gefochten werden, bis sie international etabliert sind. Was passiert bis dahin mit Künstler:innen, insbesondere, wenn sich KI-Generatoren weiter so schnell entwickeln und verbreiten?

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Ein wichtiger Baustein könnte sein, wie sich die großen Stock-, Bild- und Jobplattformen im Internet und die Anbieter von KI-Bild-Generatoren positionieren. Sind sie solidarisch mit der Kunst- und Designbranche und kommen ihr entgegen, etwa durch alternative Lizenzmodelle?

Erste Online-Kunstplattformen haben sich bereits positioniert und KI-Kunst verbannt. Aber das ist für diese alternativlos, schließlich schützen sie so ihr eigenes Klientel und damit ihr Geschäftsmodell. Künstler:innen könnten zudem dazu übergehen, ihre Motive nur noch gegen Bezahlung zu veröffentlichen, und sie so gut wie möglich aus Trainingsdatensätzen entfernen lassen.

Doch bei aller Gegenwehr: Die durch KI-Generatoren in Gang gebrachte Medienrevolution ist nicht mehr aufzuhalten. Entwickeln sich synthetische Medien so rasant weiter, wie in den letzten Jahren - generative Modelle für 3D, Audio und Video stehen in den Startlöchern - und sind dank Open-Source-Initiativen wie Stable Diffusion in den Händen vieler Menschen, werden Verbote wirkungslos verpuffen. KI-generierte Medien werden ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, oder sind es womöglich schon längst.

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Zusammenfassung
  • Auf Online-Plattformen wie Fiverr und Shutterstock werden KI-generierte Bilder verkauft.
  • Das ist rechtlich (noch) in Ordnung, aber nur, weil die grundlegende Copyright-Frage noch nicht geklärt ist: Waren die in den KI-Trainingsdatensätzen enthaltenen Bilder auch für KI-Training freigegeben?
  • Besonders offensichtlich wird das Copyright-Problem bei Motiven, die von der KI gezielt im Stil einzelner Künstler:innen generiert wurden. Einige Künstler:innen fühlen sich dadurch bedroht.
  • Eine zeitnahe Klärung der Problematik ist nicht in Aussicht. Derweil verbreitet sich KI-Technologie rasant weiter und wird immer besser.
Quellen
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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