OpenAI bietet ab sofort einen GitHub-Connector für den Deep-Research-Agenten in ChatGPT an. Nutzer mit Plus-, Pro- oder Team-Abo können damit eigene GitHub-Repositories verbinden und Fragen stellen. ChatGPT durchsucht daraufhin Quellcode und Dokumentation im Repo und liefert einen ausführlichen Bericht mit Quellenangaben. Dabei gelten die bestehenden Zugriffsrechte: Nur freigegebene Inhalte sind für ChatGPT sichtbar. Der Rollout erfolgt in den nächsten Tagen, Versionen für Enterprise-Kunden sollen bald folgen. Ziel ist es laut OpenAI-Produktchef Nate Gonzalez, ChatGPT besser in interne Arbeitsabläufe zu integrieren. Weitere Deep-Research-Konnektoren sind geplant.
Google setzt ab sofort KI-Modelle ein, um Nutzer des Chrome-Browsers besser vor Online-Betrug zu schützen. Auf Desktop-Rechnern kommt dafür das lokale Sprachmodell Gemini Nano zum Einsatz, das betrügerische Websites schnell erkennen soll – auch solche, die bislang unbekannt sind. Auf Android warnt Chrome künftig vor betrügerischen Benachrichtigungen, die von Webseiten ausgehen. Google erklärt, dass diese Maßnahmen Teil eines umfassenderen Schutzes sind, der auch in der Safe-Browsing-Funktion "Erweiterter Schutz" zum Tragen kommt. Zusätzlich meldet das Unternehmen, dass KI-gestützte Systeme in der Google-Suche täglich hunderte Millionen betrügerischer Inhalte blockieren. Damit habe man etwa die Zahl gefälschter Supportseiten von Fluggesellschaften um über 80 Prozent reduziert.
Die Trump-Regierung plant, die KI-Chip-Exportbeschränkungen der Biden-Ära aufzuheben und zu ersetzen. Das teilte eine Sprecherin des US-Handelsministeriums mit. Die Biden-Regel sollte am 15. Mai in Kraft treten und teilte die Welt in drei KI-Chip-Zonen ein, wobei die meisten Länder Obergrenzen unterlagen. Die Trump-Beamten halten das System für "zu komplex" und "nicht durchsetzbar". Sie wollen es durch eine "viel einfachere Regel" ersetzen, die "amerikanische Innovationen entfesselt". Diskutiert wird ein globales Lizenzsystem mit zwischenstaatlichen Vereinbarungen. Ein genauer Zeitplan für die neue Regelung steht bisher nicht fest. Schon zum Start seiner Amtszeit machte Trump eine Reihe KI-Regeln der Biden-Regierung rückgängig.
Netflix startet eine neue Suchfunktion mit ChatGPT-Technologie von OpenAI. Nutzer können künftig mit natürlicher Sprache nach Inhalten suchen, etwa mit Sätzen wie „Ich will etwas Lustiges, aber nicht albern“. Die Funktion wird zunächst als Beta-Version auf iOS-Geräten eingeführt. Laut Bloomberg fanden bereits erste Tests in Australien und Neuseeland statt. Zusätzlich plant Netflix, Titelbilder automatisch in bevorzugte Sprachen der Nutzer zu übersetzen und stellte eine neue Video-Startseite sowie einen vertikalen Kurzvideo-Feed für Mobilgeräte vor.
Anthropic hat eine Websuche für seine Claude-API eingeführt. Damit können Entwickler Claude-Modelle mit aktuellen Webdaten kombinieren, ohne selbst eine eigene Suchinfrastruktur zu betreiben. Claude entscheidet anhand der Anfrage, ob eine Websuche sinnvoll ist, erstellt gezielte Suchanfragen, analysiert die Ergebnisse und liefert Antworten mit Quellenangaben. Auch mehrstufige Recherchen sind möglich. Websuche ist für Claude 3.7 Sonnet, 3.5 Sonnet und 3.5 Haiku verfügbar und kostet 10 US-Dollar pro 1.000 Suchvorgänge. Unternehmen können Domains freigeben oder sperren sowie die Websuche auf Organisationsebene steuern. Die Funktion steht auch für Claude Code bereit, etwa zur Suche nach API-Dokumentationen oder technischen Artikeln.
Entwickler Simon Willison ist aufgefallen, dass Microsofts Phi-4-Reasoning-Modell 56 Sätze nachdenkt, bevor es auf "Hi" antwortet. Ein Phänomen, das auch als "Overthinking" bekannt ist. Dimitris Papailiopoulos von Microsoft, der an dem Modell mitarbeitet, räumt ein, dass dieses Verhalten bei einfachen Aufgaben problematisch sei – bei schwierigen Aufgaben hingegen sei es gewollt. Er kündigte an, daran zu arbeiten. Microsoft stellte die offenen Phi-4-Reasoning-Modelle Anfang Mai vor.
Auszug des "Reasoning"-Prozesses von Phi 4. |Bild: Screenshot via Simon Willison