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Podcast über Künstliche Intelligenz und Wissenschaft
DEEP MINDS #12: Künstliche Intelligenz regulieren

KI-Forscher haben eine Schach-KI veröffentlicht, die wie ein Mensch spielt. Was das soll und wie ihr gegen sie spielen könnt.

Schachweltmeister Garry Kasparov verlor bereits 1997 gegen IBMs Deep Blue in einem aufsehenerregenden Schachduell. Deepminds AlphaZero erschien 2017, spielt noch besser Schach als Deep Blue und veränderte sogar das Spiel von Weltmeister Magnus Carlsen.

Kurz: In puncto Leistung hat Künstliche Intelligenz bei Schach schon alles bewiesen.

Forscher von Microsoft und den Universitäten Cornell und Toronto veröffentlichen nun eine Schach-KI, die einen anderen Weg einschlägt: “Maia” soll wie ein Mensch spielen.

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KI-Training mit mehr als 100 Millionen Spielen

Die Forscher nutzen für ihre Schach-KI Leela, ein Open-Source-System, das auf Deepminds AlphaZero basiert. Doch anders als Deepminds System lernt Maia Schach nicht im Spiel gegen sich selbst.

Stattdessen trainierten die Forscher neun Versionen von Maia mit jeweils zwölf Millionen menschlichen Schachpartien verschiedener Level (Elo 1.100 bis 1.900). Während des KI-Trainings bekam Maia hunderte Millionen Positionen zu sehen und musste den jeweils nächsten Zug vorhersagen.

Die verschiedenen Versionen von Maia spielen durch das Training ebenfalls auf unterschiedlichen Niveaus und versuchen stets, den „menschlichen Zug“ zu ziehen statt immer den potenziell effektivsten. In der Praxis gelingt das nach Einschätzungen der Autoren bei mindestens jedem zweiten Zug.

Schach-KI Maia: Trainingswerkzeug statt Traumzerstörer

Die menschliche Spielart soll Spiele gegen Maia erheblich angenehmer für ihre menschlichen Gegner machen. Maia dient aber auch als Trainingswerkzeug: Die KI kann vorhersagen, wann und wie Menschen Fehler machen und ihnen so helfen, ihr eigenes Spiel zu verbessern.

Die Genauigkeit der Vorhersage nimmt allerdings mit der Stärke des Fehlers ab. Besonders dämliche Züge sagt die KI nur noch mit 25 Prozent Genauigkeit vorher.

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KI-Kopien und Spieleridentifikation

Die Forscher zeigten außerdem, dass sie mit weiterem Training mit Partien eines einzigen Spielers dessen Spielstil mit einer Genauigkeit von 75 Prozent reproduzieren können. Eine Partie gegen KI-Carlsen oder KI-Kasparov wäre so in Zukunft möglich.

Diese Fähigkeit zur Imitation lässt sich umgekehrt zur Spieleridentifikation nutzen: Anhand einiger weniger Partien konnte Maia den figurführenden Schachspieler aus 400 Spielern herauspicken.

Wer gegen Maia antreten will, kann das über die Schachplattform Lichess tun. Dort gibt es aktuell drei unterschiedlich starke Varianten: Maia 1100, Maia 1500 und Maia 1900.

Via: Arxiv

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Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
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