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OpenAI kauft Rechenpower für über zehn Milliarden Dollar bei Cerebras

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Cerebras

Kurz & Knapp

  • OpenAI schließt laut Wall Street Journal eine Vereinbarung über mehr als zehn Milliarden US-Dollar mit dem Chip-Startup Cerebras Systems ab, um bis zu 750 Megawatt Rechenkapazität über drei Jahre für ChatGPT zu erwerben.
  • Cerebras fertigt einen kompletten Silizium-Wafer als einen einzigen auf Inferenz spezialisierten Chip mit 900.000 KI-Kernen, der Engpässe bei der Kommunikation vieler einzelner Prozessoren vermeiden soll.
  • Der Deal ist Teil von OpenAIs Strategie, Alternativen zu Nvidia zu finden, da das Unternehmen mit über 900 Millionen wöchentlichen Nutzern laut eigener Angabe unter Mangel an Rechenressourcen leidet.

Der ChatGPT-Entwickler schließt eine Vereinbarung über mehr als zehn Milliarden Dollar mit Cerebras Systems ab. Die Partnerschaft soll OpenAIs Rechenkapazitäten erweitern.

OpenAI hat laut einem Bericht des Wall Street Journal eine milliardenschwere Vereinbarung mit dem Chip-Startup Cerebras Systems geschlossen. Das Unternehmen will bis zu 750 Megawatt Rechenkapazität über drei Jahre erwerben. Der Deal soll einen Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar haben.

Die Cerebras-Chips sollen künftig den Chatbot ChatGPT antreiben. OpenAI-CEO Sam Altman ist persönlicher Investor bei Cerebras. Beide Unternehmen hatten bereits 2017 eine Partnerschaft erwägt, wie aus Gerichtsdokumenten im Rechtsstreit zwischen Altman und Elon Musk hervorgeht.

OpenAI zählt nach eigenen Angaben mehr als 900 Millionen wöchentliche Nutzer. Die Führungsriege hat wiederholt betont, unter einem "schweren Mangel" an Rechenressourcen zu leiden.

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Schnellere Chips für hungrige Nutzer

Das vor etwa zehn Jahren gegründete Cerebras verfolgt einen unkonventionellen Ansatz im Chipdesign: Statt viele kleine Prozessoren zu fertigen, nutzt Cerebras einen kompletten Silizium‑Wafer als einen einzigen, zusammenhängenden Chip, die sogenannte Wafer Scale Engine (WSE).

Die Wafer Scale Engine integriert Hunderttausende speziell für KI optimierte Rechenkerne, die direkt über Verbindungen im Silizium miteinander kommunizieren. Dadurch sollen Engpässe vermieden werden, die bei herkömmlichen Systemen durch die Kommunikation vieler einzelner GPUs entstehen. Die erste Generation WSE-1 startete 2020, WSE-2 knapp ein Jahr später. Die dritte Generation dieser Architektur, der WSE‑3, verfügt über 900.000 KI‑Kerne und 4 Billionen Transistoren.

Cerebras positioniert seine Systeme als schnelle Inferenz-Alternative zu GPU‑Clustern von Anbietern wie Nvidia. Ein einzelnes CS‑3‑System soll laut Hersteller große GPU‑Cluster ersetzen können, die aus Hunderten oder Tausenden Grafikprozessoren bestehen.

Doch Cerebras hatte bislang Schwierigkeiten im Halbleitermarkt: Bei seinem IPO-Antrag 2024 stammte der Großteil der Einnahmen von einem einzigen Kunden: der Abu-Dhabi-Firma G42. Den Börsengang sagte Cerebras ab und sammelte stattdessen 1,1 Milliarden Dollar privat ein. Inzwischen führt das Unternehmen Gespräche über eine Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 22 Milliarden Dollar und baut mehrere Rechenzentren in Nordamerika und Europa.

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OpenAIs wachsende Verpflichtungen

Die Partnerschaft ist Teil einer breiteren Strategie, günstigere Alternativen zu Nvidia-Chips zu finden. OpenAI entwickelt gemeinsam mit Broadcom einen eigenen Chip und unterzeichnete eine Vereinbarung für AMDs MI450-Chip.

Für Nvidia bedeutet der Cerebras-Deal zunehmende Konkurrenz im lukrativen Inferenz-Markt. Der Chipriese hat im September eine vorläufige Vereinbarung mit OpenAI über bis zu zehn Gigawatt an Chips unterzeichnet, die jedoch noch nicht finalisiert ist. Im Dezember schloss Nvidia selbst ein Lizenzabkommen über 20 Milliarden Dollar mit dem Chip-Startup Groq ab, das ähnlich wie Cerebras auf schnelle Inferenz-Chips spezialisiert ist. Knapp 90 Prozent der Belegschaft wechseln allerdings im Rahmen des Lizenzdeals zu Nvidia.

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Quelle: WSJ