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Der japanische Autokonzern Toyota setzt eine autonom fahrende Flotte im Olympischen Dorf ein. Welche Vorteile bieten die Robo-Taxis und was leisten sie?

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Vor drei Jahren kündigte Konzern-Chef Akio Toyoda einen Wandel an: Toyota sollte vom traditionsreichen Autobauer zu einem modernen Mobilitätsunternehmen werden. Gleichzeitig stellte Toyoda Pläne für das elektrisch betriebene und voll autonom fahrende Toyota e-Palette vor.

Der Öffentlichkeit wurde der Kleinbus erstmals auf der Tokyo Motor Show 2019 präsentiert. Sein erster Einsatz sollten die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tokyo werden. Toyotas e-Palette-Flotten würden als selbstfahrende Linienbusse im olympischen Dorf eingesetzt. Dann kam die Pandemie und änderte nicht nur Toyotas Pläne.

Autonom fahrende Vehikel im Einsatz gegen COVID

Die Olympiade wurde wie auch die UEFA Fußball Europameisterschaft um ein Jahr verschoben. Am Freitag, den 23. Juli 2021 wird das Olympische Feuer in Tokyo entzündet und das nicht unumstritten. Trotz steigender Infektionszahlen und der sich ausbreitenden Delta-Variante hat sich die japanische Regierung gemeinsam mit dem Olympischen Komitee entschieden, die Spiele abzuhalten.

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Dass Toyotas autonom fahrende Busse neben der Verkehrssicherheit nun auch bei der Durchsetzung pandemiebedingter Hygieneregeln helfen könnten, wusste 2019 noch niemand. Seit Ausbruch der Pandemie werden selbstfahrende Vehikel immer wieder für Versorgungsfahrten in Quarantäne-Gebiete eingesetzt. Erst kürzlich setzte beispielsweise Japans großer Nachbar China im Kampf gegen COVID auf autonomes Fahren und versorgte einen abgeriegelten Bezirk in Guangzhou mit Lebensmitteln.

Auch in den USA gelten fahrerlose Robo-Autos im Personen- und Warenverkehr als weniger gefährlich für Ansteckungen, weil es dabei kaum oder gar nicht zu menschlichem Kontakt kommt. In den Bundesstaaten Kalifornien und Arizona sind etwa die fahrerlosen Robo-Taxi-Dienste von Googles Waymo und Cruise aktiv. Cruise ist eine General Motors-Tochter.

Olympiade als Testlauf für den Verkehr der Zukunft

e-Palettes erreichen Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 32 km/h und Reichweiten von etwa 56 Kilometer pro Akkuladung. Für die autonom fahrenden Kleinbusse sind die Linienfahrten im Olympischen Dorf nur ein Vorgeschmack auf ihren künftigen Job. Schon bald werden sie zum zentralen Transportmittel in Toyotas kohlenstoffneutraler und wasserstoffbetriebenen Sci-Fi-Stadt Woven City.

Woven City Toyotas smarte Stadt für autonomes Fahren.
So soll Toyotas smarte Stadt für autonomes Fahren, KI, Robotik und Smart Homes aussehen. | Toyota

Am Fuß des Mount Fuji lässt Akio Toyoda derzeit seine Vision einer zukunftsorientierten Stadt errichten. Ein altes Toyota-Werk musste dafür weichen. Künftig werden dort neue Technologien wie Robotik, Künstliche Intelligenz und vollständig automatisierte Smart Homes entwickelt und direkt in den Alltag der Bewohner eingebunden. Ein lebendes Labor also.

Die Woven City wird von Grund auf für vernetztes autonomes Fahren konzipiert. Traditionelle Straßenstrukturen werden aufgebrochen und durch intelligente Infrastruktur ersetzt. Menschen brauchen sich nicht mehr dem stressigen Hauptstraßenverkehr auszusetzen.

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Für die Bewohner gibt es Fußgänger- und Fahrradwege, die ausschließlich durch Grünanlagen und Parks führen. Autonome Lieferfahrzeuge bringen Post- und Warensendungen über unterirdische Transportanlagen direkt zu den Haushalten. Ab 2024 sollen die ersten futuristischen Smart Homes bezogen werden.

Toyotas Olympia-Flotte: Fast 4000 Fahrzeuge im Einsatz

Derzeit intensiviert Toyota allerdings noch die letzten Übungsfahrten seiner e-Palette-Flotte vor dem Olympia-Gastspiel. Während der Spiele transportiert der Hauptsponsor Athleten und Mitarbeiter vom Olympischen Dorf zu den Austragungsorten und wieder zurück. Insgesamt bietet Toyota dazu 3.700 „Mobilitätsprodukte“ und Fahrzeuge auf - 90 Prozent davon mit elektrischem Antrieb.

Ein Ausblick aus dem Cockpit eines autonom fahrenden Toyota e-Palette während der Fahrt.
90 Prozent der fast 4000 Fahrzeuge aus Toyotas Olympiaflotte sollen elektrisch betrieben werden. | Bild: Toyota

Unter den fast viertausend Fahrzeugen befinden sich unter anderem 850 Elektroautos für den Personentransport, darunter die zwanzig autonom fahrenden e-Palettes. Weitere 500 wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) wie der Toyota Mirai und 200 „Accessible People Mover“ werden ebenfalls eingesetzt. Diese APMs ähneln in Form und Größe den e-Palettes, sind aber an den Seiten geöffnet. Sie fahren ausschließlich die „letzte Meile“ zum Olympiastadion.

e-Palettes erreichen Level-4-Autonomie

Laut Toyota kann jeder e-Palette-Bus bis zu 20 Personen oder vier Rollstühle transportieren. Die Hygienebedingungen werden diese Zahl aber wohl halbieren. Aus Sicherheitsgründen begleitet die Passagiere bei jeder Fahrt eine menschliche Aufsichtsperson und kümmert sich um ihre Belange.

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Ein Rollstuhlfahrer fährt in einen autonom fahrenden Toyota e-Palette Kleinbus.
Bis zu vier Rollstuhlfahrer sollen in einem e-Palette Platz finden. | Bild: Toyota

Eigentlich sind e-Palettes jedoch für autonomes Fahren der Stufe 4 ausgelegt. Menschen sind nur noch Passagiere. Das Fahrzeug fährt unter bestimmten Bedingungen selbstständig und ein Sicherheitsfahrer ist eigentlich nicht mehr nötig. Während des anfangs angesprochenen COVID-Ausbruchs in China übernahm Nissans WeRide die autonomen Versorgungsfahrten mit einem ähnlichen Vehikel. Gut möglich, dass bald wieder ein japanischer Autokonzern Lebensmittel mit Robo-Autos in einen abgeriegelten Bereich liefert.

Titelbild: Toyota, Quelle: Forbes, Toyota

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Josef schreibt für THE DECODER über Robotik, autonomes Fahren, vernetzte Städte und smarte Geräte. Träumt von einem Smart Home, in dem sämtliche Sprachassistenten friedlich koexistieren.
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