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Microsoft könnte OpenAI-Anteile opfern - will aber Zugriff auf KI-Technologie sichern

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OpenAI / Microsoft

OpenAI will seine Unternehmensstruktur neu ordnen, um einen Börsengang vorzubereiten. Doch der wichtigste Investor Microsoft stellt Bedingungen – und das Verhältnis ist angespannt.

OpenAI und Microsoft führen derzeit intensive Verhandlungen über eine Neufassung ihrer milliardenschweren Partnerschaft. Ziel ist es, OpenAIs Geschäftsarm in eine sogenannte Public Benefit Corporation (PBC) umzuwandeln und damit die Basis für einen möglichen Börsengang zu schaffen, wie die Financial Times berichtet.

Microsoft hat mehr als 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und ist damit der größte externe Geldgeber des Unternehmens. Die Zustimmung des Softwarekonzerns gilt als entscheidend für den geplanten Umbau. Konkret geht es auch um eine Überarbeitung eines Vertrags aus dem Jahr 2019, in dem Microsoft erstmals eine Milliarde US-Dollar in OpenAI investierte. Dieser Vertrag regelt unter anderem die Zugriffsrechte auf geistiges Eigentum, die Produktnutzung sowie eine Umsatzbeteiligung, und läuft aktuell bis 2030.

Laut mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen ist Microsoft bereit, auf Teile seiner Eigenkapitalbeteiligung an OpenAIs künftiger PBC zu verzichten, sofern der Konzern im Gegenzug Zugriff auf neue Technologien auch nach 2030 erhält. Ohne eine solche Einigung könnte OpenAIs Umstrukturierung scheitern – und mit ihr die Möglichkeit, weiteres Kapital einzuwerben oder an die Börse zu gehen. Denn 2023 sammelte OpenAI in zwei Finanzierungsrunden insgesamt 46,6 Milliarden US-Dollar ein – mit Investoren wie SoftBank, Thrive Capital und Altimeter Capital. Die Verträge dieser Geldgeber sehen vor, dass sie im Zuge der Umwandlung in eine PBC Eigenkapital erhalten. Sollte die Umstrukturierung scheitern, könnten sie Anspruch auf Rückzahlung geltend machen.

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Ein mit OpenAI vertrauter Insider bringt es auf den Punkt: „40 Milliarden Dollar unter einer capped-profit-Struktur aufzutreiben, ist nicht machbar.“ Die Umstrukturierung sei daher ein notwendiger Schritt, um das Wachstum zu finanzieren.

Vom „Capped-Profit“-Modell zur Public Benefit Corporation

OpenAI war 2019 die erste große KI-Organisation, die eine Limited Partnership mit „Capped-Profit“-Deckel gründete: Investoren durften maximal das Hundertfache ihres Einsatzes zurückerhalten. Doch spätestens Ende 2024 zeigte sich, dass diese Konstruktion die Kapitalaufnahme einschränkte; Insider warnten bereits damals, ein Ausstieg aus der Non-Profit-Kontrolle könne „Milliarden kosten“. Im Juni 2024 wurden erste Pläne bekannt, die gewinnorientierte Einheit in eine PBC zu überführen – eine Rechtsform, die etwa auch Anthropic nutzt und Microsoft formell mehr Einfluss verschaffen könnte.

Anfang Mai 2025 legte OpenAI schließlich das konkrete Modell vor: Die neue PBC bleibt unter der Kontrolle der ursprünglichen Non-Profit-Stiftung, gibt aber das Capped-Profit-Limit auf und erhält eine klassische Aktienstruktur, um künftig Kapital im Bereich von „hundert Milliarden bis Billionen“ US-Dollar für neue Rechenzentren einzusammeln.

Kühle Partnerschaft, wachsende Konkurrenz

Trotz enger technischer Zusammenarbeit – Microsoft stellt OpenAI enorme Rechenleistung zur Verfügung und integriert dessen Modelle in eigene Produkte – ist das Verhältnis angespannt. OpenAI verfolgt zunehmend eigene Ambitionen: Der Aufbau einer eigenen Infrastruktur unter dem Namen „Stargate“ gemeinsam mit SoftBank, Oracle und MGX zielt darauf ab, unabhängiger von Microsoft zu werden. Offiziell betont OpenAI-CEO Sam Altman, die Partnerschaft mit Azure bleibe zentral – doch Insider berichten, dass die Rechenleistung exklusiv OpenAI zugutekommen soll, während Fragen zu Finanzierung und Governance noch ungeklärt sind.

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Gleichzeitig wendet sich das Start-up mit eigenen KI-Produkten direkt an Unternehmenskunden – ein Markt, den auch Microsoft ins Visier nimmt.

Ein ranghoher Microsoft-Manager beschreibt das Verhalten von OpenAI als „arrogant“: „Sie sagen: Gebt uns Geld und Rechenleistung und haltet euch raus.“ Eine Quelle aus dem Umfeld von OpenAI widerspricht: „Microsoft will, dass es gelingt. Es ist keine offene Feindschaft – aber harte Verhandlungen.“

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Quelle: FT

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