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Amazon hat seinen eigenen KI-Chatbot namens Amazon Q vorgestellt, der sich auf den Einsatz am Arbeitsplatz konzentriert.

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Damit tritt Amazon in Konkurrenz zu anderen Unternehmens-Chatbots wie OpenAIs ChatGPT und Googles Bard-Chatbot. Eine erste Einschätzung und fehlende Benchmarks deuten jedoch darauf hin, dass Amazon Q nicht so weit fortgeschritten ist wie OpenAIs GPT-4.

Amazon Q ist ein Desktop-Assistent

Amazon Q wurde von Amazons Cloud-Computing-Sparte entwickelt, um Mitarbeitende bei Aufgaben wie der Zusammenfassung von Strategiepapieren, dem Ausfüllen interner Support-Tickets und der Beantwortung von Fragen zur Unternehmenspolitik zu unterstützen.

Der Chatbot ist laut Amazon ausschließlich für Unternehmen gedacht und für Arbeitsabläufe optimiert. Er soll die Entscheidungsfindung und Problemlösung am Arbeitsplatz unterstützen. Dazu kann er direkt mit Unternehmensdaten aus zahlreichen Quellen wie Google Drive, Github, Microsoft Teams, Slack und anderen verknüpft werden.

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Amazon Q ist in der Lage, seine Interaktionen an einzelne Benutzer anzupassen, basierend auf deren bestehenden Identitäten, Rollen und Berechtigungen innerhalb des Unternehmens. Amazon garantiert die Sicherheit und den Schutz der Unternehmensdaten, die nicht für das Training der zugrundeliegenden Modelle verwendet werden.

Laut Amazon kann Q auch bei der Programmierung helfen, insbesondere bei der Entwicklung von Anwendungen für AWS. Q verfüge über "17 Jahre AWS-Wissen und Best Practices".

GPT-4 bleibt unangefochten an der Spitze

Nach einer ersten Einschätzung von Ethan Mollick, Professor an der Wharton School, handelt es sich bei Amazon Q eher um einen Chatbot der Klasse GPT 3.5, der nicht mit dem GPT-4 von OpenAI mithalten kann. Das System habe Schutzvorrichtungen und einen engen Fokus auf eine vordefinierte Wissensbasis.

Wharton war unter anderem an einer umfassenden Studie über den praktischen Einsatz von GPT-4 in der Beratung beteiligt. Er kennt die Möglichkeiten der verschiedenen Sprachmodelle. Amazons Q sei "sehr weit von GPT-4 entfernt."

Damit ist Q ein weiteres Beispiel für ein Phänomen der letzten Monate: Google Bard, Claude 2, Musks Grok, Meta Llama 2 und viele andere - kein Unternehmen, ob Big Tech oder Start-up, kommt an die Qualität von GPT-4 heran.

Empfehlung

GPT-4 wiederum ist das erste LLM, das ein Niveau erreicht, das es auch für anspruchsvolle Textaufgaben nutzbar macht. Stattdessen ist der Markt voll von mehr und oft weniger nützlichen Chatbots auf dem Niveau von GPT-3.5.

Die spannende Frage für die KI-Branche lautet nun: Ist OpenAI einfach so viel besser, hat es einen geheimen Trick - oder ist vielleicht schon mit GPT-4 die Leistungsgrenze nach oben erreicht und von OpenAI schlicht teuer erkauft worden? Immerhin scheint auch OpenAI derzeit eher damit beschäftigt zu sein, generative KI erst einmal billiger statt besser zu machen.

Aufholjagd von Amazon in Sachen KI

Andererseits: Auch GPT-4 ist erst seit März 2023 auf dem Markt. Die Entwicklung und das Training besserer Modelle benötigen mehr Zeit.

Generell ist Amazon dabei, im KI-Wettbewerb aufzuholen. Das Unternehmen will bis zu vier Milliarden US-Dollar in das KI-Start-up Anthropic investieren, das mit OpenAI konkurriert, entwickelt eigene KI-Chips und soll mit "Olympus" sein eigenes großes Sprachmodell auf GPT-4-Niveau trainieren. Zuletzt hat Amazon einen Großteil des Alexa-Teams aufgelöst, um die Ressourcen auf die Entwicklung generativer KI zu konzentrieren.

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Zusammenfassung
  • Amazon hat seinen KI-Chatbot Amazon Q vorgestellt, der sich auf den Einsatz am Arbeitsplatz konzentriert und mit dem ChatGPT von OpenAI und dem Bard-Chatbot von Google konkurriert.
  • Amazon Q unterstützt Mitarbeitende bei Aufgaben wie Zusammenfassungen, Support-Tickets und Fragen zu Unternehmensrichtlinien. Er kann mit unternehmenseigenen Datenquellen verknüpft werden.
  • Der Chatbot bietet nutzerbasierte Pläne und passt Interaktionen an einzelne Nutzer an, wobei die Sicherheit und der Schutz von Unternehmensdaten gewährleistet werden.
Quellen
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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