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Noch sind Chatbots meist auf veraltete Chat-Schnittstellen beschränkt. Aber es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sie mit Sprachsystemen wie dem Assistant im Alltag präsenter werden.

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Wer hätte gedacht, dass im Jahr 2023 ein Textfeld in einem Online-Chat der neue heiße Scheiß ist? Vor 20 Jahren hätten wir wahrscheinlich auf Brain Interfaces getippt, vor fünf Jahren auf XR-Brillen.

Doch dank des fortgeschrittenen Sprachverständnisses großer Sprachmodelle wie GPT-4 könnten die angestaubten Assistants, Alexas, Siris und Co. schon bald eine Renaissance erleben, die sie ihrer ursprünglichen Vision viel näher bringt.

Bard- und Assistant-Team rücken näher zusammen

Laut CNBC ist Google dabei, das Assistant-Team mit Fokus auf die Dialog-KI Bard umzuorganisieren. Dies geht aus internen E-Mails hervor, die CNBC vorliegen. Sissie Hsiao, Vizepräsidentin und Leiterin der Geschäftseinheit Google Assistant, betont in einem Memo, dass das Assistant-Team künftig der Bard-Technologie Priorität einräumen soll.

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"Wir wollen sicherstellen, dass wir weiterhin die vor uns liegenden Möglichkeiten unterstützen und umsetzen", schreibt Hsiao. "In diesem Jahr konzentrieren wir uns mehr denn je darauf, unseren Nutzern einen Mehrwert zu bieten."

Dies deutet darauf hin, dass Google plant, die Chat-Technologie von Bard in den Assistant zu integrieren.

Spielt Google bald das Android-Ass?

Diese Nachricht war zu erwarten: Google hat bereits erste Demos von LaMDA, dem KI-Modell hinter Bard, in Assistant-ähnlichen Frage-Antwort-Szenarien gezeigt. In Verbindung mit der leistungsfähigen Spracherkennung des Assistant könnten damit erstmals flüssige Unterhaltungen mit dem Computer möglich werden.

Angesichts der Konkurrenz durch ChatGPT und Microsoft dürfte Google ein großes Interesse daran haben, Bard so schnell wie möglich nativ in den Assistant zu integrieren. Mit hunderten Millionen kompatibler Android-Smartphones weltweit, die den Assistant bereits vorinstalliert haben, könnte Google durch die große installierte Hardware-Basis einen Vorteil im KI-Wettbewerb haben.

Ein nahtloser Übergang zwischen Audio-Assistant-Dialogen auf Smartphones oder Googles Nest-Raumlautsprechern und Text-Chat auf PCs und Notebooks könnte ein möglicher Wettbewerbsvorteil gegenüber ChatGPT sein, das derzeit nur per Text im Browser verfügbar ist.

Empfehlung

Gerüchten zufolge arbeitet aber auch OpenAI bereits an einer ChatGPT-App, die Spracherkennung bieten und wahrscheinlich sowohl auf iPhones als auch auf Android-Smartphones laufen würde.

Google wehrt sich gegen Gerüchte über ChatGPT-Datenmissbrauch

Unterdessen weist Google Behauptungen der Tech-Rechercheseite The Information zurück, wonach Google ChatGPT-Texte für das Training von Bard verwendet haben soll. Google-Forscher sollen mit ChatGPT genererte Texte von der ShareGPT-Website extrahiert haben. Die Verwendung dieser Daten für das KI-Training würde gegen die Nutzungsbedingungen von OpenAI verstoßen.

Ähnlich sollen Stanford-Forschende ein KI-Modell mit wenig Aufwand auf ein ChatGPT-ähnliches Niveau trainiert haben. Google-Sprecher Chris Pappas betont jedoch, dass weder ChatGPT- noch ShareGPT-Daten in Bard enthalten seien.

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Zusammenfassung
  • Google macht das Erwartete: Die Dialog-KI Bard soll wohl in den Assistant integriert werden.
  • Dank der weiten Verbreitung von Android-Smartphones hätte Google damit im KI-Wettbewerb einen signifikanten Vorteil gegenüber ChatGPT.
  • Google wehrt sich derweil gegen Vorwürfe, von ChatGPT generierte Texte für das Bard-Training verwendet zu haben.
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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