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Googles Chef-Ingenieur Ray Kurzweil spricht offen über die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz. Seine Perspektive: KI erweitert die Fähigkeiten der Menschheit. Das bedeutet aber nicht, dass dabei immer alles glatt läuft.

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Bei einer politischen Veranstaltung in Washington D.C. prognostiziert Googles oberster Ingenieur Ray Kurzweil drei Phasen in der KI-Debatte: Nach der anfänglichen Begeisterung über die Potenziale von KI, grundlegende Probleme der Menschheit zu überkommen, folge eine Phase der Furcht vor einer existenziellen Bedrohung. Die letzte und notwendige Phase sei die Erkenntnis, dass eine moralische Verpflichtung existiere, KI-Systeme weiterzuentwickeln.

"Es gibt so viel menschliches Leid, das wir überwinden müssen. Nur mit Künstlicher Intelligenz haben wir die Chance, Armut, Krankheit und Umweltschäden zu überkommen", begründet Kurzweil seine Ansicht. Technologie sei schon immer ein "zweischneidiges Schwert" gewesen: Feuer habe die Hütte gewärmt - oder sie niedergebrannt.

Langfristig prognostiziert Kurzweil eine produktive Koexistenz von Mensch und Maschine, auch wenn "schwierige Episoden" passieren könnten.

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Das Smartphone als Hirnerweiterung

Das Ziel Künstlicher Intelligenz sei es nicht, den Menschen zu ersetzen. Das passiere zwar in Teilen - beispielsweise bei bestimmten Jobs - aber dafür entstünden neue Arbeitsplätze. KI erweitere schon jetzt die Fähigkeiten des Menschen, da Mensch und Maschine immer näher zusammenrückten. Viele Menschen benutzten ihr Smartphone wie eine Erweiterung ihres Gehirns.

Diese Mensch-Maschine-Vermischung soll sich laut Kurzweil fortsetzen: Für die 2030er Jahre prognostiziert er die Existenz einer hybriden Künstlichen Intelligenz, dank der sich Menschen via Hirn-Interface in die Cloud einklinken können. Er nennt das eine Neocortex-Verbindung, die nicht nur in die Cloud, sondern auch zu anderen Personen aufgebaut werden könne.

Das führe zu neuen Formen des Austauschs: Menschen könnten klüger oder lustiger werden und ihre unterschiedlichen Expertisen intensivieren. Die Gefahr einer Gleichschaltung sieht Kurzweil dabei nicht: "Wir werden die Möglichkeit haben, noch tiefer nachzudenken", sagt Kurzweil. "Menschen werden dann noch unterschiedlicher."

Auch Virtual Reality spielt für den Google-Ingenieur eine wichtige Rolle: Kurzweil prognostizierte in der Vergangenheit, dass Ende der 2020er Jahre VR-Inhalte nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sind. Das soll laut Kurzweil zu neuen Lebensentwürfen führen, in denen Menschen mit zwei Persönlichkeiten in parallelen Realitäten existieren.

Das vollständige Interview gibt es im Video unten zu sehen.

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| Featured Image: JD Lasica bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0.

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Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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