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Künstliche neuronale Netze könnten Übersetzungen automatisieren und so Sprachbarrieren abbauen. Baidus neuer KI-Übersetzer leistet das sogar beinahe in Echtzeit. Die Qualität eines menschlichen Übersetzers wird jedoch noch lange nicht erreicht.

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Im eigenen Blog feiert Baidu den neuen KI-gestützten Echtzeit-Übersetzer "STACL" ("Simultaneous Translation with Integrated Anticipation and Controllable Latency") als technischen Durchbruch bei der natürlichen Sprachverarbeitung.

Die KI-Software soll Formulierungen so ähnlich wie ein menschlicher Übersetzer erahnen und so mit nur circa drei Sekunden Verzögerung übersetzen können. Diese intuitive Vorhersage ist wichtig, da die Wortreihenfolge in der chinesischen Sprache anders ist als im Englischen.

Baidu veranschaulicht das an einem Beispiel: "President Bush meets with Russian President Putin in Moscow."

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Im englischen Satz steht das Verb "meets" an dritter Stelle, in der chinesischen Version am Satzende. Bisherige Übersetzungssoftware wartet daher erst auf die vollständige Eingabe eines Satzes und übersetzt dann.

Die Baidu-Software hingegen berücksichtigt den Inhalt des Satzes - wenn ein US-Präsident in ein anderes Land reist, dann wahrscheinlich für ein Treffen - und errät so das Wort "meet" nach der ersten Hälfte des chinesischen Satzes, bevor es auf Chinesisch ausgesprochen wurde.

Kein Ersatz für menschliche Übersetzer

Die Software übersetzt Englisch und Chinesisch sowie Englisch und Deutsch in beide Richtungen. Trainiert wurde das künstliche neuronale Netz mit zwei Millionen Satzpaaren aus der englischen, deutschen und chinesischen Sprache.

Laut Baidu erreicht die KI-Übersetzung nicht die Genauigkeit eines menschlichen Übersetzers, die noch "für viele Jahre" benötigt würden. Die Software unterstütze sie jedoch bei ihrer Arbeit.

Baidus Übersetzungsmaschine erreicht auch unter maschinellen Übersetzern keine Referenzwerte. Der Echtzeit-Faktor soll die Übersetzungsqualität allerdings nur minimal negativ beeinflussen (3.4 BLEU-Punkte weniger).

Empfehlung

Baidu will die KI-Übersetzung auf der eigenen "Baidu World Conference" am 1. November in Bejing einsetzen. Wann und in welcher Form sie der Allgemeinheit zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht bekannt. Baidus KI-Forscher wollen zunächst die Qualität der Übersetzung verbessern.

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Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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