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Podcast über Künstliche Intelligenz und Wissenschaft
KI bei der Bundeswehr und der BWI | DEEP MINDS #16

Aleph Alpha bringt neue Sprachmodelle auf den Markt. Neben einer verbesserten Leistung bieten sie ein Alleinstellungsmerkmal, das sie von der Konkurrenz abhebt.

Das deutsche KI-Startup Aleph Alpha hat eine neue Generation von Sprachmodellen veröffentlicht. Die vom Unternehmen als Control-Modelle bezeichneten Varianten der Base-, Extended- und Supreme-Versionen der Luminous-Familie wurden durch Finetuning auf Zero-Shot-Prompting spezialisiert und entsprechen damit in etwa den text-davinci-002-Modellen von OpenAI.

Das Finetuning mit Instruktionsdatensätzen und anderen Beispielen verbessert die Leistungsfähigkeit der Modelle besonders in Anwendungsfällen, in denen Nutzer:innen einfache Aufgaben ohne viele Beispiele an die Modelle weitergeben, wie es im Falle von ChatGPT passiert.

Im Gegensatz zu OpenAI strebt Aleph Alpha jedoch derzeit nicht das Reinforcement Learning mit menschlichem Feedback (RLHF) an, das für die dort zugänglichen Modelle GPT-3.5-turbo und GPT-4 verwendet wird.

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Aleph Alphas Control-Modelle bringen mehr Transparenz

Bereits im Februar hatte das Unternehmen eine Control-Variante von Luminous-Supreme auf den Markt gebracht, die nun durch eine neue, verbesserte Version ersetzt wird. Im April führte Aleph Alpha dann die "Explain"-Funktion für Luminous ein, die die Ergebnisse der Sprachmodelle für die Nutzer:innen nachvollziehbarer macht.

Der Ansatz "Explainable AI" (XAI) basiert auf AtMan, einer XAI-Methode, die Anfang 2023 von Forscher:innen von Aleph Alpha, der TU Darmstadt, dem Forschungszentrum Hessian.AI und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) vorgestellt wurde.

Ab sofort enthalten alle Control-Modelle diese Funktion: "Alle Control-Modelle sind in der Lage, Zusammenhänge in Informationen und faktische Korrektheit auf Basis von gesicherten Fakten nachzuvollziehen, und darzustellen, welche Textstellen in einer Quelle die vom System generierte Antwort verursacht haben oder im Widerspruch dazu stehen," heißt es in einer Mitteilung von Aleph Alpha.

Explain zeigt Informationen über die Ergebnisse des Sprachmodells, etwa Wahrscheinlichkeiten und welche Wörter im Prompt ausschlaggebend für das Ergebnis waren. | Bild: Aleph Alpha

Die Explain-Funktion biete eine einzigartige Möglichkeit für die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von KI-generierten Inhalten, was einen wichtigen Schritt in Richtung der erwarteten regulatorischen Anforderung der Erklärbarkeit und Nachvollziehbarkeit im kommenden EU AI Act darstelle. "Unsere Erklärbarkeit liefert nicht einfach nur den nötigen Kontext für jede faktische Aussage der Modelle, sondern macht auch komplexe und kritische KI-Unterstützungen überprüfbar und nachvollziehbar. Dies ist notwendig, damit Menschen in anspruchsvollen Bereichen wie dem Rechts-, Gesundheits-, und Bankenwesen weiterhin verantwortungsvolle und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen", so CEO Jonas Andrulis.

Aleph Alpha arbeitet weiter am bisher größten KI-Modell

Die Veröffentlichung der Control-Modelle könnte Sprachmodelle für viele europäische Unternehmen attraktiver machen, da die Hürden für einen produktiven Einsatz sinken. "Unsere Control-Modelle sind in der Lage, deutlich bessere Antworten zu liefern - in Pilotkunden-Evaluierungen lagen sie Kopf an Kopf mit den besten Modellen auf dem Markt", so Andrulis.

Empfehlung

Unterdessen geht die Arbeit am bisher größten KI-Modell des Start-ups weiter. Luminous-World soll 300 Milliarden Parameter umfassen und neue Möglichkeiten für hochkomplexe und kritische Anwendungen bieten. Das Modell könnte damit als Konkurrenz zu GPT-4 dienen und befindet sich nach Aussage des Unternehmens derzeit in der Trainings- und Evaluierungsphase.

Mit den Control-Modellen, Luminous-World und Europas schnellstem kommerziellen KI-Rechenzentrum scheint Aleph Alpha gut aufgestellt, um im sich schnell entwickelnden KI-Markt weiter zu etablieren. Konkurrenz könnte demnächst auch aus Deutschland kommen: Das Berliner KI-Startup Nyonic will generative KI-Modelle für Europa entwickeln.

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Zusammenfassung
  • Das deutsche KI-Startup Aleph Alpha hat eine neue Generation von Sprachmodellen veröffentlicht, die sie als "Control-Modelle" bezeichnen.
  • Diese Modelle wurden auf "Zero-Shot-Prompting" spezialisiert und erzielen eine verbesserte Leistungsfähigkeit bei einfachen Aufgaben.
  • Ein Unterscheidungsmerkmal der Aleph Alpha-Modelle ist die "Explain"-Funktion, die die Ergebnisse der Sprachmodelle für die Nutzer nachvollziehbar macht.
  • Das Unternehmen arbeitet auch an seinem bisher größten KI-Modell, Luminous-World, das 300 Milliarden Parameter umfassen soll.
Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
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