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Im KI-Chatbot-Rennen von Big Tech könnte Meta einen Trumpf ausspielen.

OpenAI hat mit ChatGPT den Chatbot-Trend eingeläutet, Microsoft hat ihn mit dem Bing-Chatbot in die Suchumgebung gebracht und Google zieht mit Bard und Project Magi nach.

Meta hat sich zum Chatbot-Thema bisher bedeckt gehalten, obwohl es in der Vergangenheit relevante Forschungsarbeiten wie den BlenderBot 3 mit Internetzugang vorgestellt hat.

Im Investorengespräch zu den aktuellen Quartalszahlen sprach Meta-Chef Mark Zuckerberg jetzt von zwei "großen technologischen Wellen": Die erste Welle heute sei KI, die zweite das Metaverse in der weiter entfernten Zukunft.

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WhatsApp und Messenger mit KI-Chats

Meta nutze KI bereits in vielen Bereichen, so Zuckerberg, zum Beispiel für Content-Empfehlungen. 40 Prozent der Content-Empfehlungen auf Instagram seien KI-gesteuert. Auch die Monetarisierung von Inhalten innerhalb der eigenen sozialen Netzwerke werde durch KI optimiert.

Ferner plane Meta die Entwicklung von generativen Foundational Modellen, die eine "neue Kategorie von Produkten und Möglichkeiten" eröffneten.

"Ich glaube, dass es einen Weg gibt, Milliarden von Menschen mit KI-Agenten vertraut zu machen, und zwar auf eine Art und Weise, die nützlich und sinnvoll ist", sagte Zuckerberg und verwies im nächsten Satz auf "Chat-Erfahrungen bei WhatsApp und Messenger".

"Ich erwarte zum Beispiel, dass KI-Agenten für Geschäftskommunikation und Kundensupport auf großes Interesse stoßen werden, sobald wir diese Erfahrung optimiert haben. Mit der Zeit wird sich das auch auf unsere Arbeit im Metaversum ausweiten, wo Menschen viel einfacher Avatare, Objekte, Welten und Code erstellen können, um all das miteinander zu verbinden", sagt Zuckerberg.

Apropos Metaversum: Zuckerberg widerspricht Gerüchten, Meta habe die Digitalwelt-Pläne auf Eis gelegt. Der Fokus von Facebook, genauer gesagt Meta, liege seit Jahren auf KI und dem Metaverse, zwei Technologien, die sich ohnehin gegenseitig befruchten. Das sei auch der Fahrplan für die Zukunft, so Zuckerberg.

Empfehlung

Microsoft ist schnell gestartet, aber Meta hat die bessere Ausgangsposition

Meta hat mit WhatsApp und Messenger bereits Milliarden aktive Nutzerinnen und Nutzer, die sich schon in einer Chat-Umgebung befinden. Hier einen zusätzlichen Chatbot anzubieten, um etwa Googles Suchmaschinengeschäft anzugreifen, scheint naheliegend. Snap macht mit Snapchat bereits etwas Ähnliches.

Womöglich ist Meta im Chatbot-Rennen sogar besser aufgestellt als Microsoft mit dem Bing-Chatbot, dem noch das Image der unterdurchschnittlichen Microsoft-Suchmaschine anhaftet und der als App erst einmal die Installationshürde auf Smartphones nehmen muss. Diese Hürde hat Meta längst genommen.

Neben dem Blender Bot hat Meta bereits einen Chatbot vorgestellt, der auf Sprachbefehl eine virtuelle Umgebung gestalten kann, sowie einen Universalübersetzer, der Sprachbarrieren im Metaverseum überwinden soll. Ende Februar gab Zuckerberg die Gründung einer "hochkarätigen Produktgruppe" für generative KI bekannt.

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Zusammenfassung
  • Meta forscht seit Jahren an KI und legt regelmäßig beeindruckende Forschungsergebnisse vor - doch bei der Kommerzialisierung hapert es.
  • Das könnte sich bald ändern: Laut Mark Zuckerberg experimentiert Meta mit Chatbots für WhatsApp und den Messenger.
  • Hier hat Meta Zugriff auf eine Zielgruppe mit Milliarden Nutzer:innen, die bereits in einem Chat-Interface sind. Vielleicht kann Meta so den Bing Chatbot oder sogar ChatGPT abhängen - wenn die Qualität stimmt.
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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