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Tesla-Chef Elon Musk äußert sich via Twitter zu dem Unfall. Er reagiert damit auf einen Tweet, der die Sicherheitsmaßnahmen von Teslas Autopilot herausstellt. Ein Twitter-Nutzer schreibt, dass das Fahrassistenzsystem doch gar keine Tempolimits überschreiten könne.

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Außerdem gäbe es Sicherheitsmaßnahmen, die das Gewicht auf dem Fahrersitz messen und eine Abschaltung des Systems veranlassen würden, sofern nicht alle zehn Sekunden das Lenkrad berührt werde. Der Tesla-Chef lobt den Nutzer in seiner Antwort für die Recherche und kritisiert damit gleichzeitig das Wall Street Journal für dessen Berichterstattung.

Laut Musk würden die bisher wiederhergestellten Datenprotokolle zeigen, dass der Autopilot während des Unfalls nicht aktiviert war.

Zudem wäre die Full-Self-Driving-Software für dieses Fahrzeug nicht erworben worden. Musk betont auch, dass Teslas Standard-Autopilot nur aktiviert werden könne, wenn Fahrspurlinien vorhanden wären. Das sei auf der Unfallstraße nicht der Fall gewesen.

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Bislang gibt es keine offiziellen Statements seitens der Behörden zu den Begleitumständen des Unfalls. Der Fall wird aktuell von einer Spezialeinheit der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) und der National Transportation Safety Board (NTSB) untersucht. Die NTSB konzentriert sich dabei vor allem auf den Betrieb des Fahrzeugs und den Brand nach dem Unfall.

Ursprünglicher Artikel vom 19.04.2021:

In Texas kommt es zu einem tödlichen Unfall, bei dem ein Tesla nur schwer gelöscht werden kann. Was sind die Begleitumstände des Unfalls und weshalb sind Brände bei E-Autos so gefährlich?

In Spring, Texas, kamen gestern zwei Männer bei einem schweren Autounfall ums Leben. Ein Tesla Model S, Baujahr 2019, raste gegen einen Baum und ging in Flammen auf. Der Grund des Unfalls ist noch nicht geklärt und wird momentan von den zuständigen Behörden untersucht. Es ist allerdings schon jetzt bekannt, dass niemand hinter dem Steuer saß.

Tesla-Unfall: Kein Fahrer und schwer zu löschender Brand

Erste Berichte deuten darauf hin, dass es das Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit verpasste, eine Kurve zu fahren. Das Auto kam von der Straße ab und krachte in einen Baum. Einer der beiden Männer saß während des Unfalls auf dem Beifahrersitz, der andere auf der Rückbank.

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Der Fahrersitz war zwar leer, aktuell ist aber noch nicht geklärt, ob das Fahrassistenzsystem „Autopilot“ während des Unfalls überhaupt aktiviert war.

Auch im Falle eines aktiven Autopiloten wäre eine solche Konstellation ein grober Verstoß gegen die Nutzungsvorschriften des Systems gewesen. Während der Nutzung müssen Fahrer jederzeit eingreifen können. Tesla selbst äußert sich bislang nicht zu dem Vorfall.

Medienberichten zufolge waren für die Löschung des Fahrzeugs über 100.000 Liter Wasser nötig. Die Einsatzkräfte sollen mehr als vier Stunden für den Löschvorgang benötigt haben. Das anfängliche Feuer sei zwar binnen Minuten gelöscht worden. Allerdings habe sich die Batterie des Teslas daraufhin immer wieder selbst entzündet. Eine Problematik, die alle Elektrofahrzeuge betrifft. Um die vielen kleinen Brandherde in den Griff zu bekommen, seien schließlich Unmengen an Wasser von einem Hydranten in der Nähe auf das Gebiet geleitet worden.

Darum brennen Elektroautos anders

Innerhalb einer Lithium-Ionen-Batterie kann es zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ kommen. Eine Kettenreaktion von Kurzschlüssen sorgt dafür, dass die Fahrzeugbatterie immer wieder neu zu brennen beginnt. Akkuzellen entzünden sich untereinander, auch wenn der Brand oberflächlich schon gelöscht zu sein scheint.

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E-Autos wie das Tesla Model S verwenden Lithium-Ionen-Batterien, die im Falle eines Brandes schwer zu löschen sind.
E-Autos wie das Tesla Model S verwenden Lithium-Ionen-Batterien, die im Falle eines Brandes schwer zu löschen sind. | Bild: Tesla

Zwischenzeitlich sollen die Behörden versucht haben, mit Tesla Kontakt aufzunehmen und nach einer wirkungsvollen Löschmethode zu fragen. Es ist nicht bekannt, ob der Autobauer helfen konnte. Tesla selbst gibt an, dass für ein brennendes Model S etwa 11.000 Liter Wasser nötig seien. Für brennende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor reichen in der Regel 2.000 Liter Wasser.

Einsatzkräfte benutzen außerdem Zusätze und Löschschaum, der speziell für „herkömmliche“ Fahrzeug-Brände entwickelt wurde. An solchen Lösungen wird aktuell auch für Elektroautos gearbeitet. Wie heikel Brände bei Elektromotoren sein können, ist spätestens seit 2013 bekannt: Ein Tesla Model S brannte nach einem Unfall vollständig aus. Verletzte gab es damals allerdings nicht.

Teslas Umgang mit Autopilot schon länger in der Kritik

Tesla-Chef Elon Musk ist sich zwar sicher, dass sein Autopilot bald sicherer als der Mensch fährt. Für das irreführende Marketing stand der Konzern allerdings schon mehrmals in der Kritik. Die Namen „Autopilot“ und „Full Self-Driving“-Software suggerieren ein vollautonomes Fahrsystem.

Aktuell ist das System jedoch noch weit vom voll automatisierten Fahren entfernt. Fahrer müssen den Verkehr stets im Auge behalten, jederzeit eingreifen können und dürfen die Hände nicht vom Lenkrad nehmen. Der Autopilot ist also ein autonomes Fahrsystem der Stufe 2 und somit "nur" teilautomatisiert.

Tesla selbst weist seine Kunden darauf hin, dass der Autopilot nur unter Aufsicht benutzt werden darf. Die Sicherheitsvorkehrungen während der Fahrt sind jedoch nicht unumstritten. Während Ford bei seinem Stufe-2-System im Mustang Mach-E zur Aufmerksamkeitskontrolle auf Eye-Tracking und audiovisuelle Warnsysteme setzt, wird in einem Tesla lediglich das Lenkrad beobachtet.

Ein Sensor misst dessen Drehmoment und blendet eine Warnmeldung ein, Kameras zur Fahrerüberwachung gibt es keine. Dadurch kommt es immer wieder zu Missbrauch. Fahrer geben die Verantwortung an ein System ab, das überhaupt nicht in der Lage ist, sie zu übernehmen.

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Autopilot: Tesla lehnte weitere Sicherheitsvorkehrungen ab

Das Wall Street Journal berichtete schon 2018 von Tesla-Ingenieuren, die mehr Sicherheitsmaßnahmen in den Autopiloten integrieren wollten. Das Vorhaben wurde angeblich aus Kostengründen gestrichen. Musk äußerte sich daraufhin auf Twitter.

Nicht die Kosten seien der Grund für das Streichen von Eye-Tracking-Kameras gewesen, sondern deren Ineffektivität. Aktuell untersucht die National Highway Traffic Safety Administration 23 Unfälle, in die der Autopilot aktiv verwickelt war. Dabei wurde unter anderem ein parkendes Polizeiauto von einem selbstfahrenden Tesla getroffen.

In einem weiteren Fall verkeilte sich ein Tesla unter einem Sattelschlepper, wodurch einer der Passagiere in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der aktuelle Unfall in Texas war aber der einzige mit tödlichem Ausgang.

Titelbild: Tesla, Quelle: Click2Houston.com, Reuters, Wall Street Journal

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Josef schreibt für THE DECODER über Robotik, autonomes Fahren, vernetzte Städte und smarte Geräte. Träumt von einem Smart Home, in dem sämtliche Sprachassistenten friedlich koexistieren.
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