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Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin sollen bei Googles Antwort auf ChatGPT beratend unterstützen. Google soll für 2023 eine KI-Großoffensive mit vielen neuen Produkten inklusive Chatbot-Suche planen.

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Laut der New York Times waren Page und Brin im Dezember 2022 in mehreren Meetings mit dem Google-Management und bewerteten Googles Produktstrategie für Künstliche Intelligenz, die für 2023 eine Chatbot-Suchmaschine und 20 neue KI-Produkte vorsehen soll. Die beiden Google-Gründer sollen unter anderem Ideen gepitcht haben, mehr Chatbot-Funktionen in die Google-Search-Engine zu integrieren.

ChatGPT macht Google dynamisch

Page und Brin stiegen 2019 bei Google aus dem Alltagsgeschehen aus, nachdem sie in den Jahren zuvor primär beratend agiert hatten. Der Besuch jetzt soll auf Einladung des aktuellen Google-CEO Sundar Pichai erfolgt sein, nachdem Google laut der New York Times zuvor "Code Red" ausrief - eine Warnung, dass eine grundlegende Bedrohung für das eigene Geschäftsmodell existiert.

Auslöser für den Besuch von Page und Brin soll der überraschende und überwältigende Erfolg von ChatGPT sein. Da ChatGPT mehr oder weniger richtige Antworten auf Fragen geben kann, könnte das KI-Modell zumindest in Teilen eine Alternative zur Google Search werden - auch, wenn viele Fragen noch ungeklärt sind.

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Google dürfte es als zusätzliche Bedrohung sehen, dass Big-Tech-Konkurrent Microsoft massiv in OpenAI investiert. Die beiden Konzerne konkurrieren unter anderem im lukrativen Wachstumsmarkt Cloud Computing, der derzeit insbesondere über den Preis gesteuert wird. Exklusive KI-Funktionen könnten hier gleichbedeutend sein mit einem klaren Wettbewerbsvorteil.

Viele neue KI-Produkte und eine Chatbot-Suche

Laut der New York Times möchte Google in diesem Jahr 20 neue KI-Produkte vorstellen sowie eine Version der eigenen Suchmaschine mit Chatbot-Funktionen. Die Zeitung stützt sich auf eine Präsentation zum Thema, die ihr vorlag, und zwei mit dem Projekt vertraute anonyme Quellen.

Die Produktenthüllungen sollen für Googles eigene I/O-Techkonferenz im Mai vorgesehen sein. Ein Produkt soll "Image Generation Studio" für die KI-Bildgenerierung und -bearbeitung sei.

Google hat mit Imagen ein besseres Modell als DALL-E 2 in der Hinterhand, das es bereits im vergangenen Jahr vorstellte und das derzeit in den USA im Beta-Test ist. Mit Re-Imagen hat Google zudem eine effiziente Methode für die Individualisierung von Bild-KI-Modellen mit eigenen Bilddaten.

Weitere Produkt-Neuigkeiten sind laut der New York Times

Empfehlung
  • eine neue Version der KI-Test-Umgebung A.I. Test Kitchen,
  • ein YouTube-Greenscreen-Feature für individuelle Hintergründe namens "Shopping Try-on",
  • ein Wallpaper-Generator für Pixel-Smartphones,
  • die App "Maya", die Schuhe in 3D visualisiert
  • und eine Software, die Videozusammenfassungen in einem neuen Video generiert.

Google soll zudem Software-Entwicklenden zahlreiche KI-Cloud-Tools anbieten wollen, unter anderem für die Bildgenerierung, um die eigene Cloud-Abteilung zu stärken. Die "MakerSuite" soll es Entwickelnden erleichtern, KI-Prototypen für den Internet-Browser zu programmieren. Colab und Android Studio sollen Code generieren, vervollständigen und reparieren.

Ebenfalls Code generieren und komplettieren soll "PaLM-Coder 2". Dem Namen nach basiert das Code-Modell auf Googles großem Sprachmodell PaLM, ähnlich wie OpenAIs Codex aus GPT-3 abgeleitet ist.

"Wir testen unsere KI-Technologie intern weiter, um sicherzustellen, dass sie hilfreich und sicher ist, und wir freuen uns darauf, bald weitere Erfahrungen extern zu teilen", sagt Google-Sprecherin Lily Lin auf Anfrage der NYT.

Google will KI-Entwicklung beschleunigen und mehr Risiko eingehen

Googles Ziel sei es, den Status als Pionier für Künstliche Intelligenz zu festigen. Google forscht seit rund einer Dekade an KI-Methoden und übernahm früh das britische KI-Unternehmen Deepmind. 2018 transformierte Pichai Google zu einem KI-Unternehmen, bei dem bei allen Produkten Künstliche Intelligenz im Fokus stehen soll.

Google-CEO Pichai soll intern die Freigabeprozesse für Produkte beschleunigt und einen schnelleren Prozesspfad für KI-Projekte namens "Green Lane" eingerichtet haben. Arbeitsgruppen sollen KI-Produkte schneller freigeben und Prozesse entwickeln, Reviews eigenständiger durchzuführen. Zudem wolle Google die eigene Risikobereitschaft bei der Veröffentlichung von KI-Technologien "rekalibrieren".

Das gilt allerdings nicht für die für dieses Jahr geplante Chatbot-Suche: Hier lege Google besonderen Wert darauf, dass der Bot korrekte Informationen ausgibt und sicher ist - ein häufiger Kritikpunkt an ChatGPT. Google soll etwa bestimmte Wörter blocken, um Hassrede zu vermeiden. Diese Messlatte soll für kommende Google-Produkte jedoch niedriger liegen.

Die besondere Vorsicht bei der Chatbot-Suche liegt auch an politischen Bedenken. Googles-Führungsriege erwartet laut der New York Times "einen erhöhten Druck auf die Regulierungsbemühungen im Bereich der KI aufgrund der zunehmenden Besorgnis über Fehlinformationen, schädliche Inhalte, Voreingenommenheit und Urheberrecht."

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Zusammenfassung
  • Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin sollen bei Googles Antwort auf ChatGPT seit Dezember 2022 beratend unterstützen.
  • Google soll für 2023 eine KI-Großoffensive mit vielen neuen Produkten inklusive Chatbot-Suche planen.
  • Abseits der Chatbot-Suche will Google bei KI-Produkten mehr ins Risiko gehen.
Quellen
Online-Journalist Matthias ist Gründer und Herausgeber von THE DECODER. Er ist davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Beziehung zwischen Mensch und Computer grundlegend verändern wird.
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